Oldie ist noch Leistungsträger

Wacker Auerswaldes Dominic Fries war einer der Stützen auf dem Weg ins Finale des Fußball-Kreispokals. Nun überlegt der 39-Jährige aber, ob er weitermacht.

Auerswalde.

Dass ihm am Montagmorgen alle Knochen wehtun, damit hatte Dominic Fries gerechnet. "Schließlich war das Pokalfinale ein wirklich intensives Spiel, das wir leider zu hoch verloren haben", blickt der 39-jährige Fußballer des SV Wacker Auerswalde noch einmal auf das 1:5 gegen Fortuna Langenau am vergangenen Sonntag zurück. Nach dem Schlusspfiff war Fries sehr in sich gekehrt und natürlich enttäuscht. "Aber Fortuna war besser und wir hatten viel Arbeit."

Fries hatte sein Team nicht nur bis ins Endspiel begleitet, sondern maßgeblichen Anteil am Finaleinzug des bisherigen Mittelsachsenklasse-Vertreters. Besonders im Halbfinale gegen den SV Mulda war er im Mittelfeld sehr präsent und köpfte seine Elf zudem in Führung. Danach trieb er immer wieder an - auf und neben dem Platz. "Ich sage schon, was ich denke - natürlich birgt das auch Konfliktpotenzial."

Der zweifache Familienvater, der in Markersdorf lebt, ist noch ein Fußballer der alten Schule. "Und bis heute auch Rekordauswahlspieler des Saarlands", ergänzt der frühere Saarbrücker mit einem Schmunzeln. Ohne seine Verletzungen in jungen Jahren hätte er durchaus im Profigeschäft landen können. Doch lange Ausfälle bremsten seine Karriere schon in jungen Jahren aus.

Der Weg führte ihn in der Jugend praktisch durch alle Traditionsvereine des Saarlandes und der Pfalz: 1.FC Saarbrücken, Borussia Neunkirchen und schließlich 1. FC Kaiserslautern. Dazu kamen Partien in Junioren-Nationalmannschaften, in denen er mit späteren Profis zusammenspielte. "Die bekanntesten davon waren sicher Christoph Metzelder, Roman Weidenfeller und Hanno Balitsch", sagt er. Ganz kurz habe er auch mit Sebastian Deisler zusammengespielt. Benjamin Auer, Tobias Rau und Sebastian Pelzer waren ebenfalls Teamgefährten.

Doch nach den Jugendjahren begann die Verletzungsmisere. "Ich war in Kaiserslautern im erweiterten Kader, als der erste Kreuzbandriss kam." Für Dominic Fries ging es zurück nach Saarbrücken in die Oberliga, dort ereilte ihn der nächste Kreuzbandriss. Danach zog es ihn in die Saarlandliga zum ASC Dudweiler. "Immerhin hatte ich dadurch noch einmal die Gelegenheit, im Ellenfeldstadion in Neunkirchen zu spielen." Dann folgte ein fünffacher Mittelfußbruch und eine weitere lange Pause. "Ich habe danach beim FCNeuweiler gespielt und parallel eine Lehre als Konstruktionsmechaniker absolviert", erzählt er. Fries trug dazu bei, dass das Team nicht aus der Landesliga abstieg.

2007 folgte eine tiefer greifende Veränderung. "Meine Ex-Freundin hatte an der TU Chemnitz eine Stelle bekommen - und somit ging es nach Sachsen", erinnert sich der Saarländer. Dominic Fries, der inzwischen als Dachdecker arbeitet, kickte nun für den VfL Hohenstein-Ernstthal, Fortuna Chemnitz, den FSV Limbach-Oberfrohna, den SC Altmittweida und den BSC Rapid Chemnitz - mit dem er im vergangenen Jahr im Auswärtsspiel bei Germania Mittweida aus der Landesliga absteigen musste. Danach wechselte er nach Auerswalde.

Dort wurde er sofort zum Führungsspieler. "Ich habe natürlich eine andere Fußballer-Jugend durchlebt als die anderen im Team", sagt er. Dass neben ihm weitere Oldies die Stützen bilden, sei nicht verwunderlich. "Die Trainingsbereitschaft bei den meisten Jugendlichen ist zurückgegangen." Für Fries selbst war das Training immer nützlich. "Weil ich mich bewegen kann."

Doch inzwischen merkt auch er, dass der Fußball an ihm nagt. "Natürlich gibt es Partien, die weniger anstrengend sind und in denen ich nur Bälle verteilen muss." Doch diese wird es in der Mittelsachsenliga wohl eher nicht geben. "Und darum muss ich mir diesen Schritt, den Aufstieg mitzugehen, noch einmal durch den Kopf gehen lassen."

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