Optimistisch in die Karpaten

Mittelsachsens junge Wintersportler stehen weiter im Rampenlicht. Ein Trio startete gestern zur Nordischen Junioren-Weltmeisterschaft und zur U 23-WM nach Rasnov.

Sayda/Holzhau.

Anne Winkler hat bis zuletzt nicht locker gelassen. Bis kurz vor dem Start zur U 23-Weltmeisterschaft im rumänischen Rasnov hat sich die junge Skilangläuferin des SSV Sayda akribisch vorbereitet und auch am Donnerstag noch zweimal trainiert. "Aber wirklich nur locker", sagt die 21-Jährige. Zwischendurch wurden Koffer und Sporttasche gepackt, anschließend gab es ein bisschen Ruhe. Freitagfrüh um 3Uhr war die Nacht aber schon wieder zu Ende. Per Kleinbus ging es von Oberwiesenthal zunächst nach München, von dort flog das Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach Rumänien.

Der erste (und zugleich einzige) Wettkampf für Anne Winkler steht am Montag mit dem Freistilsprint auf dem Programm. Nachdem sie im Vorjahr in Kasachstan Elfte wurde, liebäugelt sie nun zumindest mit einem Platz unter den besten Zehn. "Das wäre schon schön", sagt die Sportsoldatin, die in diesem Winter immerhin schon bei zwei Weltcups starten durfte und in Planica (28.) sogar Punkte sammelte.

Danach geht es für die vierfache Deutsche Meisterin bereits wieder nach Hause. In den Distanzrennen seien ihre vier Teamkolleginnen aus Oberstdorf, Zella-Mehlis und Oberwiesenthal einfach stärker, erkennt die Saydaerin neidlos an. Für sie sei die nunmehr vierte Nominierung zu Welttitelkämpfen bereits ein Erfolg gewesen, sagt Anne Winkler. Und obwohl sie mittlerweile weiß, wo es international lang geht, seien die Konkurrenz und die Bedingungen in Rumänien ganz schwer einzuschätzen. "Ich gehe ohne Druck ins Rennen und versuche, das Beste herauszuholen."

Ebenfalls mit an Bord des Fliegers nach Bukarest waren gestern Julia Richter vom SSV Sayda und Jacob Vogt von der SG Holzhau. Die beiden 18-Jährigen gehören zum Aufgebot des DSV für die Nordischen Junioren-Weltmeisterschaften, die zusammen mit der U 23-WM im siebenbürgischen Rasnov ausgetragen werden. Für die Sportgymnasiasten - Jacob Vogt besucht die 13.Klasse am Gymnasium in Oberwiesenthal, Julia Richter die 12. - ist es bislang die größte sportliche Herausforderung. Dennoch sind beide keinesfalls chancenlos, sagt Toralf Richter, der Vater von Julia und zugleich Leiter des Landesstützpunktes Ski nordisch in Sayda. "Beide können im Einzel in die Top Ten laufen."

Erster Wettkampf ist am Montag ebenfalls der Sprint, am Mittwochen stehen 5 beziehungsweise 10km klassisch an. Danach hoffen beide auf eine Nominierung für die deutschen Staffeln, die sogar Medaillenchancen besitzen, schätzt Regionaltrainer Richter ein. Die Konkurrenz (50 bis 60 Starter pro Rennen), sei natürlich hochkarätig, vor allem die Skandinavier seien immer stark.

Aber auch die beiden Mittelsachsen können schon einige Meriten vorweisen. Jacob Vogt, der in Holzhau bei Regine Hüttel und Stefan Göhler mit dem Langlauf begann, wurde 2015 dreifacher Deutscher Meister der U 18. Zudem lief der Holzhauer beim Europäischen Winter-Jugendfestival im Sprint auf Rang 6. Das gleiche Kunststück war Julia Richter bei dieser Veranstaltung in Liechtenstein gelungen. Auch die Zwölftklässlerin, deren erste Trainerin Karin Goetz war, holte 2014 schon Gold bei Deutschen Meisterschaften. Aufgeregt sei sie eigentlich nicht, sagt die junge Dame, die aus einer großen Skilanglauf-Familie kommt. "Ich bin eher freudig gespannt, nach der Vorbereitung nun das erste WM-Rennen bestreiten zu können", so Julia Richter. "Es wird Zeit, dass es endlich losgeht."

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