Paddler bringen sich in Form

Die sächsischen Kanu- Talente bereiten sich derzeit in Lauenhain auf die Deutsche Meisterschaft vor. Unter ihnen sind auch einige mittelsächsische Nachwuchshoffnungen.

Lauenhain.

Von einem Lagerkoller ist in diesen Tagen im Lauenhainer Talgut keine Spur. "Den brauchen wir auch nicht befürchten", sagt Jens Kühn mit einem Schmunzeln. "Dafür gibt es neben dem Sport genügend Abwechslung, beispielsweise mit Filmabenden." Kühn ist der Landestrainer der besten sächsischen Kanuten, die sich seit Samstag und noch bis nächste Woche in Lauenhain auf die Deutsche Meisterschaft vorbereiten. Diese findet am Monatsende auf dem Beetzsee in Brandenburg statt.

"Wir sind hier mit ungefähr 60Kanuten dabei, 35 von ihnen starten bei der DM", sagt Kühn, der zudem der Heimtrainer von Steffi Kriegerstein ist. Die Dresdner Kanutin gewann bei den Olympischen Spielen 2016 die Silbermedaille, wurde am Sonntag Deutsche Meisterin im Parallelsprint und studiert in Mittweida. "Ab und an hat sie sogar in Lauenhain beim Trainingslager vorbeigeschaut. Aber sie ist von der DM direkt nach Duisburg zur WM-Vorbereitung gefahren", sagt Kühn. Er kann sich daher in diesen Tagen um neue Nachwuchshoffnungen kümmern. "Hier trainieren die besten sächsischen Kanuten aus dem Junioren-, Jugend- und Schülerbereich", sagt der Landestrainer. Der Großteil kommt von den Dresdener Vereinen, "aber auch aus Leipzig sind einige angereist". Und auch einige mittelsächsische Paddler bereiten sich im Talgut auf kommende Wettkämpfe vor.

"Das Programm ist schon anspruchsvoll", sagt Anna Mai von der SG Lauenhain. "Wir haben an einem Tag meistens vier Einheiten, davon drei auf dem Wasser und eine in der Sporthalle", sagt sie. Anna Mai darf sich, ebenso wie ihr Zwillingsbruder Moritz, neben dem Einer auf Einsätze in den Mannschaftsbooten der Altersklasse Jugend (15 und 16 Jahre) freuen. Auch die Geringswalderin Sarah Winkler, die in diesem Jahr für Lok Döbeln startet, nimmt am Trainingslager teil.

Wer auf dem Beetzsee mit wem in welchem Boot sitzen wird, soll vor allem das Trainingslager auf der Zschopau klären. "Wir testen hier die unterschiedlichen Mannschaftsbesatzungen und schauen, welche Gruppen gut harmonieren", sagt Jens Kühn. Dabei kommt es weniger auf die Technik an, sondern mehr auf die Intensität. "Es ist schon so, dass hier richtig straff gepaddelt wird." Zu einigen Trainingseinheiten schickt der Landestrainer seine Schützlinge auf zehn bis zwölf Kilometer lange Strecken.

Dabei sind die Unterschiede zur Elbe, auf der die meisten sächsischen Talente normalerweise trainieren, groß. "Und das nicht nur durch das Niedrigwasser, das die Elbe derzeit führt", so Kühn. Auf der Hausstrecke steht den Dresdner Kanuten derzeit nur eine kleine Fahrrinne in der Strommitte zur Verfügung. "Zudem gibt es durch die Fahrgastschiffe dort auch andere Strömungsverhältnisse", sagt er. In Lauenhain sei es viel entspannter. "Hier haben wir zwar auch einen Fluss, aber keinen großen Bootsverkehr. Dadurch ist die Zschopau ruhig und somit die ideale Vorbereitung für den Beetzsee, wo ähnliche Bedingungen herrschen." Kühn spricht hier von den sogenannten "Nullbedingungen" und lobt die Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden. "Die Sondergenehmigung für das Motorboot haben wir ohne Probleme bekommen."

Ein sehr erfolgreiches mittelsächsisches Duo aus dem vergangenen Jahr wird diesmal aber nicht bei der DM starten. Max Korehnke (Lauenhain) und der Mittweidaer Moritz Wehlend, die 2018 bei der Junioren-Europameisterschaft gemeinsam Silber gewannen, treten aufgrund schulischer Verpflichtungen etwas kürzer.

Mit Nils Neumann, Franz Krones, Florian Link und Arne Neuber sind in Lauenhain noch vier Kanuten dabei, die beim KSV Flöha mit dem Paddeln angefangen haben. Neumann und Krones starten seit 2018 für den KC Dresden.

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