Phantoms einen Schritt zu spät

Die American Footballer aus Freiberg haben in der Landesliga gegen die Dresden Monarchs II mit 9:48 verloren. Den Grund für die Niederlage sieht der Trainer aber eher in den Wochen zuvor.

Freiberg.

Peter Schubert hat sich zu früh gefreut. Der Verteidiger aus der Landeshauptstadt eroberte im Landesliga-Spiel bei der 9:48 (6:24)-Pleite der Freiberg Phantoms gegen die Dresden Monarchs II kurz vor der Pause den Ball, lief über das halbe Feld und erzielte einen Touchdown. Doch es lag eine gelbe Flagge auf dem Spielfeld. Damit zeigen die Schiedsrichter im American Football einen Regelverstoß an. Das Spiel läuft dann normalerweise weiter, und die benachteiligte Mannschaft darf sich aussuchen, ob sie den Regelverstoß ahnden oder bei einem möglichen Vorteil das Ergebnis des Spielzugs gelten lässt. Die Strafe ging gegen Dresden und die Phantoms ließen den Touchdown annullieren. Das Vergehen der Monarchs: Sie hatten mit zwölf Spielern einen Mann zu viel auf dem Feld.

Doch auch im Elf gegen Elf waren die Gäste den Freiberg Phantoms im Sportpark Großschirma vor wieder einmal mehr als 150 Zuschauern meist einen Schritt voraus. "Es war ein verdienter Sieg der Dresdner, die eiskalt zugeschlagen haben", sagt Phantoms-Cheftrainer Andreas Bärisch. Während das erste Ligaspiel am 29. April mit 7:6 für die Monarchs eine knappe Angelegenheit war, wurde es am Sonntag deutlich. "Den Grund wissen meine Spieler selbst am besten, da brauche ich nicht viel sagen", so Bärisch. Stattdessen reichte in der Analyse ein Wort, bezogen auf die Wochen zuvor: Trainingsbeteiligung.

Darüber kann sich Gäste-Trainer Frank Becker nicht beklagen: "Wir haben uns gut vorbereitet und konnten alles umsetzen, was wir uns vorgenommen haben." Auf Unterstützung aus dem Erstligakader konnte er nicht zurückgreifen, da diese Spieler in unteren Ligen nicht spielberechtigt sind. Dennoch ist die erste Mannschaft auch für sein Team ein Zugpferd. "Es ist das klare Ziel, Spieler für den Erstligakader zu entwickeln", sagt Becker.

Die Diskrepanz zum Auftritt in Dresden konnte sich aber auch Freibergs Spieler Clemens Schumann nicht ganz erklären: "Wir haben heute einfach nicht in unser Spiel gefunden." Als Running Back gehört es zu den Hauptaufgaben des Offensivspielers, den Ball soweit wie möglich in Richtung Endzone des Gegners zu tragen. Im Gegensatz zu einem Passempfänger wird dem Running Back der Ball in der Regel vom Quarterback direkt in die Hand gegeben und nicht zugeworfen. Dies gelang zu Beginn des zweiten Viertels ganz gut, als Schumann per Touchdown den Rückstand der Phantoms auf 6:10 verkürzte. "Da dachte ich, es könnte noch was gehen", so der Ballträger, der sich kurz darauf verletzte und erst im letzten Viertel wieder zum Einsatz kam.

Den Blick richtete er jedoch gleich wieder nach vorne. In drei Wochen empfangen die Phantoms die Vogtland Rebels. "Bis dahin heißt es fit werden und trainieren, trainieren, trainieren", so Schumann. Sein Trainer wird diese Einstellung sicherlich gern hören.

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