Prinz setzt sich die Krone auf

Badmintonspieler Michael Prinz aus Freiberg ist bei den Europameisterschaften in Spanien dabei gewesen. Zuvor hatte der Regionalliga-Spieler bei der Deutschen Meisterschaft Edelmetall gewonnen.

Freiberg.

In seiner Vitrine hat Michael Prinz in diesem Jahr eine ganze Menge Platz schaffen müssen - für neue Trophäen. Denn der Badmintonspieler aus Freiberg, der zurzeit für den TSV Dresden aufschlägt, blickt auf seine bislang erfolgreichste Saison zurück: Sachsen- und Südostdeutscher Meister, Bronze bei der Deutschen Meisterschaft, und jetzt ist er gerade von den Europameisterschaften aus dem spanischen Guadalajara zurück. Dort schaffte der 37-Jährige im Feld der 64 Aktiven seiner Altersklasse immerhin den Sprung in Runde 2, ehe gegen den amtierenden Welt- und Europameister aus Russland das Aus kam.

"Es war ein unglaubliches Erlebnis, leider hatte ich eine etwas ungünstige Auslosung", erzählt Prinz nach der Rückkehr aus der Stadt in der Nähe von Madrid. "Dennoch war es die Krönung einer Wahnsinnssaison", strahlt der Freiberger.

Seit 15 Jahren steht Michael Prinz mittlerweile in der Regionalliga, der dritthöchsten deutschen Spielklasse, am Netz. Beim TSV Dresden, dem aktuellen sächsischen Aushängeschild in Sachen Badminton, ist er seit sechs Jahren die Nummer 1. In der Vorsaison gewann er mehr als die Hälfte seiner Einzel als Spitzenspieler und trug damit seinen Teil zum 3. Platz der Dresdner in der Regionalliga 2017/18 bei (18:10 Punkte). Zudem holte er sich bei den Sachsenmeisterschaften der Aktiven erstmals Silber im Einzel sowie Gold im Doppel. In seiner Altersklasse 35 gewann der Ernährungsberater, der bei Admedia in Freiberg arbeitet, die Titel im Einzel und im Doppel. Auch bei den Südostdeutschen Meisterschaften war Prinz im Einzel nicht zu schlagen und sicherte sich erstmals Platz 1 bei diesen Meisterschaften der Verbände Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. "Das war nochmals ein großer Ansporn für die Deutsche Meisterschaft", sagt der Freiberger.

Bei der DM in Saarbrücken musste sich der 37-Jährige erst im Halbfinale dem späteren Meister Hendrik Westermeyer (BC Hohenlimburg) geschlagen geben, holte sich aber Bronze - und damit die Fahrkarte zur EM nach Spanien. "Das war mein bestes Turnier in diesem Jahr", freut sich Michael Prinz.

In Guadalajara bezwang der Sachse zum Auftakt den Schweden Michal Bachtiar klar mit 21:11 und 21:11. Der Russe Stanislav Pukhov war dann jedoch eine Nummer zu groß. Mit 15:21, 21:17 und 9:21 musste sich Prinz dem Titelverteidiger beugen. Doch der Freiberger war der einzige, der dem alten und neuen Europameister überhaupt einen Satz abnehmen konnte. "Und wann gewinnt man schon mal einen Satz gegen einen amtierenden Welt- und Europameister", schmunzelt Prinz.

Auch auf den ATSV Freiberg, der gerade in die sechstklassige Bezirksliga Dresden abgestiegen ist, fällt etwas vom Glanz der Erfolge ab. "Michael ist das größte Freiberger Talent", sagt Lothar Göhler, langjähriger Übungsleiter des ATSV. Beim 71-Jährigen hatte Prinz vor 25 Jahren das Badminton-Abc erlernt: "Ich habe ihm sehr viel zu verdanken", gibt Prinz, der insgesamt acht Jahre beim ATSV spielte, die Komplimente zurück. Göhler, der 35 Jahre den Freiberger Nachwuchs trainierte, staunt über die aktuellen Erfolge seines ehemaligen Schützlings. Dass der einmal so weit komme, habe er nicht gedacht, gibt der frühere Übungsleiter offen zu. "Aber Micha ist ein echter Kämpfer und hat sich schon als Jugendlicher im Training alles mit viel Fleiß erarbeitet."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...