Punktlandung trotz Auflagen

Die Leichtathleten des TVL Freiberger haben auch ihren zweiten größeren Wettkampf der Saison mit Erfolg über die Bühne gebracht. Zum Bergstadtmeeting waren sogar Aktive von der Ostseeküste und aus dem Bergischen Land angereist.

Freiberg.

Sylvio Christ freut sich, zumindest ein bisschen. "So langsam geht es auch in der Leichtathletik wieder vorwärts", sagt der Trainer des TVL Freiberg. Mit dem Bergstadtmeeting hatte der Verein am Sonntag bereits seinen zweiten größeren Wettkampf nach der Corona-Zwangspause auf dem Platz der Einheit ausgerichtet, an dem 170 Aktive aus 43 Vereinen teilnahmen. Diesmal kamen Starter aus sieben Bundesländern, darunter aus Mecklenburg-Vorpommern (1. LAV Rostock) und Nordrhein-Westfalen (TB Hassels, LG Remscheid). Als Veranstalter fühle man sich natürlich sehr geehrt über die vielen Gäste - "und dass unser Meeting so gut angenommen wurde", sagt Christ, der auch Geschäftsführer des TVL ist.

Aber auch der zweite Wettkampf innerhalb von knapp zwei Wochen war eine große Herausforderung für den kleinen Verein (80 Mitglieder). "Wettkämpfe dürfen weiterhin nur unter Auflagen und mit Einschränkungen stattfinden", erklärt Christ. Unter anderem müssen alle Starter, Betreuer und Kampfrichter einen Corona-Fragebogen ausfüllen, darf ein Betreuer maximal für drei Aktive verantwortlich sein, und es können keine Zuschauer auf die Sportanlage. Auch Siegerehrungen gibt es nicht, so der TVL-Funktionär. Die Tatsache, dass der sächsische Verband bis 31. August keine Kampfrichter zu Wettkämpfen beordert, war für die Organisatoren dagegen kein Problem. 20 Kampfrichter des TVL und des Lokalrivalen Freiberger PSV haben den Wettkampf abgesichert, freut sich der 49-Jährige.

Neben den Laufdisziplinen (75 m bis 400 m) gehörten vier technische Wettbewerbe (Hoch-, Stabhoch-, Weit- und Dreisprung) zum Programm des Bergstadtmeetings. Die Starterfelder seien nach wie vor begrenzt, so Christ. So waren für die Sprintdisziplinen maximal 24 Starter pro Altersklasse zugelassen, bei den anderen Wettbewerben jeweils 20. Bei den Mädchen der U 16 habe man aber ein Auge zugedrückt und alle Sportlerinnen, die sich in die Startliste eingetragen hatten, starten lassen, sagt der Freiberger Trainer. So standen über 100 Meter 31 junge Damen an der Startlinie.

Ein Problem konnten die Veranstalter allerdings nicht beeinflussen - den starken Wind. Während er den Weitspringern ins Gesicht blies, sorgte der starke Rückenwind bei den Sprints dafür, dass viele Leistungen keinen Eingang in die Bestenlisten finden, so Christ. Mit teilweise fast 5 Metern pro Sekunde war der Rückenwind mehr als doppelt stark wie erlaubt. Damit waren auch die Stadionrekorde von Serina Riedel (TSV Zeulenroda) über 100 Meter (12,12 s) und des Rostockers Bruno Boysen über die gleiche Distanz (10,61 s) "leider vom Winde verweht", sagt Christ schmunzelnd. Zudem sei der Stabhochsprungwettbewerb überaus schwierig gewesen.

Der TVL-Geschäftsführer konnte aber auch drei neue Bestmarken auf dem Platz der Einheit notieren. So sind die 5,90 m der Thüringer Mehrkämpferin Serina Riedel im Weitsprung ebenso Stadionrekord in der U 18 wie die 42,53 s von Anna Weichelt (TSG Oederan) über 300 m der U 16 und die 1,73 m von Maja Küßner (1. LAV Rostock) im Hochsprung der Frauen. Aus der Riege seines Vereins hob Christ die Leistungen von Jessica Thiel, die die 400 m der Frauen in 63,37 s gewann, und Platz 1 von Alexander Grobitzsch (U16) im Stabhochsprung (2,52 m) hervor. Zweite wurden Katharina Grobitzsch im Stabhochsprung der Frauen (2,62 m) und Pauline Winkler über 200 m (26,37 s), während Sarah Tilch (U 16) über 100 m auf Rang 3 sprintete (13,23 s).

Gleich dreimal auf das - diesmal imaginäre - Treppchen schaffte es Sebastian Grummt vom Freiberger PSV: Er gewann die 300 m der U 16 in 40,53 s und landete beim Weitsprung (5,29 m) sowie im Hochsprung (1,61 m) auf Platz 3. Sein Teamkollege Theo Scheytt kam über 100 m in 12,37 s ebenso auf Platz 2 wie Elisabeth Sagi im Hochsprung der U 18, während Senior Ingo Wolf mit 10,02 m den Dreisprung der Männer gewann. Die junge Oederanerin Anna Weichelt lief neben ihrem Sieg über 300 m auch auf der 100-m-Distanz als Erste ins Ziel (12,87 s).

Auch die Aktiven der LG Mittweida überzeugten in Freiberg. Hürdensprinterin Anne Weigold wurde mit 12,49 s Zweite über 100 m, Florian Heinich in 11,22 s Dritter. Zudem siegte Charlotte Handke mit 5,14 m im Weitsprung der Frauen, während sich Lina Jentzsch (U16) mit 4,73 m Platz 3 sicherte. "Der Wettkampf ist eine gute Standortbestimmung gewesen", zeigte sich Mittweidas Trainer Michael Sperling mit den Leistungen seiner Schützlinge zufrieden. Bereits am kommenden Sonntag richtet der TVL Freiberg auf dem Platz der Einheit die mittelsächsischen Kreismeisterschaften aus, für die sich 178 Aktive angemeldet haben. "Es kehrt immer mehr Normalität bei den Leichtathleten ein", freut sich Sperling.

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