Referees halten Verband im Lockdown die Treue

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Der Fußball-Kreisverband hat gerade vier neue Unparteiische gewonnen. Zwei Vereine stechen beim Schiedsrichtersoll hervor.

Flöha.

Trotz Kontaktsperre haben vier angehende Schiedsrichter den Anwärterlehrgang des Kreisverbandes Fußball (KVF) Mittelsachsen bestanden. Das Quartett absolvierte vor kurzem die Prüfung, wobei der Verband die Veranstaltung erstmals komplett online durchgeführt hatte. "Sogar ein zwölfjähriges Mädchen ist dabei gewesen", freut sich Christopher Fiebig, der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses.

Der Anwärterlehrgang im Januar umfasste vier Lehreinheiten und die Onlineprüfung. Doch zum Schummeln blieb für die Anwärter praktisch keine Zeit. "Sie mussten 30 Fragen in 30 bis 35 Minuten beantworten", erklärt Fiebig. Dabei wurden Text- und Auswahlfragen gestellt. Nun ist für die Neulinge vor allem Praxis nötig. "Deshalb hoffen auch die Schiedsrichter, dass es mit der Saison bald weitergeht", sagt Fiebig. Der Rechtsanwalt ist selbst als Unparteiischer in der Sachsenliga eingestuft. Die Anwärter sollen zunächst als vierte Offizielle bei Partien in der Kreisoberliga eingesetzt werden. "Da lernen sie die Abläufe kennen, und können sich schon beim Ausfüllen der Spielformulare einbringen", erläutert der 30-Jährige. Später sollen sie erste Partien bei den C- und D-Junioren leiten.

Mittelsachsens etablierte Referees halten sich aktuell wie die Spieler individuell fit. "Allerdings ist es mit der Motivation schwierig", so Fiebig. "Im ersten Lockdown hatten wir irgendwann ein Ziel für den Neustart vor Augen, das ist diesmal nicht so." Regeltechnisch bleiben die Schiedsrichter über Online-Konferenzen auf dem Laufenden.

Trotz der Pandemie haben bislang nur wenige Referees dem Verband den Rücken gekehrt. "Es haben im Sommer einige aufgehört, die ohnehin nicht mehr so oft gepfiffen haben, dazu einer aus Altersgründen", sagt Fiebig. Insgesamt 165Schiedsrichter hat der KVF derzeit. "Das klingt viel - aber besonders an Wochenenden mit vielen Pokalspielen stoßen wir an unsere Grenzen." Denn dort müssen komplette Gespanne eingesetzt werden - was ansonsten nur in der Mittelsachsenliga und in der Mittelsachsenklasse der Fall ist. Ab der Kreisliga stellt in der Regel der Heimverein die beiden Assistenten. Dazu sind regelmäßig meist noch zehn Referees als Beobachter im Einsatz, weitere zehn sind für Spiele auf Landesebene abgestellt, zählt Fiebig auf.

Christian Schlömann (FSV Motor Brand-Erbisdorf) ist weiterhin Mittelsachsens am höchsten eingestufter Schiedsrichter. Der Freiberger pfeift in der NOFV-Oberliga. Neben Christopher Fiebig (TV Burgstädt) dürfen in der Sachsenliga noch Poul Kaminski (SG Striegistal) sowie Marc Jünger und Max Kluge (beide TSV Falkenau) ran. In die Landesklasse sind Jens Kreißl (TSV Penig), Sören Weise (TSV Flöha) und Nick Blödel (Mühlauer FV) eingestuft. Neueinordnungen sind in dieser Saison allerdings schwierig, sagt Fiebig. "Aufgrund der wenigen Spiele gibt es noch keine Leistungsübersicht." Die Referees müssen auf Landesebene viermal pro Saison beobachtet werden, 2020/21 war das aber erst zweimal der Fall.

Spitzenreiter bei der Anzahl der Schiedsrichter sind in Mittelsachsen nicht unbedingt die Vereine, die aufgrund ihrer Ligazugehörigkeit mehr als andere stellen müssten. "Wir haben mit dem BSC Motor Rochlitz und dem TSV Flöha, die zwei Anwärter beim jüngsten Lehrgang dabei hatten, zwei Vereine mit jeweils acht Referees", sagt Fiebig. In der Kreisoberliga pfeifen die Unparteiischen auch in anderen Regionen. "Dann sehen unsere Leute auch, wie es in den anderen Kreisverbänden läuft", sagt der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses. Diesen Austausch pflegt der KVF mit den Kreisverbänden Erzgebirge, Chemnitz, Zwickau, Meißen sowie Sächsische Schweiz/Osterzgebirge.

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