Rettungsschwimmer selbst aktiv

Viele der ehrenamtlichen Helfer der Wasserwacht sind beim 28. Rochlitzer Bergtriathlon am Sonntag für die Absicherung zuständig. Einige von ihnen gehen als Sportler auch selbst auf die Strecke.

Den Rettungsring werden Katja Göbel, Toni Arnold und Katarina Schlick (v. l.) von den Wasserwachten Rochlitz und Geringswalde am Sonntag sicher nicht benötigen. Für Katja Göbel dient der Bergtriathlon sogar als Vorbereitung für einen Ironman in zwei Jahren.

Von Robin Seidler

Der Organisator des Rochlitzer Bergtriathlons, René Schmidt, freut sich vor der 28. Auflage besonders, dass unter den bisher angemeldeten 150 Teilnehmern rund 30 Frauen sind. "Bei den Damen zeichnet sich eine vergleichsweise hohe Teilnehmerzahl ab." Zwei von ihnen haben am Sonntag auf jeden Fall Heimvorteil: Katja Göbel und Katarina Schlick von der Rochlitzer DRK-Wasserwacht wagen sich diesmal selbst auf die Strecke - und haben dabei nur ein Ziel.

"Ich persönlich will einfach nur ankommen", sagt Katarina Schlick. Die 29-Jährige ist bereits seit 20 Jahren bei der Wasserwacht in Rochlitz. Für den Bergtriathlon trainiert sie seit fast drei Monaten fünf bis sechs Mal wöchentlich. "Aber ich glaube trotzdem, dass ich etwas zu spät angefangen habe", sagt die Physiotherapeutin schmunzelnd. Das Schwimmen sei natürlich ihre Paradedisziplin, sagt sie. "Seit drei Jahren fahre ich zudem Rad, nur mit dem Laufen habe ich mich anfangs schwer getan."

Katja Göbel aus Milkau hat noch höhere Ambitionen. "Ich möchte 2020 den Ironman in Frankfurt bestreiten und muss dafür vor allem mein Schwimmtraining intensivieren." Dies sei auch der Grund gewesen, warum sie sich bei der Rochlitzer Wasserwacht angemeldet habe, sagt die 43-jährige Dozentin. Inzwischen muss sie nur noch eine Prüfung bestehen, dann ist sie ausgebildete Rettungsschwimmerin. Vergangenes Jahr war sie bereits beim Bergtriathlon dabei, damals auf der 40-Kilometer-Radstrecke. Nun wagt sie sich auf die Sprintdistanz. Rennrad fährt sie seit zwei Jahrzehnten, in diesem Jahr hat sie sich sogar ein Zeitfahrrad gegönnt. Einen Triathlon hat sie bereits hinter sich: Im bayrischen Kolbermoor nahm sie an einem Benefizwettbewerb teil. In diesem Jahr besuchte sie zudem den Hamburg-Triathlon. Ihre Töchter Lilli (12) und Leni (10) waren dort sogar die Einlaufkinder, die von den Siegern an die Hand genommen wurden.

Von der Geringswalder Wasserwacht geht zudem Toni Arnold in der Staffel "Los Ganadores" - zu Deutsch "Die Gewinner" - an den Start. "Ich werde natürlich das Schwimmen übernehmen, auf der Radstrecke sind wir mit Fabio Müller auch gut besetzt", sagt der 17-jährige Gymnasiast. Den Zehn-Kilometer-Lauf nimmt sein Kumpel Edward Ueberschär in Angriff. "Er ist Fußballer und ich bin gespannt, wie schnell er laufen kann", sagt der Sohn des Geringswalder Bürgermeisters Thomas Arnold.

Auf alle drei Rettungsschwimmer kommen dennoch ungewohnte Verhältnisse zu. "Wir trainieren ja größtenteils in den Freibädern", sagt Katarina Schlick. "Dort gibt es Markierungen am Boden und der Wind spielt nicht so eine große Rolle wie in der Sandgrube Biesern." Die Geringswalder Wasserwacht sichert zudem die Schwimmwettbewerbe ab. "Wir sind mit fünf Leuten vor Ort und können somit schnell reagieren, falls jemand Hilfe braucht", sagt Wolfgang Grünz. Der Gerätewart sitzt Sonntag selbst auf dem Beiboot.

Die Schwimmstrecke wird gegenüber den Vorjahren etwas verändert. "Es ist diesmal kein Rundkurs, sondern es geht zu einer Wendeboje und wieder zurück", sagt Organisator René Schmidt. Der Zielbereich wurde zudem mitten auf den Markt gelegt, damit Sportler, die noch eine Runde laufen müssen, nicht gestört werden. Nachmeldungen sind am Sonntag zwischen 7.30Uhr und 10Uhr noch möglich. Zudem werden weitere Helfer für den Auf- und Abbau gesucht. Diese können sich entweder bei der Stadt melden oder morgen auf dem Markt vorbeikommen. www.bergtriathlon.de

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