RSV fährt auf Sparflamme

Die Radsportler des RSV Hainichen warten weiter auf ihren ersten Wettkampf in diesem Jahr. Einige Aktive wollten am Sonntag auf dem Sachsenring angreifen, dürfen nun aber doch nicht.

Hainichen.

Gegenüber Aktiven anderer Sportarten haben es die Radsportler in diesen Wochen gut. Sie können sich unter freiem Himmel auf den Sattel setzen und in die Pedale treten. Doch auch die Mitglieder des RSV Hainichen traf die Coronakrise. Nachdem das Wolfram-Lindner-Gedächtnisrennen im vergangenen Jahr zu einer Wasserschlacht wurde, fällt es aufgrund der Pandemie in diesem Jahr ganz aus. Es war für vergangenen Sonntag geplant.

"Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr bei unserem Rennen Glück mit dem Wetter und der Gesundheit haben", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Steffen Blech. Eine Verlegung in den Herbst sei keine Option gewesen, so der 66-Jährige. "Dann würden wir anderen Veranstaltern nur die Fahrer wegnehmen."

Zuletztsaßen die aktiven Hainichener Radsportler zu Himmelfahrt im Sattel. "Unsere Runde war 77 Kilometer lang und führte unter anderem durch das Striegistal, einige Roßweiner Ortsteile und Massanei zurück in den Rossauer Wald, wo der Tag gemütlich ausklang." Neben den wöchentlichen Trainingseinheiten gab es bislang noch eine weitere Ausfahrt: "Am 1. Mai sind wir bis Riesa und Meißen gefahren."

Für Steffen Blech kommen dabei immer einige Kilometer mehr zusammen als für seine Mitstreiter. Denn der ehemalige Bürgermeister von Waldheim fährt bereits mit dem Rad aus Schönberg zum Treffpunkt nach Rossau. Einmal habe er dabei auf dem Rückweg Felix Groß vom SC DHfK Leipzig getroffen. Blech saugte sich in den Windschatten des Nationalmannschaftsfahrers, der sich mit dem deutschen Bahnvierer für Olympia in Tokio qualifiziert hatte, und ließ sich einige Kilometer mitziehen.

Für den SC DHfK ist auch der Hainichener Paul Schaar aktiv. Den Großteil der vergangenen Wochen verbrachte er zuhause in Irbersdorf, da die Sportschule in Leipzig geschlossen hatte, und konnte dabei mit einer Sondergenehmigung für Leistungssportler trainieren. "Da ging es aber nur darum, den Status quo zu erhalten." Zudem hat sich der 17-Jährige im Landwirtschaftsbetrieb seiner Großeltern nützlich gemacht. Am Sonntag hätte für den U-17-Landesmeister von 2019 der erste Wettkampf der Saison auf dem Programm gestanden. Doch die örtlichen Behörden entschieden kurzfristig, dass die Junioren beim Internationalen Sachsenring-Radrennen nicht fahren dürfen und auch für die Amateur-Elite nur 50Starter zugelassen sind - und das unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Die Reduzierung des Feldes im Hauptrennen betrifft auch das Hainichener Radteam Berthold, dessen Fahrer Robert Walther und Thomas Pfefferkorn auch Mitglied beim RSV Hainichen sind. Zudem trainierte in dieser Woche ein Berthold-Neuzugang im Muldental: Sebastian Vogel aus Waldenburg spulte am Dienstag ein ordentliches Programm ab. "Ich fahre von Waldenburg aus über Rochlitz nach Colditz und über Geringswalde wieder zurück", erzählte er. Vier Stunden braucht er ungefähr für die mehr als 100 Kilometer große Schleife durch das Muldental mit welligem Profil. "Die kleinen Anstiege wie am Rochlitzer Berg oder rund um Colditz sind ganz gut für den Sonntag, da es auf dem Sachsenring ähnlich wellig ist", so der Fahrer, der außerdem beim SV Remse aktiv ist. Das Mannschaftstraining sei zuletzt zu kurz gekommen. "Ab und zu waren wir in kleinen Gruppen unterwegs, doch größtenteils allein."

Vogel hatte bereits befürchtet, dass das Rennen auf dem Sachsenring eine Eintagsfliege werden könnte. Doch nun dürfen er und sein Team überhaupt nicht teilnehmen. Geplant ist für die Mannschaft im Moment noch ein Start auf dem Nürburgring im Juli. "Doch ob das klappt, steht in den Sternen."

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