Schmerzhaftes Ende im Staub

Der Peniger Enduropilot Edward Hübner hat bei seinem nicht den Zielstrich gesehen. Nach einer turbulenten Saison plant er für 2019 mit höheren Aufgaben.

Penig.

Im Jahr 2007 hat der Peniger Enduro-Pilot Edward Hübner seine erste Sechstagefahrt, die Six Days im chilenischen Viña del Mar, bestritten. Während er damals in der Junior-Klasse dabei war, ging er bei seiner achten Teilnahme bei den erfahrenen Piloten an den Start.

Aber die Hoffnung, dass es diesmal eine ähnlich tolle Veranstaltung wie 2007 für ihn wird, erfüllte sich nicht. "Es war von Beginn an in vielerlei Hinsicht nicht ganz optimal. Es begann damit, dass wir den Mannschafts-Container erst später erhielten, da der Zoll diesen noch nicht freigegeben hatte", sagt Hübner. So habe er mit seinem Team erst mit einem Tag Verspätung die Motorräder zusammenbauen können. Da die Sonderprüfungen außerhalb der Gastgeberstadt lagen, mussten zu deren Besichtigung immer große Anfahrtswege in Kauf genommen werden. "Jeden Tag gab es zunächst eine Zubringer-Etappe von etwa 30Kilometern, bevor es auf die eigentliche Runde ging. Da kann man sich in etwa vorstellen, wie lange wir mit dem Auto zu den Tests unterwegs waren", umreißt der 30-Jährige die Dimensionen. "Unterm Strich habe ich jede Prüfung nur einmal gesehen, eigentlich viel zu wenig. So unzureichend vorbereitet bin ich noch nie eine Six Days angegangen."

Als die größte Herausforderung sollte sich jedoch weder die Hitze noch die zermürbende Strecke herausstellen, sondern die extreme Staubentwicklung. "Es war der komplette Wahnsinn", so Hübner. "Ich bin schon oft im Staub gefahren, doch so etwas habe ich noch nie erlebt. Wenn ich aus der Prüfung kam, konnte ich teilweise das Zeiten-Display nicht sehen und das stand nur fünf Meter daneben." So kam es, wie es kommen musste und irgendwie passend zu Hübners diesjähriger Saison. "Ich bin am dritten Tag im ersten Test gestürzt und dabei habe ich mir das Handgelenk angeschlagen", fasst der deutsche Trophy-Fahrer die Situation zusammen. Im dichten Staub hatte er eine hohe Wurzelkante zu spät gesehen und erwischte diese so ungünstig, dass er unsanft aus dem Sattel musste.

"An dieser Stelle hat es noch mehr Fahrer getroffen. Als ich am Krankenwagen ankam, war dieser schon gut gefüllt, sodass wir lieber mit dem Mietwagen ins Krankenhaus gefahren sind." Dort wurde festgestellt, dass in seinem Handgelenk eine Knochenecke abgesplittert war. "Nichts Dramatisches, es ist auch keine OP notwendig, aber für die nächsten Wochen fällt das Motorradfahren aus."

Insgesamt blickt er mit gemischten Gefühlen auf die Saison zurück. Nach einem überzeugenden Auftaktsieg bei der Internationalen Deutschen Enduro-Meisterschaft Anfang März war der Hunger auf weitere Erfolge groß. Auch der erste EM-Lauf in Italien verlief vielversprechend. Doch dann geriet Edward Hübner durch einen Sturz beim Motocross in Lugau vorerst aus der Spur. "Ich habe mir dabei die Plantarfaszie-Sehnenplatte in der linken Fußsohle so stark geprellt, dass ich erst einmal acht Wochen aussetzen musste", blickt er zurück.

Durch die Hitzewelle und den damit verbundenen Veranstaltungsabsagen in der Enduro-DM stieg der KTM-Fahrer erst Anfang September beim WM-Lauf in Italien wieder ins Renngeschehen ein. "Dort lief es ganz ausgezeichnet." Hübner wurde Achter und Neunter. Zwei Wochen später folgte die Ernüchterung. "Beim EM-Finale in Polen blieb ich leider komplett hinter meinen eigenen Erwartungen zurück." Auch beim "Neustart" der Enduro-DM nach fünfmonatiger Auszeit sprang mit Rang 3 in Streitberg nicht die erhoffte Platzierung heraus. Dafür trumpfte er nur eine Woche später beim WM-Lauf in Woltersdorf bei Berlin groß auf und sicherte sich beim DM-Finale in Zschopau seinen vierten nationalen Titel. "Der Erfolg ist natürlich grandios. Aber wie ich den Titel letztlich eingefahren habe, passt mit dem ganzen Auf und Ab irgendwie zu dieser gesamten Saison."

Den Titel will er 2019 verteidigen, so Hübner, der sich wieder auf eine Viertakt-KTM setzen und beim Team Sturm bleiben wird. "International strebe ich die komplette WM-Saison an", gibt sich der Peniger kämpferisch.

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