Schuften für ein Comeback

Die Handballer der HSG Freiberg sind vor dem letzten Hinrundenspiel gegen Jena wieder in der Spur. Doch nicht bei allen Akteuren läuft es rund.

Freiberg.

Richard Meinicke macht sich Sorgen. Um seine sportliche Zukunft. Denn obwohl der frühere Handball-Jugendnationalspieler der Niederlande bereits seit Juni bei der HSG Freiberg weilt und trainiert, ist der junge Mann aus Doetinchem in der Bergstadt noch nicht richtig angekommen. Wenn am Samstag mit dem Spiel der HSG gegen den HBV Jena die 1. Halbserie der Mitteldeutschen Oberliga abgeschlossen wird, stehen bei Meinicke gerade einmal vier Einsätze zu Buche, darunter nur einer über mehr als 30 Minuten (beim 33:33 gegen den USV Halle).

Er habe sich das natürlich auch ganz anders vorgestellt, sagt Richard Meinicke, der jetzt sogar HSG-Geschäftsführer Stefan Lange um ein Gespräch, seine Sorgen betreffend, bat. "Er hat gefragt, ob er gehen muss, zumal auch diese Lücke in unserem Etat entstanden ist", erklärt Lange. Der HSG-Manager hatte sich im Frühjahr sehr um den Wechsel des 37-fachen Jugendnationalspielers der Niederlande, der 2015 bei der U-21-WM in Brasilien dabei war, bemüht. "Richard passt sportlich und menschlich absolut in unser Konzept", sagt Lange.

Der Kontakt war über einen Spielervermittler zustande gekommen, auch Ex-HSG-Coach Anel Mahmut-efendic empfahl den jungen Mann. Nach einem Besuch Langes in der niederländischen Provinz Gelderland, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, und nach einem Probetraining ging es dann schnell. "Es hat eigentlich alles gepasst", so der HSG-Manager.

Der 1,92 Meter große Keeper unterschrieb in Freiberg einen Drei-Jahres-Vertrag und will bei der HSG seinen Durchbruch in Deutschland schaffen. Nachdem Meinicke in seiner Heimat beim AHV Swift und Alphadeuren Houten Erstligaerfahrung sammelte, klappte es beim TuS Ferndorf in der 2. Bundesliga nicht so. Der Keeper kam in der Saison 2016/17 meist nur in der 2.Mannschaft zum Zug und wechselte dann zum HC Gelpe in die 5. Liga.

Nach Freiberg war der Student (BWL-Management im Fernstudium) geholt worden, nachdem Oldie Gerd Vogel seine Karriere beendete. Mittlerweile ist der 24-Jährige aber seit mehr als zwei Monaten außer Gefecht. Eine langwierige Ellenbogenverletzung lasse auch nur individuelles Training zu, sagt Co-Trainer Andreas Tietze. "Er kann nur im athletischen und im läuferischen Bereich arbeiten." Auch zuvor sei er nicht richtig fit gewesen, da er sich im Urlaub in Thailand eine Fußinfektion eingefangen hatte. Seine sehr guten Anlagen, die ihm der 52-jährige HSG-Übungsleiter, der früher selbst im Tor stand, bescheinigt, konnte Meinicke auf dem Feld bislang allenfalls andeuten.

Eine MRT-Untersuchung ergab jetzt, dass das Ellenbogengelenk immer noch entzündet ist, sodass mit einem Comeback frühestens nach der kurzen Weihnachtspause Mitte Januar zu rechnen ist. Die Torhüterposition macht den HSG-Verantwortlichen aber im Moment keine Sorgen: Tino Hensel hielt zuletzt überragend, und auch Christoph Renzing habe richtig gut in die Saison gefunden, lobt Tietze.

Das HSG-Lazarett hat sich jedoch inzwischen weiter gefüllt. Rechtsaußen Björn Richter hat eine Außenbandverletzung und muss eventuell operiert werden. Zudem fällt Rückraumspieler Nico Werner (Lungenentzündung) für die nächsten Spiele aus, während Miroslav Jahn ohnehin erst im neuen Jahr wieder einsteigen kann. Zumindest ist Martin Rom nach seiner Schulterverletzung wieder fit und konnte diese Woche ohne Probleme trainieren.

Mit Jena (5:19 Punkte) kommt am Sonnabend das Schlusslicht der Oberliga in die Ernst-Grube-Halle - und mit Kevin Elsässer sowie Damian Kowalczyk zwei frühere Teamkollegen der HSG-Dachse. Geschenke dürfen sie aber nicht erwarten: "Die Punkte aus den nächsten beiden Heimspielen sind unheimlich wichtig", sagt Stefan Lange. Nächste Woche kommt noch der SV Oebisfelde (12./8:16). Von der Papierform ist die HSG (6./12:12) Favorit, "wir dürfen uns aber auf keinen Fall von der Tabellenkonstellation in die Irre führen lassen", warnt der HSG-Manager. "Das sind zwei harte Nüsse."

Mitteldeutsche Oberliga 13. Spieltag -Sa., 18 Uhr: HSG Freiberg - HBV Jena 90

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