Stärkster Mann aus Mönchenfrei

Mittelsachsen hat erneut einen Weltmeister: Bodybuilder Dietmar Haubold aus Mönchenfrei hat sich auf den Philippinen seinen mittlerweile siebten WM-Titel erkämpft.

Mönchenfrei.

Fußballfan ist Dietmar Haubold natürlich auch - und hatte bei der WM in Russland mit der deutschen Nationalmannschaft mitgefiebert. Nach dem frühen Aus in der Vorrunde war die Enttäuschung beim erfolgreichen Bodybuilder aus Mönchenfrei entsprechend groß, "aber es war völlig verdient", sagt Haubold. Er sorgte jedoch dafür, dass es im Sommer trotz der misslungenen Fußball-WM einen Weltmeister aus Deutschland gibt: Der 56-Jährige gewann im Juni bei den Welttitelkämpfen des Verbandes NAC (National Athletic Comitee) auf den Philippinen seinen mittlerweile siebten WM-Titel im Bodybuilding.

Er habe es den Fußballern vorgemacht, sagt Haubold und lacht. "Und sogar Kasan kann ein erfolgreiches Pflaster sein." In der Millionen-Stadt an der Wolga, Ort der bitteren 0:2-Niederlage der deutschen Kicker gegen Südkorea, hatte Haubold vor sechs Jahren einen seiner Weltmeisterpokale gewonnen. "Es geht doch", meint der erfolgreiche Kraftsportler schmunzelnd.

In diesem Jahr trafen sich die besten Athleten der im NAC vereinten Nationen in Cebu, der 920.000-Einwohner-Metropole auf der gleichnamigen Insel. Insgesamt 14 Sportler waren dabei in der Athletikklasse, einer drei Wertungskategorien des Verbandes, am Start. "Ich war noch nie auf den Philippinen", sagt Haubold. "Die Qualifikation war mein großes Ziel in diesem Jahr." Deshalb hatte der Kraftsportler, der seit 20Jahren Hanteln und Gewichte stemmt, die Vorbereitung besonders ernst genommen. Bereits im November vorigen Jahres begann er mit dem Training - in der Regel siebenmal pro Woche, erklärt der Metallbauer. Die Diät zur direkten Wettkampfvorbereitung dauerte von Februar bis Mai. Keine Fette, viele Eiweiße sowie komplexe Kohlenhydrate, wie Reis, Kartoffeln und Haferflocken. Den ersten Wettkampf bestritt Haubold in Luxemburg, gefolgt von den Ostdeutschen Meisterschaften in Berlin sowie den Deutschen Meisterschaften in Wetzlar. Haubold sicherte sich jeweils den Titel und damit das WM-Ticket für die Philippinen. Dort habe er angesichts der Konkurrenz in der Klasse Athletik II (bis 1,75 m Körpergröße) seit langem wieder einmal Lampenfieber bekommen, so der erfahrene Athlet. Aber nach der Vorrunde setzte er sich auch im Finale der besten Sechs durch und verwies den Polen Michal Krajewski sowie Christopher Almeda von den Philippinen auf die Ehrenplätze.

"Dietmars harte Trainingsarbeit hat sich erneut bezahlt gemacht", lobt Enrico Klemm. Der Inhaber der Fitnessworld in Mönchenfrei betreut den Chemnitzer, der auch schon zweimal den Titel "Mr. Universum" erkämpfte, mittlerweile seit zehn Jahren als Trainer. Haubold trainiere nicht nur in der Wettkampfvorbereitung, sondern das ganze Jahr über sehr diszipliniert.

Jetzt will der 1,73 Meter große und 72 Kilogramm schwere Athlet aber etwas kürzertreten. Im Herbst will er eventuell einige Wettkämpfe im Bankdrücken bestreiten. Im August geht es zunächst in den Urlaub - wieder auf eine Insel, "diesmal aber in etwas kühlere Gefilde", schmunzelt Haubold. Er besucht auf Irland unter anderem Verwandte.

Die Fußball-WM in Russland verfolgte der aus Zschopau stammende Kraftsportler übrigens auch nach dem Aus der deutschen Elf. Im Studio in Mönchenfrei seien alle Spiele gelaufen, so Haubold, der vor allem mit den Russen mitgefiebert hatte. Im Finale am Sonntag drückt er nun Kroatien die Daumen. Während die Franzosen wenig begeisterten Fußball gezeigt hätten und stets auch etwas überheblich wirkten, spielten die Kroaten mit viel Herzblut, sagt der 56-Jährige. "Mit dem Finaleinzug haben sie jetzt schon Geschichte geschrieben."

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