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Sächsischer Fußballverband: Staffelreduzierung soll Niveau heben

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Geht es nach den Plänen des Sächsischen Fußballverbandes, wird die Landesklasse verkleinert. Was sagt man beim SV Germania Mittweida dazu?

Mittweida.

Sachsens Fußball steht eine wichtige Änderung bevor. Nur wenige Jahre nach der Auflösung der Bezirksligen und Einführung der vier Landesklasse-Staffeln 2015 sollen diese wieder reduziert werden. Kann der Sächsische Fußballverband (SFV) seinen Zeitplan einhalten, hat das bereits Auswirkungen auf die kommende Spielzeit. Dann soll es übergangsweise nicht nur mehr Absteiger aus der Landesklasse geben, es wird auch nicht jeder Kreismeister aufsteigen.

Dabei ist die Idee nicht neu. Ursprünglich sollte die Neuerung bereits zur Saison 2020/21 kommen, erklärt Volkmar Beier. "Die Strukturreform wurde im Dezember 2019 in Gang gesetzt", sagt der Vizepräsident des SFV. Corona habe die Umsetzung allerdings ausgebremst. "Ziel ist eine Stärkung des Niveaus in den Landes- und den Kreis-Spielklassen", betont Beier.

Doch wie sieht die Reform genau aus? "Im Kern geht es um eine Reduzierung der Landesklasse-Staffeln sowie eine Abkehr von der bis dato kreisscharfen Zuordnung der Mannschaften", so Beier. Zumindest letzteres wurde seit Juli 2020 umgesetzt, sodass der Verband die Einteilung der einzelnen Staffeln flexibler handhaben kann. So trat zum Beispiel der VfB Fortuna Chemnitz, der nach früherer Einordnung in der Landesklasse West spielen müsste, zuletzt in der Staffel Mitte an.

Wichtigste Änderung ist aber die Reduzierung von vier auf drei Staffeln, die zur Saison 2024/25 in Kraft treten soll. Die kommende Spielzeit wäre dabei eine Übergangsrunde. "Wir werten jetzt alle Rückmeldungen aus, um zu sehen, was die Gemeinschaften bevorzugen", sagt Jens Breidel, Vorsitzender des Spielausschusses beim SFV. Im Anschluss werde es - wenn nötig - eine Videokonferenz geben. "Auch regionale Präsenzveranstaltungen sind möglich", so der Zöblitzer.

Sebastian Voigt, der Trainer des SV Germania Mittweida (Landesklasse Mitte), findet Gefallen an den geplanten Änderungen. "Ich denke, das Niveau wird auf Landesebene auf jeden Fall steigen - und auch die Kreisoberliga wird gestärkt", so der Coach, der in der Mittelsachsenliga auch für Mittweidas zweite Mannschaft aufläuft. "Zudem haben wir dann wahrscheinlich kürzere Fahrtwege." Über die erhöhte Abstiegsgefahr in der kommenden Saison mache er sich derzeit keine Gedanken. "Wir wollen uns in dieser Liga etablieren. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können."

Nur wenige Kilometer weiter tut man sich dagegen schwer mit einer Einschätzung. "Ich muss gestehen, dass ich mich noch gar nicht damit auseinandergesetzt habe", gibt Sebastian Groh zu. Dabei könnten seine Kicker des SC Altmittweida schon in der kommenden Saison betroffen sein, vorausgesetzt der SCA hält seine Spitzenposition in der Mittelsachsenliga und nimmt das Aufstiegsrecht wahr. Grundsätzlich steht er der Reform jedoch positiv gegenüber. "Man hört immer wieder, dass das spielerische Niveau in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Da kann eine Verringerung der Staffelgröße helfen."

Doch nicht überall stoßen die geplanten Änderungen auf Gegenliebe. "Mir erschließt sich der Sinn dieser Reform nicht hundertprozentig", sagt Nico Israel, Geschäftsführer des mittelsächsischen Kreisverbandes. "Man verspricht sich zwar eine Niveausteigerung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das in diesem Maße wie erhofft geschieht." Die Begeisterung hält sich also in Grenzen. Zumal die Abkehr von der festen territorialen Einordnung für Missmut sorgt. "Für uns als Grenzregion ist das kritisch, es fehlt die Planungssicherheit." Dennoch sieht Israel es pragmatisch: "Wir werden als Kreisverband für alle Probleme Lösungen finden." Am Ende müsse man die Änderungen schlucken, so Israel. "Es gab schon Reformen, die uns härter getroffen haben." (mit erba)


So sieht die Reform mit einer "Risikoteilung" aus

Aus vier werden dreiStaffeln in der Landesklasse, statt 64 Mannschaften spielen dann nur noch 48 Teams auf der zweithöchsten Ligaebene in Sachsen. Die jeweiligen Staffelsieger steigen in die Landesliga auf, vier Teams und der staffelübergreifend schlechteste Fünftletzte - der per Quotienten-Regel ermittelt wird - steigen ab.

In der Saison 2024/25 soll die Änderung greifen, was bedeutet, dass die kommende Spielzeit 23/24 eine Übergangsrunde werden wird. Dafür hat der SFV eine Regelung erarbeitet, die er als "Risikoteilung" bezeichnet. "Ohne diese hätte es 16 zusätzliche Absteiger aus den Landesklassen geben müssen", erklärt Jens Breidel, Vorsitzender des Spielausschusses. Stattdessen sollen zu den normalen nur weitere 10 Teams absteigen.

Dafür steigen nicht alle 13 Kreismeister in die Landesklasse auf. Einer von ihnen erhält ein Freilos, die anderen 12 spielen 6 Entscheidungsduelle. Diese sollen auf neutralen Plätzen stattfinden. Ab 24/25 darf dann jeder Kreis einen Aufsteiger stellen. (frgu)