Stresstest nicht bestanden

Die Kreisliga-Handballerinnen aus Geringswalde finden in dieser Saison nicht in die Spur. Bei der 24:33-Heimniederlage gegen den HC Glauchau/Meerane III wurden sie zudem vom ungewöhnlichen Defensivkonzept der Gäste überrascht.

Geringswalde.

Fußball-Trainer Jürgen Klopp prägte in seiner Sportart für das überfallartige Anrennen der ballführenden Mannschaft vor zehn Jahren den Begriff "Gegenpressing" und erkannte darin den besten Spielmacher, den es gibt. Ob sich die Kreisliga-Handballerinnen des HCGlauchau/Meerane III im Vorfeld ihres Kreisliga-Auswärtsspiels beim Geringswalder HV damit befasst haben, ist nicht bekannt. Aber die Gäste aus Westsachsen haben die Geringswalderinnen bei deren 24:33- (14:14)-Heimniederlage richtig auf dem falschen Fuß erwischt.

"Das hatte mit Handball wenig zu tun", sagte die Vereinschefin des Geringswalder HV, Kerstin Meinert. Für ein Handballspiel ungewöhnlich viele Zweikämpfe fernab der Kreise waren in der Hausdorfer Sporthalle am Sonntagabend an der Tagesordnung. Auf Geringswalder Seite hätte man gern die ein oder andere Zeitstrafe mehr für die Gäste gesehen, allerdings kamen die HV-Damen mit der sehr aktiven Verteidigungsstrategie der Gäste überhaupt nicht zurecht.

Dabei erwischten die Mittelsachsen den besseren Start. Vor allem aufgrund der körperlichen Präsenz gegen die junge dritte Mannschaft der Gäste stand es nach 18 Minuten 10:4 für Geringswalde. Schon da war erkennbar, dass die Gäste aber das bessere Passspiel an den Tag legten. Danach erfolgte die Verteidigung über das ganze Feld. Bei den HV-Frauen reihte sich fortan ein Fehlpass an den anderen. Die Gäste-Damen hatten leichtes Spiel und liefen zumeist allein auf die Geringswalder Torfrau Kathrin Dallinger zu. Bis zur Pause (14:14) war der Geringswalder Vorsprung dahin.

"Leider haben die Frauen in der zweiten Halbzeit nicht das beherzigt, was ich ihnen in der Kabine gesagt habe, um dieses Pressing zu überspielen", sagte HV-Trainer Heinz Köhler nach der Schlusssirene. "Die Staffelung in unserem Angriffsspiel hat nicht gestimmt und auch die Bewegung ohne Ball fehlte." Allerdings sei es für seine Mannschaft auch schwierig, solche Situationen im Training zu simulieren. "Erstens trainieren wir in Geringswalde in einer kleinen Halle und zweitens sind die Frauen aufgrund ihrer familiären und beruflichen Verpflichtungen nicht immer beim Training."

Bis zum 18:19 in der 43. Minute durften die heimischen Fans noch auf einen möglichen Punktgewinn hoffen. Doch danach folgte wieder das alte Muster: Durch einfache Tore nach Ballgewinnen zogen die Gäste davon, am Ende war es eine eindeutige Angelegenheit. Neun Tore Differenz warfen die Westsachsen bis zum Schluss heraus. Zum gebrauchten Tag der Geringswalder Verantwortlichen passte es zudem noch, dass die Anzeigetafel in Hausdorf in der zweiten Halbzeit gleich dreimal streikte.

Mit 8:10 Punkten stehen die Geringswalderinnen nach neun Partien auf dem 8. Platz der Kreisliga. "Das entspricht nicht unseren Vorstellungen, da wir einige Spiele in dieser Saison knapp verloren haben", sagt Köhler. In der vergangenen Saison beendete seine Mannschaft die Spielzeit auf Platz 5 und schnupperte dabei sogar lang am 2.Rang. Chance zur Besserung bekommen die HV-Damen schon am Sonntag wieder. Dann gastiert der Dritte Sachsen Werdau in Hausdorf.

Statistik Geringswalde: Dallinger, Filz, Meinert (3), Fichte (3/3), Liebers (7), Knoch (8), Rogowski (1), Rost (2)

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