Tabellenführer sichert sich in der Nachspielzeit drei Punkte

Der BSC Freiberg hat in der Fußball-Landesklasse das Heimspiel gegen Stahl Freital 2:1 gewonnen. Ein Torschütze war schon vor der Partie im gegnerischen Strafraum bekannt, der andere tauchte dort eher überraschend auf.

Freiberg.

Hinter vorgehaltener Hand hieß es aus der Kabine des BSC Freiberg, dass Ronny Singer in dieser Saison noch nie im gegnerischen Strafraum gesichtet worden sei. Doch im Heimspiel gegen Stahl Freital marschierte der Abwehrspieler in die gegnerische Box, fasste sich ein Herz und donnerte das Spielgerät zum 1:1 in die Maschen des Freitaler Kastens. Würde es einen Mitschnitt dieser Aktion geben, hätte man diesen durchaus als Vorschlag für das Tor des Monats einreichen können. Mit dem Treffer legte der 30-Jährige den Grundstein dafür, dass die Platzherren 2:1 (0:0) gewannen und die Tabellenspitze in der Fußball-Landesklasse verteidigten.

Der Erfolg war sicherlich verdient, doch es dauerte lange, bis Freiberg den Stahl weich gekocht hatte. Der Siegtreffer durch Tommy Gommlich, mit 23 Toren auf Platz 1 der Torjägerliste in der vergangenen Saison, fiel erst in der Nachspielzeit.

Freiberg übernahm vom Anpfiff weg die Initiative, hatte mehr Ballbesitz und versuchte, den entscheidenden Pass zu spielen. Doch trotz mehrerer Versuche wollte die große Aktion im gegnerischen Strafraum nicht gelingen. "Auch wenn es bis zur Pause nicht mit einem Treffer klappte, haben wir das ganz gut gemacht. Natürlich wollten wir einen Gegentreffer unbedingt verhindern", sagte BSC-Spielertrainer Rico Thomas. Doch Freital zeigte sich vier Minuten nach Wiederanpfiff effektiv und versenkte eine der wenigen Möglichkeiten zum 1:0.

Dieser Rückstand bewirkte nicht, dass die Gastgeber als Notfallpatient auf die Intensivstation eingeliefert werden mussten. "Wir haben vielmehr ruhig agiert und sind auf keinen Fall wild aufgetreten", analysierte der Coach. Nach einer Stunde hatte Patrick Löbel zwei Chancen binnen weniger Sekunden. Erst scheiterte er aus Nahdistanz am gegnerischen Keeper, dann per Kopf an der Latte. In der 68. Minute kam der große Auftritt von Singer, der in seiner Laufbahn schon in verschiedenen Mannschaften, so auch in der Landesliga in Döbeln, die Schuhe schnürte. "Da es aus dem Spiel heraus nichts funktionierte, habe ich es eben aus der zweiten Reihe probiert", kommentierte er seinen ersten Saisontreffer. Sicherlich habe auch etwas Glück dazu gehört, "aber schießen können muss man auch", so Singer. Vor drei Jahren spielte er schon einmal in Freiberg , stand aber zuletzt für Roßwein auf dem Rasen und heuerte im Sommer wieder in der Bergstadt an.

"Es macht hier mit den Jungs einfach Spaß, Fußball zu spielen", erklärte der Torschütze seinen erneuten Wechsel nach Freiberg. Und sein Spielertrainer gab die Blumen gern zurück. "Ronny gibt seit Wochen stets alles. Jetzt hat er sich dafür endlich auch einmal mit einem Tor belohnt", erklärte Thomas. Danach schaltete Freiberg vor knapp 100zahlenden Zuschauern und zahlreichen Zaungästen, die außerhalb der Sportanlage das Geschehen aufmerksam verfolgten, nicht zurück. Vielmehr spielten die Bergstädter weiter engagiert auf Sieg. Reichlich 80 Minuten waren absolviert, als Thomas die Kugel knapp über die Querlatte jagte. Dann kam der Moment, als der Schiedsrichter die Nachspielzeit von zwei Minuten anzeigte. Freital liebäugelte mit einem Zähler. Doch Gommlich machte es dann mit Köpfchen, indem er mit der Stirn den Ball per Aufsetzer zum Endstand einnickte.

Statistik BSC: Hauswald; S. Krause, Otto, Mehner, Berger, Römmler, Fischer, Löbel, Gommlich, Singer, Thomas - Tore: 0:1 Boros (49.), 1:1 Singer (68.), 2:1 Gommlich (90.) - SR: Jautze (Dobritz) - Zu: 97

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