Technische Hürden bleiben Hauptproblem der Vereine

45 Vereinsvertreter haben an "Fit für 2021", dem Online-Meeting des Kreissportbundes Mittelsachsen, teilgenommen. Dabei wurden wieder etliche Themen mit aktuellem Bezug behandelt.

Freiberg.

Als leidenschaftlicher Box-Ringrichter hat Benjamin Kahlert seine Aufgaben auch im digitalen Raum bei "Fit für 2021" ernst genommen. Beim Online-Meeting des Kreissportbundes Mittelsachsen (KSB) vorige Woche musste der Geschäftsführer das ein oder andere Mal eingreifen und den Vereinsjuristen Stefan Wagner unterbrechen, um auf die Fragen der anwesenden Vereinsvertreter einzugehen und die Zeit einzuhalten. Dank des Einschreitens wurde die dreistündige Veranstaltung am Donnerstag nur minimal überzogen. "Alle Fragen konnten wir noch nicht beantworten, das hätte den zeitlichen Rahmen gesprengt. Aber wir werden selbstverständlich allen Unklarheiten nachgehen", verspricht Kahlert.

Auf der Agenda der Neujahrsveranstaltung, die vom Vereinsjuristen Stefan Wagner aus Dresden präsentiert wurde, standen wichtige gesetzliche Änderungen in 2021, die Vorstands- und Gremienarbeit sowie die Beschlussfassung der Mitgliederversammlung. Letzteres wurde von Wagner am ausführlichsten erläutert, da es im Hinblick auf die neue Covid-19-Gesetzgebung neue Schlupflöcher gibt. Durch die Sonderregelung, die ab dem 28. Februar bis zum 31. Dezember in Kraft tritt, sind Vereine nicht verpflichtet, eine Mitgliederversammlung abzuhalten, solange diese rechtlich nicht möglich und es für den Verein und die Mitglieder durch technische Hürden nicht zumutbar ist. "Man hat die Möglichkeit, sich als Vorstand frei zu entscheiden, ob eine Präsenz- oder virtuelle Versammlung möglich ist oder nicht. Als Alternativ gäbe es zudem noch die Option eines schriftlichen Umlaufverfahrens", erklärt Wagner.

Während des Online-Meetings hatten die Vereinsvertreter die Möglichkeit, sich über die Chatfunktion interaktiv am Vortrag zu beteiligen. Nicht nur mittelsächsische Repräsentanten lauschten dabei den Worten von Stefan Wagner. "Wir hatten auch jemanden aus Meerane und sogar einen Vertreter des Landessportbundes Berlin dabei", freute sich Kahlert über die überregionalen Gäste. Diese seien über das Bildungsportal des KSB auf die Veranstaltung aufmerksam geworden.

Die Option der digitalen Mitgliederversammlung ist in Kahlerts Augen für den Großteil der Vereine nach wie vor nicht die erste Wahl. "Ich habe das Gefühl, dass die meisten Vereine erst einmal abwarten und auf eine Präsenzveranstaltung in der zweite Jahreshälfte hoffen."

Diese Prognose bestätigt Axel Egerland, der stellvertretende Vorsitzende des SV Motor Hainichen. "Eine Online-Versammlung ist bei uns keine Option, da wir eine Reihe von Mitgliedern haben, denen die technischen Voraussetzungen dafür fehlen." Das virtuelle Meeting des KSB habe Egerland jedoch für sehr hilfreich empfunden. "Dieses Jahr stehen bei uns auch Wahlen an - und wir wissen nun, wie wir damit umgehen können."

Unabhängig von der Corona-Pandemie ist die "Fit für"-Veranstaltung, die bereits im vergangen Jahr digital stattfand, schon jetzt für das kommende Jahr eingeplant. "Das Format ist wichtig, damit die Vereine über die jährlichen neuen Regelungen auf dem Laufenden bleiben", sagt Kahlert. Der Termin für das kommende Jahr steht bereits fest - "Fit für 2022" startet am 13. Januar.

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