TSV will in Überholspur bleiben

Als einziges Team der Fußball-Mittelsachsenliga hat Großwaltersdorf/Eppendorf noch keine Punkte abgegeben. Der Erfolg hat viele Faktoren.

Großwaltersdorf/Eppendorf.

Die Fußballer des TSV Großwaltersdorf/Eppendorf werden seit reichlich einem Monat ständig verfolgt. Doch der Mittelsachsenligist hat darauf verzichtet, bei der Polizei eine Anzeige zu erstatten, obwohl die Fakten scheinbar klar auf dem Tisch liegen. Insbesondere auf dem Fußballplatz scheint die Anwesenheit der "Täterin" ständig spürbar. Gemeint ist eine fiktive Dame mit dem Namen Fortuna, die in der römischen Mythologie als Glücks- und Schicksalsgöttin präsent ist.

"Wir haben in den ersten Saisonspielen tatsächlich das Glück arg strapaziert", sagt TSV-Trainer Robert Hohlfeld. Er wisse selbst nicht so genau, warum seine Mannschaft nach vier Spieltagen mit der maximalen Punktausbeute und 12:3 Toren an der Tabellenspitze der Mittelsachsenliga steht. Als Beweis für seine These führt Hohlfeld das vergangene Punktspiel gegen Germania Mittweida II an. "Der Gegner hatte bestimmt 80 Prozent Ballbesitz, haute aber den Ball selbst aus fünf Metern an die Latte. Und wir machen aus unseren ganz wenigen Möglichkeiten sehr viel und gewinnen 2:0", sagt Hohlfeld.

Beim TSV Flöha gewann seine Truppe 4:1, doch auch dort habe Fortuna ihre Hände im Spiel gehabt. Mirko Schwoy, der einst auch die Elf aus Großwaltersdorf und Eppendorf trainierte und jetzt für Flöha verantwortlich ist, bestätigt durchaus, dass seine Mannschaft ein 4:4 hätte erreichen können. Doch den derzeitigen Erfolg des aktuellen Spitzenreiters sieht Schwoy keinesfalls als Zufall an. "Die Spieler reden auf dem Platz untereinander Klartext, aber das nimmt auch keiner übel. Denn die Truppe hat in den 90 Minuten ein gemeinsames Ziel vor Augen. Sie will Erfolg haben und drei Punkte erkämpfen", analysiert der Flöhaer Coach. Zudem würde die Mannschaft nicht nur in der Kabine, sondern auch außerhalb des Platzes eine Einheit bilden.

Großwaltersdorfs Abteilungsleiter Dirk Sarodnik sieht es ebenfalls so, dass seine Männer bei den bisherigen vier Auftritten keinesfalls vom Pech verfolgt waren, bemüht sich aber zugleich um eine nüchterne Zwischenbilanz. "Wir haben sicher gnadenlos effektiv agiert. Das zeugt aber auch davon, dass unsere Spieler über eine gewisse Abgebrühtheit verfügen", sagt er. Es scheine sich auszuzahlen, "dass unsere Spieler nicht mehr die Allerjüngsten sind".

Ein weiteres Plus sei die Konstanz. "In den vergangenen Jahren haben uns kaum Spieler verlassen. War es doch der Fall, sind sie vor allem aus Altersgründen ausgeschieden", sagt Sarodnik. Auch wenn hin und wieder ein Spieler dazu kam, blieb das Gerüst der Mannschaft unverändert, so der Chef zum Zusammenhalt innerhalb des Großwaltersdorfer Fußball-Zirkels.

Am Sonntag gastiert mit dem FSV Motor Brand-Erbisdorf eine Vertretung in Großwaltersdorf, die als Tabellenzehnter mit dem Liga-Primus sportlich nicht auf einer Wellenlänge zu funken scheint. Doch Hohlfeld mahnt: "Auch dieses Spiel geht bei 0:0 los und wir müssen erst ein Tor markieren. Wir sind gut beraten, jeden Gegner ernstzunehmen." Vor der Heimmission plagen den TSV-Coach keine Personalsorgen. "Es muss unser Ziel sein, auch endlich einmal fußballerisch zu überzeugen", fordert Hohlfeld von seinen Kickern eine deutliche Steigerung im spielerischen Bereich. Sollte sich allerdings Fortuna dem Tabellenführer erneut gewogen zeigen, hätte auch der Trainer nichts einzuwenden.

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