Tür zur WM ein Stück aufgestoßen

Motorradpilot Freddie Heinrich fährt nächstes Jahr im MotoGP-Rookies-Cup. Dabei sind bei ihm aller guten Dinge vier.

Lunzenau.

Freddie Heinrich gehört zu den Jungen, die von Kindheit an den Traum hatten, eines Tages in der Motorrad-Weltmeisterschaft zu fahren. Aus dem Traum wurde ein Ziel und diesem ist der 15-Jährige aus dem Lunzenauer Ortsteil Berthelsdorf einen großen Schritt näher gekommen. Im nächsten Jahr fährt er im Red-Bull-MotoGP-Rookies-Cup und damit im Vorzimmer der Motorrad-WM. Er wird an den gleichen Wochenenden sowie auf den gleichen Rennstrecken wie Marc Marquez, Valentino Rossi & Co. an den Start gehen - "und dann auch noch vor einer breiten Öffentlichkeit sowie den wichtigen Leuten im MotoGP-Fahrerlager", so Freddie Heinrich erfreut. "Super, dass es geklappt hat." Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen, als er für die letzte Nachwuchsserie unterhalb der Motorrad-WM nominiert wurde, so der Lunzenauer.

Gab es in der Vergangenheit stets Sichtungslehrgänge, fielen die in diesem Jahr coronabedingt aus. Dreimal hatte er sich für diese schon beworben, fiel zweimal durchs Raster und wurde im vorigen Jahr noch nicht einmal eingeladen. Dieses Jahr gehörte Heinrich aber auf Grund seiner starken Ergebnisse im neu eingeführten Northern-Talent-Cup zu den Auserwählten. Nach einem Sieg bei der Premierenveranstaltung auf dem Sachsenring und weiteren Podestplätzen reiste er als Tabellenführer zum Finale, wo er sich aber bei einem Sturz im Training verletzte und zum Zuschauen gezwungen war. Dennoch wurde er Gesamtdritter - was für seine Nominierung offenbar gut genug war.

Üblicherweise muss man im Motorradrennsport für seinen Fahrerplatz einen Obolus an die Teams entrichten. Dabei gilt, je besser das Team aufgestellt ist und je höher die Serie, desto höher die "Mitgift". Nicht so im MotoGP-Rookies-Cup, "in den man berufen wird und dann, bis auf die eigenen Reisekosten, quasi zum Nulltarif fährt", erklärt der junge Pilot aus Lunzenau. Diese Nachwuchsschule des WM-Promoters Dorna durchliefen unter anderem der Spanier Joan Mir und der Italiener Enea Bastianini, die gerade Weltmeister in den Klassen MotoGP sowie Moto2 wurden.

"Ich freue mich riesig auf die nächste Saison und bin echt glücklich und dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe", strahlt Freddie Heinrich. Gefeiert wurde jedoch nicht großartig, obwohl es auch eine große finanzielle Entlastung sei, sagt der Schüler der 9. Klasse an der Diesterweg-Oberschule in Burgstädt. "Ich habe nur mit meinen Eltern gesprochen, wie wir das alles so machen wollen. Vielleicht gibt es noch eine kleine Feier, wenn Corona vorbei ist."

Die nächste Saison betrachtet Freddie Heinrich als Lernjahr, hofft gut abzuschneiden, danach ein weiteres Jahr im Rookies-Cup fahren zu können und dann schließlich in die WM einzusteigen. Alternativ könnte er sich 2022 auch ein Jahr in der Junior-WM vorstellen, um so oder so für einen WM-Einstieg gerüstet zu sein. "Ich möchte nächstes Jahr auf jeden Fall in die Punkte fahren und Plätze zwischen 10 und 15 ansteuern", so der Youngster. "Aber die Konkurrenz wird echt stark sein, zumal einige dort schon das zweite Jahr unterwegs sind."

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