Über die Hürden erneut zu Gold

Die Mittweidaer Leichtathletin Anne Weigold ist in Köln erneut deutsche Hochschulmeisterin geworden. Dabei war ihr Start im Rheinland zunächst ungewiss.

Mittweida.

Viel Schlaf hat Anne Weigold am Wochenende nicht bekommen. "Höchstens vielleicht zwei Stunden", sagt die 21-jährige Studentin aus Mittweida. Weil sie an den vergangenen Tagen privat unterwegs war, aber dennoch einen Leichtathletik-Wettkampf bestreiten wollte, war das Programm üppig. Doch es hat sich für die Hürdensprinterin der LG Mittweida gelohnt: Am Himmelfahrtstag gewann sie bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in Köln den Titel über die 100 m Hürden - und pulverisierte dabei ihre alte Bestzeit (13,55 s) gleich doppelt.

Im Vorlauf reichten ihr 13,50Sekunden locker für den Finaleinzug und eine Stunde später setzte sie am Donnerstagabend noch einen drauf. 13,44 s bedeuteten erneut Bestleistung. "Zunächst habe ich mich dennoch über die Zeit geärgert, aber mit etwas Abstand bin ich zufrieden damit." Der kleine Ärger ist verständlich. Denn sie verpasste in Köln die DM-Norm für die diesjährige U-23-Europameisterschaft in Schweden um vier Hundertstel. "Die europäische Norm liegt bei 14,10 s. Die hätte ich also locker. Warum der Deutsche Leichtathletik-Verband die eigene so hoch ansetzt, weiß ich nicht", sagt die Mittweidaerin. Daher war ihr Trainer Michael Sperling auch zwiegespalten. "Der Titel ist super, aber die Norm wäre mir lieber gewesen. Jetzt hat sie nur noch eine Chance, diese zu knacken." Bei der deutschen U-23-Meisterschaft im hessischen Wetzlar fällt dann die Entscheidung. "Momentan hat noch keine Hürdensprinterin in Deutschland diese Norm geknackt. Die Chance auf Schweden ist also noch da", sagt Anne Weigold.

Dabei war der Start der Studentin lange ungewiss. Die Mittweidaer Hochschule hatte vergessen, sie für die deutschen Hochschulmeisterschaften zu melden. "Doch dann haben sie alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass es noch klappt", so Sperling. Der Lohn: Anne Weigold ist nun doppelte Titelträgerin bei der Hochschul-DM in diesem Jahr. Sie gewann sowohl in der Halle als auch unter freiem Himmel.

Für ihre Vereinskameradin hat es in Köln nicht ganz zu einer Medaille gereicht. Hochspringerin Stephanie Seidel verpasste es, mit 1,80 m ihre Bestleistung einzustellen. In diesem Fall wäre eine Medaille greifbar und die Norm für die deutsche Meisterschaft der Elite in Berlin erfüllt gewesen. "Die Sprünge bei 1,80 m waren sehr knapp. Sie kann es auf jeden Fall packen", so Sperling.

Diskuswerferin Sandy Uhlig muss um die Teilnahme an der diesjährigen U-20-EM bangen. Sie schleuderte die Scheibe bei den Halleschen Werfertagen zwar auf 50,80m, doch ihre direkten Kontrahentinnen packten alle neue Bestleistungen aus.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...