Überfliegerin aus Frankenberg

Petra Herrmann von der SG Vorwärts ist für die Wahl zur "Senioren-Leichtathletin des Jahres" vorgeschlagen worden. Die Aktiven des Vereins helfen auch dem Sportsgeist auf die Sprünge.

Frankenberg.

Wer die Medaillenlisten der jüngsten deutschen und europäischen Senioren-Leichtathletikwettkämpfe überfliegt, wird unweigerlich über die Namen von Lutz und Petra Herrmann stolpern. Das Ehepaar geht für die SG Vorwärts Frankenberg in zahlreichen Sprungdisziplinen an den Start. Lutz Herrmann ist Trainer und Kassenwart, seine Frau Vorstandsmitglied in dem mittelsächsischen Verein. Und seit kurzem ist Petra Herrmann auch die erste bei der SG Vorwärts, die den Sprung auf die Wahlliste des DLV zur "Senioren-Leichtathletin des Jahres" geschafft hat.

"Ich freue mich natürlich wahnsinnig für sie", sagt ihr Ehemann Lutz mit hörbarem Stolz in der Stimme. "Bei einer Senioren-EM eine Medaillen zu holen, gelingt vielleicht ein paar wenigen. Mehrere Medaillen wird schon schwerer. Aber dann noch zwei Rekorde aufstellen - klasse", kommentiert Herrmann das erfolgreiche Jahr seiner Frau.

Bei den europäischen Seniorenmeisterschaften in Venedig bedeuten 2,83 Meter in der W 60 nicht nur Platz 1, sondern sogar Europarekord. Auch die 10,31 m im Dreisprung sind eine europäische Bestmarke und brachten Herrmann ebenso Gold ein wie auch 4,48 m im Weitsprung. Bei den Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften in Halle und den Seniorenmeisterschaften in Leinefelde stand die 1959 geborene Frankenbergerin ebenfalls mehrmals ganz oben auf dem Podest. So wurde sie nicht nur von der Vereinigung European Masters Athletics auf die Vorschlagsliste zur "Europäischen Seniorensportlerin 2019" gesetzt, sondern steht auch als eine von fünf Frauen auf der 2019er Wahlliste des DLV. "Ich hab mir die Freiheit genommen und schon für meine Frau abgestimmt. Draußen rumlaufen und groß Werbung machen liegt aber nicht in unserem Naturell", sagt Lutz Herrmann und ergänzt: "Wer sich für den Sport interessiert und diese Leistung für anerkennenswert hält, wird auch so wissen, wie man das wo macht."

Der 59-Jährige meint zudem, dass ein Preis in der Kategorie "Fair Play Ost/West" vergeben werden müsste. Und hat gleich einen Kandidaten parat: "Ich finde es bemerkenswert, wie sich mein Konkurrent Alfred Achtelik für mich ins Zeug gelegt hat." Der Stabhochspringer des FC Nordkirchen wurde dieses Jahr nicht nur Senioren-Hallenweltmeister, sondern sammelte auch bei Herrmann ordentlich Pluspunkte. Der Physiotherapeut habe es dem Frankenberger ermöglicht, eine Reha in Gelsenkirchen zu machen. "Vor zwei Jahren hatte ich mir in der Schulter eine Sehne gerissen. Alfred hat mich wieder hinbekommen. Das hat ihn den Silberrang bei der Senioren-EM gekostet", sagt der SG-Trainer nicht ganz ernst. Denn wieder fit, übersprang Herrmann in Venedig 3,70 Meter - der gleichaltrige Achtelik wurde nur Dritter. "Dieses Kümmern beweist wahren Sportsgeist und zeigt, wie sehr Seniorensportler aus Ost und West inzwischen durch die Begeisterung für das gemeinsame Hobby zueinander gefunden haben."

Dass mehr Menschen zur Leichtathletik finden, dafür wollen sich die Herrmanns auch beim 29. Weihnachtsspringen der Frankenberger, das sie am 18. Dezember mit dem LAC Chemnitz ausrichten, stark machen. In der Chemnitzer Leichtathletikhalle können ab 16.30 Uhr Interessierte versuchen, mit dem Stab ihre Körperhöhe zu überspringen. "Gleichzeitig ist es für alle Sportler ein schöner Jahresabschluss." Zudem liegen Stahlstäbe aus den 50er und 60er Jahren sowie Bambusstäbe bereit, sagt Herrmann: "Damit zu springen, ist eine Herausforderung."

Bei der Wahl zur "Senioren-Leichtathletin des Jahres" ist bis zum 31. Dezember eine Abstimmung beim DLV möglich.

www.leichtathletik.de/senioren

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