"Verbände werden das durchziehen"

Ob und wie die Fußball-Saison beendet wird, steht derzeit in den Sternen. Trotz fehlender Perspektive haben die Trainer der regionalen Landesklasse-Vertreter die Hoffnung aber nicht aufgegeben.

Freiberg/Langenau/Lichtenberg.

Nach der Verlängerung der Corona-Maßnahmen und damit verbundenen Einschränkungen für die Amateurfußballer ist die Ungewissheit über den weiteren Saisonverlauf groß. Bis Ende Januar wird kein Ball rollen. Ob danach wirklich Aussicht auf Besserung besteht, wird von den Landesklasse-Kickern der Region angezweifelt, wenngleich bei deren Trainern die Hoffnung überwiegt.

Beim BSC Freiberg versuchen die Verantwortlichen das Positive in der Situation zu sehen, auch wenn das nicht einfach falle, wie Rico Thomas, Spielertrainer des Tabellenvierten, erklärt. "Immerhin hat die Pause den Vorteil, dass sich unsere Verletztenliste lichtet", so der Freiberger. Er selbst ist nach seiner Schultereckgelenksprengung wieder fit. Und auch Patrick Löbel, der mit einem Riss der Achillessehne ausgefallen war, wird zum Auftakt wieder zur Verfügung stehen - wann immer dieser stattfinden wird.

"Die fehlende Perspektive ist ein Problem", gibt Thomas zu. Vor März rechnet er nicht mit einem Neustart des Amateurfußballs. "Jeder Spieler muss für sich selbst entscheiden, was er macht. Es ist mit jedem individuell abgesprochen, welche Möglichkeiten es gibt, um die Grundfitness zu erhalten." Kontakt halten die Freiberger über Chatgruppen, was gut funktioniere, so Thomas. "Aber viel zu klären gibt es zurzeit eh nicht."

Ähnlich handhaben es auch die Langenauer Kicker, wie Trainer Matthias Zänker sagt. "Das passt. Der Kontakt dort ist rege." Er vertraut seinen Spielern, dass sie sich fit halten, vor allem im Hinblick auf den Start ins Punktspieljahr. "Die Perspektive ist mit dem Impfstoff meines Erachtens nicht so schlecht", sagt er. Zwar rechnet er nicht mit einem Anpfiff vor Ende März, aber dass die Saison zu Ende gespielt wird, zweifelt er nicht an. "Es wird Auf- und Absteiger geben, da bin ich sicher. Die Verbände werden das durchziehen."

Zänker kritisiert vor allem die geringe Vorbereitungszeit, die den Mannschaften im Fall der Wiederaufnahme des Spielbetriebs zugestanden wird. "Fünf Tage reichen nach dieser langen Pause niemals aus", so der Fortuna-Coach. "Wir reden da von zwei Trainingseinheiten. Das kann nicht funktionieren." Er rechnet mit einigen Verletzten aufgrund dieser geringen Zeitspanne. "Das wird von den Verbänden aber in Kauf genommen." Die Bedingungen seien jedoch für alle Mannschaften gleich, sodass die Langenauer mit der Entscheidung leben werden, wie Zänker betont.

Einen etwas anderen Weg hat Manuel Kluge, der Trainer des Tabellenzwölften SV Lichtenberg, eingeschlagen. "Ich habe am Anfang der Zwangspause die Mannschaft in Ruhe gelassen", blickt er zurück. "Jeder hatte seine eigenen Probleme zu klären, ob das nun Beruf oder Kinderbetreuung war." Zurzeit gebe es andere Sorgen als Hobbyfußball, auch wenn er versteht, dass die Sehnsucht groß ist. "Die Spieler sind schwierig zu motivieren, wenn die Perspektive fehlt", sagt er. "Keiner weiß, ob es nun drei oder zehn Wochen dauert." Kluge hat zuletzt telefonischen Kontakt zu jedem Spieler aufgenommen, um die Lage und Probleme zu besprechen: "Die Situation ist natürlich schwierig. Aber ich hoffe, dass wir zeitnah wieder Freude am Fußball haben und auch die sportlichen Erfolge kommen."

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