Verstärkung aus eigenen Reihen

Im vorletzten Heimspiel der Mitteldeutschen Oberliga erwarten die Handballer der HSG am Sonnabend den alten Rivalen aus Delitzsch. Auch zwei altbekannte Gesichter sind bei den Dachsen mittlerweile wieder dabei.

Freiberg.

Unter den Toptorschützen der Mitteldeutschen Handball-Oberliga taucht Martin Schettler in dieser Saison nicht auf. Natürlich nicht - denn der linke Rückraumspieler der HSG Freiberg gehört erst wieder seit fünf Partien, seit dem 27:23-Sieg gegen den Tabellenzweiten Oberlosa, zum Aufgebot von Cheftrainer Jiri Tancos.

"Es ist schön, überhaupt wieder dabei zu sein", sagt Schettler. Mehr als ein halbes Jahr hatte sich der Gahlenzer aus beruflichen Gründen eine Auszeit genommen. Schon am Ende der alten Saison konnte der Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik nur noch sporadisch trainieren. "Ich habe eine Qualifizierung zum Prüfingenieur gemacht", erklärt Martin Schettler, der dafür monatelang vor allem in der Nähe von Hamburg unterwegs war. Mittlerweile ist er ins Kfz-Sachverständigenbüro eingestiegen, das Vater Andreas im Oederaner Ortsteil Gahlenz führt.

Im Vorjahr war der 27-Jährige, der seit der C-Jugend im HSG-Trikot spielt, mit 125 Toren in 25 Partien bester Freiberger Werfer in der Oberliga. Nach seinem Comeback hat er zumindest schon wieder vier Treffer auf seinem Konto. "Ich bin athletisch sicher noch nicht wieder bei 100 Prozent, zumal ich die komplette Vorbereitung verpasst habe", sagt der Rechtshänder. Erst im Januar sei er mit drei bis vier Einheiten pro Woche wieder voll ins Training eingestiegen. In der zweiten Vertretung sammelte Schettler dann Spielpraxis, sorgte mit 24 Toren in vier Spielen mit dafür, dass die HSG II in der Verbandsliga den Anschluss ans gesicherte Mittelfeld schaffte.

Mit der Oberliga-Vertretung hat Martin Schettler nun deutlich mehr im Blick: Gegen den punktgleichen HC Burgenland (je 34:14) kämpfen die HSG-Dachse um Platz 3. "Das wäre wirklich ein Riesenerfolg."

Auch der frühere Kapitän Jens Tieken möchte mithelfen, den Bronzekurs zu halten. Auch er ist seit Februar wieder an Bord, nachdem der Rückraumspieler in der alten Saison mit Operation sowie einem Anriss des vorderen und hinteren Kreuzbandes eine ziemliche Verletzungsodyssee hingelegt hatte. Anschließend lockte dann das Abenteuer: Ein halbes Jahr lang war der Betriebswirtschaftsstudent in Australien unterwegs - weniger, um Erfahrungen fürs Studium zu sammeln, "aber fürs Leben", erzählt der 24-Jährige, der sein 9. Semester an der Bergakademie absolviert.

Im November begann Tieken wieder mit dem Training und stand wenig später schon im Aufgebot des Freiberger Verbandsliga-Teams. Insgesamt fünf Partien absolvierte er bei der HSG-Reserve, ehe er wie Martin Schettler gegen den SV Oberlosa erstmals wieder in der Oberliga auf dem Spielprotokoll stand. Viel habe sich aber gar nicht geändert, sagt Tieken und schmunzelt. "Die Mannschaft fetzt nach wie vor."

Auch Co-Trainer Andreas Tietze freut sich, dass die beiden Leistungsträger wieder dabei sind. "Das war nicht einfach, den Anschluss zu schaffen. Aber sie haben sich zurückgekämpft." Als absolute Teamspieler seien sie für die Mannschaft wichtig, zudem sorgen sie in der entscheidenden Phase sowohl in der Abwehr als auch im Angriff für Entlastung, "und sie setzen durchaus schon wieder Akzente". Aber auch für die neue Saison sei das Comeback des starken Duos wichtig, so Tietze: "Sie sind im Prinzip unseren nächsten beiden Neuzugänge."

Mitteldeutsche Oberliga 24. Spieltag - Sa., 20 Uhr: HSG Freiberg - NHV Concordia Delitzsch (Ernst-Grube-Halle)

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