Viel Edelmetall bei Regenschlacht

Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften hat die Leichtathletik- Familie Herrmann aus Frankenberg insgesamt neun Medaillen erkämpft. Die nächsten Höhepunkte warten nun in Italien.

Frankenberg/Mittweida.

Es hat schon trockenere Wettbewerbe als die Deutsche Seniorenmeisterschaft der Leichtathleten am Wochenende gegeben. "Ich habe meine Sachen dreimal wechseln müssen", erzählt Matti Herrmann von der SG Vorwärts Frankenberg. Doch in seine Tasche legte er danach nicht nur die durchnässten Sachen, sondern auch vier Goldmedaillen. Damit war er so erfolgreich wie 2018.

"Damals hatte ich nur im Hürdensprint über 400 Meter statt im Stabhochsprung Gold gewonnen", sagt der 36-jährige Familienvater. Diesmal verzichtete er allerdings auf die Hürden. "Einerseits habe ich in diesem Jahr nicht die Form dafür, andererseits stand eine halbe Stunde nach dem Hürdensprint der Weitsprung an." Und dort sprang er allen anderen davon: Mit 6,63 Metern gewann Herrmann trotz schwieriger Verhältnisse die Goldmedaille. "Es gab sehr viel Regen und vor allem drehende Winde."

Im Dreisprung waren die Bedingungen ähnlich, und der Frankenberger sprang mit 13,30 Metern ebenfalls zu Gold. "Wenn eine 13 vor dem Komma steht, ist das schon gut." Platz 1 gab es zudem über die 110 m Hürden, wo trotz Regen mit 15,38 Sekunden eine respektable Zeit stand. Und in der Kerndisziplin der Frankenberger Vorwärts-Riege, dem Stabhochsprung, siegte er mit 4,20 Metern. "Bei uns gab es eine kurze trockene Phase. Es wäre noch mehr möglich gewesen, aber ich wollte nichts riskieren."

Mit dem Stab waren auch die anderen Familienmitglieder erfolgreich. Vater Lutz Herrmann übersprang 3,50 Meter und gewann damit Gold in seiner Altersklasse. "Diese Konkurrenz war trotz der Bedingungen stark", so Matti Herrmann. Sein Vater versuchte sich noch an 3,65 m, "doch nach einem Anlauf brach er ab". Bianka Herrmann gewann mit dem Stab Silber. Bei kalten und windigen Verhältnissen schaffte die 38-Jährige 2,80 m.

Richtig in die Länge zog sich bereits am Freitag der Stabhochsprung-Wettkampf bei den Ü-60-Damen. "Dieser ging fast sechs Stunden", sagt Herrmann. Seine Mutter Petra behielt aber die Nerven und gewann mit 2,70 m Gold. Sie griff im Anschluss sogar noch den deutschen Rekord (2,82 m) dieser Altersklasse an, verpasste diesen aber. Im Weit- und Dreisprung kamen für sie noch zwei Goldmedaillen dazu. Sabine Rogge, die ebenfalls zur Riege der SG Vorwärts Frankenberg gehört, wurde in der AK W 55 beim Hammerwurf Vierte.

Für die Familie Herrmann war die Senioren-DM nur einer ihrer diesjährigen Höhepunkte, denn es folgen noch Wettbewerbe auf europäischer Ebene. Ende des Monats werden Lutz, Petra und Bianka Herrmann bei den European Master Games in Turin starten. Im September geht es für Petra, Lutz und Matti Herrmann dann zur Senioren-EM nach Venedig.

Speerwerfer Mario Lohmann von der LG Mittweida holte eine weitere Goldmedaille nach Mittelsachsen. Er gewann mit 61,07 m in seiner Altersklasse M 35. Mit Dominik Lewin vom LV 90 Erzgebirge hatte er hier allerdings nur einen Kontrahenten, sodass ihm vor dem Wettkampf Silber schon sicher war.

Unverwüstlich zeigte sich einmal mehr Manfred Kunze vom SVMotor Hainichen. In seiner Altersklasse M 85 reichte es für den Leichtathlet-Veteran allerdings nicht zu Edelmetall. Mit dem Speer wurde er Fünfter (12,52 m), mit dem Diskus (11,27 m) Siebter und im Kugelstoßen mit 4,82 m Sechster. Im Dreisprung der Altersklasse M 50 verpasste Ingo Wolf vom Freiberger PSV mit 10,04 m als Fünfter klar eine Medaille.

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