Viele Tore und viel Farbe im Spiel

Im Spitzenspiel der Fußball-Mittelsachsenliga haben sich der TSV Langhennersdorf und der TSV Großwaltersdorf/Eppendorf 3:3 getrennt. Die Gäste büßten damit ihre Tabellenführung ein.

Langhennersdorf.

Alle Zuschauer, die erwartet hatten, dass sie beim Spitzenspiel des 8. Spieltages der Mittelsachsenliga zwischen dem Tabellendritten TSV Langhennersdorf und Spitzenreiter TSV Großwaltersdorf/Eppendorf Fußball aus dem Exquisit geboten bekommen, waren auf dem falschen Weg. Aber auch wenn aus fußballtechnischer Sicht keine Höchstnoten vergeben werden konnten - der Unterhaltungswert der 90 Minuten war dennoch groß. Die knapp 150 Zuschauer erlebten eine Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten, jeweils eine rote Karte kassierten und sich am Ende 3:3 (0:1) trennten.

Für die Gäste hatte die Punkteteilung tabellarische Folgen: Großwaltersdorf/Eppendorf musste die Gesamtführung an Fortuna Langenau abgeben. Beide Teams haben jetzt je 18 Punkte. Langhennersdorf (16) bleibt Dritter.

Beide Seiten begannen taktisch diszipliniert, rührten aber in der Abwehr keinen Beton an und unternahmen erste zarte Versuche, sich dem gegnerischen Strafraum anzunähern. Allerdings mussten die Statistiker in den ersten 20 Minuten die Stifte nicht in die Hand nehmen, um klare Möglichkeiten zu notieren. Einen ersten kleinen Aufreger gab es nach einer halben Stunde, als der Langhennersdorfer Nico Kindler erst aus Nahdistanz den Ball nicht unterbrachte und kurz darauf am Gästetorwart scheiterte. Plötzlich tauchte Großwaltersdorf in Person von David Krauße zweimal gefährlich im Langhennersdorfer Strafraum auf: Erst rettete Torwart Patrick Kaulbars, dann der Pfosten.

Danach erbrachte Kaulbars einen weiteren Leistungsnachweis, als er einen Schuss von Marc Meyer stark zur Ecke klärte. Dann war der Langhennersdorfer Keeper aber doch geschlagen: Oliver Petermann zog von der Strafraumgrenze ab, wobei das Spielgerät noch abgefälscht wurde - 0:1 (39.). Damit ging es in die Kabine.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erkämpfte sich Großwaltersdorf mehr Spielanteile, ohne die Platzherren vor unlösbare Probleme zu stellen. Ein Freistoß für Langhennersdorf brachte noch keine echte Gefahr. Dann fasste sich Kindler aus der Distanz ein Herz, traf die Kugel optimal und besorgte das 1:1 (61.). Die Freude hielt aber nicht lange. In der 70. Minute zeigte sich Robin Lenke hellwach und brachte die Gäste erneut in Front.

Bunt wurde es in der Schlussphase: Ein Foul war der Ausgangspunkt für eine Rudelbildung. Selbst eine Sonderkommission des Bundeskriminalamtes hätte die Situation wohl nicht auflösen können. Denn nach Aussage beider Seiten hatten bei eigener Unschuld jeweils die anderen etwas auf dem Kerbholz. Schiedsrichter Torsten Schneider entschied sich dafür, mit Robin Lenke und Alexander Benzing pro Team je einem Akteur den roten Karton zu zeigen. Zunächst schienen die Gastgeber davon zu profitieren. Sie drehten nach Toren von Tobias Tuchscherer und Toni Neumann (84., 87.) das Spiel. Doch in der Schlussminute stellte dann der Großwaltersdorfer Kapitän Martin Richter den 3:3-Endstand her.

"Wir haben den Punkt vielleicht mehr verdient als der Gegner. Mein Team hat vor allem in der 2. Halbzeit kämpferisch überzeugt. Jetzt bleiben wir oben dran", sagte der Langhennersdorfer Trainer Rudi Lassen. Sein Gegenüber konnte am Ende mit dem 3:3 leben. "Wir hatten aber bei eigener Führung die Möglichkeit, das Spiel vorher zu entscheiden", sagte Robert Hohlfeld. Leider sei durch die Entscheidung, zweimal "Rot" zu zeigen, unnötig Hektik ins Spiel gekommen, erklärte der Großwaltersdorfer Coach.

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