Vom Berliner Olympiastadion auf die DM-Bahn nach Bochum

Bei der deutschen Jugend- Meisterschaft nehmen drei Mittweidaer Leichtathleten ihre Bestleistungen ins Visier. Zur Vorbereitung gab es Anschauungsunterricht bei der EM.

Mittweida.

Unter den vielen jungen Leichtathleten, die ab morgen bis zum Sonntag die Wettkampfstätte zur Deutschen Meisterschaft der Altersklasse U16 in Bochum-Wattenscheid betreten, werden mit Jara Graf und Jessica Vasold auch zwei Sportlerinnen des LV Mittweida sein. Und das sicherlich mit ordentlich Aufregung im Bauch. "Für Jara im Kugelstoßen und Jessica im Diskuswerfen ist es die erste Einzelmeisterschaft auf höchster nationaler Ebene", sagt ihr Trainer Michael Sperling. Wegen dieses Debüts seien beide schon ein klein wenig nervös. "Trotzdem wäre es schön, wenn sie so nah wie möglich an ihre persönliche Bestweiten herankommen können", hofft Sperling.

Ergänzt wird das Werferduo dabei von Tim Lange. Die Chancen auf einen Platz unter den ersten Acht über die 3000 Meter stehen nicht schlecht für den jungen Läufer des TSV Fortschritt Mittweida. "Er hat in den Sommerferien viel trainiert. Als Läufer geht das ja auch problemlos, egal wo du gerade bist", sagt Michael Sperling. "Außerdem kannst du eine kleine Schwächephase im Wettkampf eine Runde später auch oft noch aufholen." In den Wurfdisziplinen müsse bei jedem der drei Versuche alles passen - bei Konzentration, Bewegung und Kraft.

Deswegen sei es auch etwas schade, dass er durch die Urlaubszeit nicht ganz so oft mit Jessica und Jara für ein gemeinsames Training zusammengefunden habe, sagt Sperling. Nach jedem Wurfversuch sei eine umgehende Einschätzung des Trainers für den Athleten immens hilfreich. Da beide Mädchen pro Woche auf gerade mal auf 100 bis 150 Trainingswürfe kommen, sei bei ihren Mitteln schon die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften eine kleine Auszeichnung. "Die Weltspitze kommt pro Woche auf über 1000 Würfe. Aber zumindest haben wir die uns ja jetzt mal angeschaut", sagt der Trainer.

Sperling hatte Jessica Vasold und ihre Eltern zu den Leichtathletik-Europameisterschaften nach Berlin begleitet und sich dort gemeinsam die Diskus-Qualifikation der Damen und das Finale der Herren angeschaut. "Dort haben wir gesehen, wie sehr es in den Wurfdisziplinen auf die Tagesform ankommt. Wenn alles passt, ist da schnell eine Überraschung drin", sagt der Mittweidaer Trainer. Für Jessica sei interessant gewesen zu sehen, wie auch die "Großen" mit der Sechs-Viertel-Drehung den Diskus aus dem Kreis schleudern.

Am Sonntag wird sich zeigen, wie gut die Lehrstunde im Berliner Olympiastadion war. "Wenn Jessica an die 34 Meter kommt, wäre das eine tolle Sache", sagt Sperling. Und auch für Kugelstoßerin Jara Graf sei die persönliche Bestweite (12,92 m) im Bereich des Möglichen.

Tim Lange startet bereits morgen zum 3000-m-Lauf und möchte an seine bisher erreichten 9:43,10 Minuten heranlaufen. Dass die hohen Temperaturen für seine Schützlinge zum Problem werden könnten, erwartet Sperling nicht: "Kälte ist für Werfer eher ein Problem. Die Muskeln müssen aufgewärmt sein. Die Hitze kann aber die Konzentration beeinflussen."

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