Vorjahresvize ist der Gejagte

Nach einer Zwangspause von 273 Tagen gehen die Fußballer der Mittelsachsenliga wieder auf Torejagd und kämpfen um Punkte.

Flöha.

Das Warten hat endlich ein Ende: Am Wochenende beginnt auf den Fußballplätzen Mittelsachsens wieder der Ligaspielbetrieb, zugleich endet damit auch die Zwangspause für die Kicker der Region. Zuletzt hatten sie Anfang Dezember des vergangenen Jahres um Punkte gekämpft - die 273 Tage ruhte auch im Kreisverband Fußball Mittelsachsen der Punktspielbetrieb.

Wie lange sich die Zuschauer an den Darbietungen der Kicker freuen können, müsse man jedoch abwarten, erklärt der Präsident des Kreisverbandes, Andreas Schramm. "Keiner kann in die Zukunft schauen und sagen, was künftig passiert", so Schramm. Doch der 40-Jährige ist sich sicher: "Wenn sich alle an die vorgegebenen Regelungen und Empfehlungen halten, werden wir gut durch die Saison kommen." In erster Linie freuen sich alle nun darauf, dass es endlich wieder losgeht. "Wir haben lange darauf gewartet", sagt Schramm. "Und auch die Vereine sind sicherlich froh, dass ab jetzt alles wieder geregelt abläuft."

Mit einer sportlichen Einschätzung tut sich der Verbandspräsident schwer - nicht nur, weil er aufgrund seiner Position zu einer gewissen Neutralität verpflichtet ist. "Man muss abwarten, wie die einzelnen Vereine die lange Corona-Phase überstanden haben", erklärt der Funktionär aus Frankenberg. Der Spielfluss werde aufgrund der langen Pause vielleicht erst einmal etwas stocken. "Und sicher erleben wir auch die eine oder andere Überraschung."

In erster Linie sieht Schramm jedoch die üblichen Verdächtigen vorn. Neben dem TSV Langhennersdorf, dem Vorjahreszweiten, rechnet Schramm auch dem TSV Flöha und dem TSV Großwaltersdorf/Eppendorf Chancen auf eine Platzierung im vorderen Bereich ein. "Und natürlich sind wir gespannt darauf, wie sich die Aufsteiger aus Siebenlehn und Auerswalde schlagen werden." Doch nicht nur auf dem Platz geht es voran, auch daneben wolle man zurück zur Normalität, so der Kreisverbandschef. "Wir versuchen jetzt vieles, was coronabedingt liegen geblieben ist, wieder ins Rollen zu bringen." Das gelte unter anderem für Schiedsrichter-Lehrabende.

Beim TSV Langhennersdorf kann man den Saisonstart kaum erwarten. Für viele gilt der Herbstmeister der vergangenen Spielzeit diesmal als großer Favorit auf den Titel. Eine Rolle, die Trainer Rudi Lassen und seine Mannschaft annehmen. "Es wird nicht einfach, weil uns viele Teams auf dem Zettel haben", so der Übungsleiter. "Aber unser Ziel ist klar: wir wollen die Platzierung vom Vorjahr mindestens wiederholen."

Allerdings sei die Liga noch etwas ausgeglichener als im Vorjahr. "Ein bisschen Glück werden wir definitiv auch brauchen", sagt Lassen, der auch den Teams aus Flöha, Großwaltersdorf/Eppendorf, Oederan und Frankenberg gute Chancen auf die Spitze einräumt.

Bei Barkas Frankenberg freut sich André Rother auf den Saisonstart. "Wir sind gespannt, wohin für uns die Reise geht", sagt der neue Übungsleiter, der in dieser Saison gemeinsam mit David Tuschy ein Gespann an der Seitenlinie bildet. "Aber prinzipiell hätte ich nichts dagegen, wenn wir das Auftaktspiel wieder mit 5:4 gewinnen." Im vergangenen Jahr siegten die Frankenberger zum Start beim späteren Landesklasse-Aufsteiger Fortuna Langenau mit diesem Ergebnis. "Inzwischen sind wir auf einen guten Weg und haben zuletzt gegen gute Kreisoberligisten aus anderen Regionen überzeugt." Auch die Abwehr sieht Rother gegenüber der Vorsaison eingespielter und gefestigter. "Daher denke ich, dass wir wieder auf Platz 6 oder 7 einkommen können."

Etwas kleinere Brötchen werden beim FSV Motor Brand-Erbisdorf gebacken. "Unser Ziel ist ein gesicherter Platz im Mittelfeld", erklärt Trainer Steffen Teichert. Die Vorbereitung sei nicht optimal verlaufen, zudem fehlen zum Auftakt gegen den Oederaner SC vier Stammkräfte wegen Urlaub. "Aber da müssen sich andere präsentieren", so der Coach des Vorjahreszwölften, der die Liga als kleine Zweiklassengesellschaft sieht: "Die eine Hälfte wird nach oben schielen, die andere will so schnell wie möglich Abstand zu den Abstiegsrängen gewinnen."

Beim SV Geringswalde/Schweikershain, zuletzt Elfter, blickt Trainer Kevin Müller zuversichtlich auf die Spielzeit. "Unsere jungen Spieler müssen sich noch an das Niveau gewöhnen, haben in den Testspielen aber phasenweise schon gute Ansätze gezeigt."

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.