Weihnachtszeit gleich Leidenszeit

Die Sachsenliga-Fußballer von Germania Mittweida haben die SG Motor Wilsdruff vor der Brust. Das Spiel gegen das Schlusslicht weckt beim SV-Trainer schlechte Erinnerungen.

Mittweida.

Wenn man das Geschichtsbuch der Sachsenliga aufblättert und ein Jahr zurückblickt, sind viele Parallelen zur derzeitigen Situation zu erkennen. Kurz vor Weihnachten bestritten die Kicker des SV Germania Mittweida ihr vorletztes Spiel vor der Winterpause gegen das Tabellenschlusslicht, den VfB Empor Glauchau. Zu diesem Zeitpunkt waren die Mittweidaer ebenfalls nicht in Bestform und verloren die Heimpartie mit 0:2. Germania-Trainer Uwe Schneider ist deswegen ein wenig mulmig, da mit der SG Motor Wilsdruff nun wieder der Tabellenletzte zum Stadion am Schwanenteich anreist. Aber selbst die Abergläubigen können aus der Vergangenheit Mut schöpfen: Trotz der Niederlage holten die Mittweidaer am Ende der Saison 41Punkte und schafften den Sprung von den Abstiegsrängen. Die Glauchauer dagegen mussten den Weg in die Landesklasse antreten.

"Ich habe mit der Mannschaft schon viele Hochwasser überstanden und bin zuversichtlich, dass wir auch diese kritische Situation überstehen", sagt Schneider. Sein Team hat seit Ende Oktober alle Spiele verloren. Trotzdem will der Coach die Ruhe behalten und stellt sich hinter seine Mannschaft. "Selbst wenn wir mal fünf bis sechs Wochen keinen Erfolg haben, hat der Fußball in Mittweida immer noch Rang und Namen." Man dürfe nicht vergessen, dass das Jahr trotzdem sehr erfolgreich verlaufen sei, so der Germania-Coach. Bei der aktuellen Durststrecke macht er seiner Truppe keinen Vorwurf: "Das ist ein ganz normaler Entwicklungsprozess."

Gegen die Motor Wilsdruff (16.Platz/6 Punkte) muss Mittweida (7./20) jedoch wieder an alte Leistungen anknüpfen, um etwas Zählbares mitzunehmen. "Es spricht derzeit allerdings nicht viel für uns", sagt Schneider. Neben den Verletzten Markus Pietsch, Philipp Rauthe und Tobias Grau sind nun auch Franz Weinert und Christian Kuhl im Training umgeknickt. "Bei Christian könnte es mit etwas Glück noch für einen Einsatz reichen, das wird das Abschlusstraining zeigen", sagt der Germania-Trainer. Die Wilsdruffer hätten zuletzt sogar beinahe den zweiten Saisonsieg eingefahren. Gegen den Tabellenzweiten FSV Neusalza-Spremberg kassierte der Aufsteiger erst in der 94. Minute den Ausgleich. "Die werden mit Wut im Bauch anreisen", ist sich Schneider sicher. Über einen Punktgewinn würde sich der Trainer schon freuen. Dazu müsse die Mannschaft sich im Vergleich zur Vorwoche aber um 100 Prozent steigern.

Für fast alle Vereine der Sachsenliga ist es das letzte Spiel, bevor die Hallensaison beginnt. Die Mittweidaer Kicker müssen aber auch eine Woche später nochmals zu einem Nachholspiel gegen Radebeul antreten. Dabei sehnt Uwe Schneider die Winterpause herbei. "Mit der aktuellen Personalsituation wäre es besser schon nach dem kommenden Wochenende verschnaufen zu können. Aber daran können wir jetzt nichts ändern." Um die Vorweihnachtszeit noch besinnlich zu gestalten, brauche es in Schneiders Augen aber nicht unbedingt Siege. "Wenn die Mannschaft meine Vorgaben umsetzt und das Ergebnis nicht stimmt, ist das halt so. Dann brauchen wir uns trotzdem nichts vorzuwerfen."

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