Weiter Wurf ist Gold wert

Leichtathletin Sandy Uhlig von der LG Mittweida hat bei der deutschen Jugendmeisterschaft in der Halle den Titel mit dem Diskus geholt. Die nächsten Ziele werfen bereits ihre Schatten voraus.

Mittweida.

Mit Schmuck um den Hals herum hält es Sandy Uhlig nicht unbedingt. "Doch wenn mir eine Medaille umgehängt wird, macht das schon Eindruck", sagt die Leichtathletin der LG Mittweida schmunzelnd. Am Sonntagnachmittag schimmerte diese Medaille sogar in Gold. Im Diskuswerfen holte sie bei den Deutschen U-20-Hallenmeisterschaften im schwäbischen Sindelfingen für viele überraschend den Titel.

"Ich bin aus der Euphorie noch gar nicht rausgekommen", sagt Uhlig, die am Montag im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres beim Kreissportbund Mittelsachsen schon wieder im Büro saß. "Die Glücksgefühle habe ich bis dahin mitgenommen und alle haben mir gratuliert." In Sindelfingen warf sie den Diskus im fünften Versuch auf 52,26 Meter. Sie steigerte damit ihre persönliche Bestleistung - die alte lag bei 48,72 m - um mehr als dreieinhalb Meter und übernahm die Führung, die bis zum Ende hielt. "Und dabei habe ich zunächst gebangt, dass der Diskus nicht außerhalb des Sektors landet", sagt die 18-Jährige. "Doch er blieb drin und nachdem die Weite verkündet wurde, konnte ich es nicht glauben." Für sie ist es die insgesamt fünfte DM-Medaille, davon die erste in Gold.

Da die Ergebnisse vom Winterwurf in Sindelfingen für die Freiluft-Saison gewertet werden, darf sich die Mittweidaerin bereits auf das Berliner Olympiastadion freuen. "Die Norm für die Deutschen Freiluftmeisterschaften, die bei 50 Metern liegen, hat sie damit erfüllt", sagt ihr Trainer Michael Sperling. Die DM der Elite findet im August in Berlin statt. Glatte 50 Meter sind in diesem Jahr auch die Norm für die Junioren-Europameisterschaft, die im Juli im schwedischen Boras ausgetragen wird. Doch hier sind die Kriterien für eine Nominierung härter. "Der Qualifikationszeitraum dafür beginnt erst am 1. April", sagt Sandy Uhlig. Nun heißt es für sie vor allem, über das Frühjahr konstant um die 50 Meter zu werfen, um weiter im engeren nationalen Kreis der Diskuswerferinnen ihrer Altersklasse zu bleiben. "Am Wochenende haben schon drei Athletinnen über 50Meter geworfen. Daran erkennt man, wie eng es ist", sagt Michael Sperling. Durch ihren großen Wurf verdrängte Sandy Uhlig noch Leia Braunagel aus Baden-Baden, die bei der U-18-WM in Nairobi 2017 Silber gewann, auf Platz 2. Dort wurde Uhlig vor zwei Jahren Sechste, doch der Erfolg vom Sonntag hat für sie doch etwas mehr Gewicht. "Weil der Überraschungseffekt einfach groß war", sagt sie. "Aber in Nairobi waren die Zuschauer Weltklasse, in Sindelfingen habe ich nur auf einer einsamen Wiese geworfen."

Der nationalen Konkurrenz habe sie vor allem gezeigt, dass weiter mit ihr zu rechnen ist. "Sandy ist ja aus dem Bundeskader herausgefallen, weil sie in Mittweida angeblich keine Perspektive hat", sagt Sperling. Insofern sei der Erfolg vom Sonntag ein kleiner Fingerzeig gewesen. "Sicherlich war die Saison bisher nicht gut. Aber sie vertraut mir und wir haben an kleinen Stellschrauben bei der Technik gedreht."

Was angesichts des Erfolgs mit dem Diskus fast untergeht, ist ihr 8.Platz im Kugelstoßen einen Tag zuvor. "Hier durfte ich bei der Siegerehrung schon einmal dabei sein und die Atmosphäre im Glaspalast genießen", sagt sie. Mit 13,93 Metern verbesserte sie auch in dieser Disziplin ihre persönliche Bestleistung um 37Zentimeter.

Beim Kreissportbund ist sie im Rahmen ihres FSJ bis Ende August dabei. "Die Arbeit macht sehr viel Spaß und ich besuche demnächst mit meinem eigenen Projekt einige Schulen, um den Kindern in Workshops die Arbeit von Ehrenamtlichen näherzubringen", sagt sie. "Da ich aus dem Vereinsleben komme, liegt mir das gut." Im Herbst peilt sie dann ein Studium an. "Vielleicht so in Richtung Sportmanagement."

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