"Wir sind in der Findungsphase"

Fußball: Der neue Frankenberger Trainer Christian Schulze trifft am Sonntag auf seinen alten Verein

Frankenberg.

Die Fußballer des SV Barkas sind mit dem 5:4-Auswärtssieg bei Fortuna Langenau die Überraschung des 1. Spieltags in der Mittelsachsen gewesen. Für deren Trainer Christian Schulze stehen nun zwei Spiele gegen seine Ex-Vereine an. Robin Seidler sprach mit dem 40-Jährigen über den Umbruch im Hammertal.

Freie Presse: Herr Schulze, gleich im ersten Pflichtspiel ließen Sie mit Ihrem jungen Team in Langenau aufhorchen. War mit diesem Erfolg beim Dritten der Vorsaison zu rechnen?

Christian Schulze: In keiner Weise. Wir sind in der Findungsphase. Der Vorteil für uns lag vielleicht darin, dass wir uns für diese Saison keine Platzierung als Ziel gesetzt hatten und die Jungs dadurch keinen Druck haben.

Die Unbekümmertheit ihrer Nachwuchsfußballer, die zu den Männern gestoßen sind, könnte sich also als Gewinn herausstellen?

Gut möglich. Ich war in Langenau schon sehr überrascht, wie sie die Nervosität weggesteckt haben und welche Ruhe sie am Ball hatten.

Und als Torschützen waren einige auch erfolgreich...

Das stimmt, den Großteil der fünf Treffer haben unsere jungen Spieler erzielt. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn sie in das kalte Wasser geworfen werden. Die Jungs wachsen mit ihren Aufgaben.

Der Sieg in Langenau war ein Fingerzeig an die Liga. Glauben Sie, dass Sie mit Barkas in dieser Saison in etwas ruhigerem Fahrwasser unterwegs sind?

Das kann ich nach einem Spieltag noch nicht einschätzen. Auf jeden Fall wollen wir dem Abstieg etwas deutlicher entgehen als in der vergangenen Saison.

In der Vorsaison waren Sie noch Trainer beim Hainichener FV und sind mit dem Team als Meister der Mittelsachsenklasse aufgestiegen. Am Sonntag kommt es schon zum Duell mit ihrem Ex-Klub. Ist die Anspannung da noch größer?

Ich war drei Jahre in Hainichen , bin dankbar, dass ich mich dort entwickeln durfte und kenne die meisten im Verein gut. Aber ich finde, dass man sich als Trainer vor solchen Partien etwas zurückhalten sollte. Für die Jungs ist es ein Derby. Sie sollen es sportlich auf dem Platz austragen. Am vergangenen Sonntag haben wir uns zum erfolgreichen Saisonstart am Telefon gegenseitig gratuliert.

Aber es hilft doch schon ein wenig, wenn man den Gegner so gut kennt wie Sie, oder?

Es ist prinzipiell kein Nachteil, hat aber mit dem Ausgang des Spiels nichts zu tun.

Nach Hainichen geht es für Barkas zum Oederaner SC, ihrem Heimatverein.

Richtig, ich habe dort 17 Jahre gespielt. Vielleicht können wir auch dort etwas Zählbares mitnehmen, aber auch das wird gegen die erfahrenen OSC-Spieler schwer.

War die Entfernung von Ihrem Wohnort Oederan entscheidend für die Wahl der nächsten Trainerstation?

Auf jeden Fall. Es sollte für das Pendeln nicht zu viel Zeit verloren gehen, schließlich darf das Private nicht zu kurz kommen.

Sie sagten einst, dass Sie auch Angebote höherklassiger Mannschaften wie Ifa Chemnitz oder Klaffenbach hatten. Warum wurde es letztlich Barkas?

Einerseits wegen der Entfernung. Andererseits finde ich das Projekt, hier einen Umbruch einzuleiten, sehr spannend. Eine fertige Mannschaft kann jeder Trainer übernehmen, aber ich entwickele Spieler gern weiter und freue mich, dass die Zusammenarbeit mit Trainerteam und Vorstand in Frankenberg so gut läuft.

Für welche Spielphilosophie stehen Sie?

Schon für den modernen Fußball mit viel Ballbesitz. Allerdings nicht starr an Positionen gebunden. Der eine oder andere Freigeist muss im Team schon dabei sein.

Mit den Ex-Profis Steffen Kellig und Mike Baumann stehen noch ältere Spieler parat...

Richtig. Wir hatten im Vorfeld gute Gespräche und ich bin froh, dass sie mit an Bord sind. Wir haben eine Vereinbarung getroffen, wonach beide zu jeder Zeit kürzertreten können.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...