"Wir wissen, woher wir kommen"

Fußball: Trainer Uwe Schneider geht in Mittweida in seine neunte Saison - doch sein Kapitän ist von Bord

Mittweida.

In diesen Tagen schwört Uwe Schneider seine Landesliga-Kicker von Germania Mittweida im Trainingslager auf die neue Saison ein. Robin Seidler sprach mit dem 58-Jährigen vor dem ersten Testspiel am Samstag.

Freie Presse: Herr Schneider, Sie sind am Dienstag aus dem Urlaub zurückgekommen. Sind die Akkus wieder aufgeladen?

Uwe Schneider: Das sind sie. Die zehn Tage auf Kos in Griechenland haben gutgetan und nun kann es wieder losgehen.

Konnten Sie in der Ägäis die vergangene Saison noch einmal Revue passieren lassen?

Natürlich. Und dass wir am Ende so souverän die Klasse halten, hätte sicherlich niemand erwartet.

Dabei sah es zur Winterpause, als Ihr Team auf dem vorletzten Platz stand, gar nicht gut aus.

Ich war zu Weihnachten nicht unzufrieden, aber den ein oder anderen Punkt haben wir in der Hinrunde schon liegenlassen.

Was sind die Gründe für die so erfolgreiche Rückrunde?

Die Jungs sind mit einem ganz anderen Selbstvertrauen in die Spiele gegangen und haben ihren Respekt abgelegt. Das lag natürlich auch an unserem Torwart Maik Ebersbach, der dem ganzen Team den Rücken gestärkt hat. Auch unser zweiter Neuzugang, Franz Weinert aus Geringswalde, hat sich mit seinen 19 Jahren sofort einen Stammplatz erkämpft. Die Mannschaft hat nochmals einen großen Sprung gemacht und auf die Unruhe, die es im Verein gegeben hat, mit sehr guten sportlichen Leistungen geantwortet.

Zum Saisonende wurden einige Spieler verabschiedet. Was verbinden Sie mit diesen Männern?

Ohne sie wären wir heute nicht da, wo wir sind. Sie waren maßgeblich daran beteiligt, dass wir aus dem Mittelfeld der Kreisoberliga bis in die Landesliga gekommen sind. Sie waren nicht nur sportlich, sondern vor allem menschlich top. Leider hat sich unser langjähriger Kapitän Silvio Grötzsch auch entschlossen, aufzuhören.

Sie konnten ihn nicht für eine weitere Saison überreden?

Nein. Ich habe alles versucht. Aber es ist verständlich. Er wird 36 Jahre und hatte zuletzt nach jedem Spiel Schmerzen. Es wird zunächst ungewohnt sein ohne ihn, vor allem nach seiner tollen Rückrunde.

Wer aus dem Team kann in seine Rolle wachsen?

Eins zu eins geht das nicht. Wir müssen das als Mannschaft lösen.

Dabei sollen sicherlich auch die Neuzugänge helfen...

Auf jeden Fall. Mit Roy Blankenburg bekommen wir einen erfahrenen Spieler, der weiß, wo das Tor steht. Er kam zuletzt in der Oberliga in Hohenstein-Ernstthal nur noch zu Kurzeinsätzen und wollte sich noch einmal verändern. Und mit Tobias Heinrich bekomme ich aus der U 19 des Chemnitzer FC endlich einen Linksfuß ins Team. Bei ihm müssen wir abwarten. Er hat schon oft bei uns trainiert, aber zuletzt wenig in Chemnitz gespielt. Und als dritten Neuzugang werte ich Kevin Frieden. Wir warten nach seinem Mittelfußbruch sehnlichst auf seine Rückkehr.

Ist die Kaderplanung damit abgeschlossen?

Generell hätten wir noch Plätze. Spieler aus der Region, die sich die Landesliga zutrauen, können gern vorbeischauen.

Was ist das Saisonziel?

Das kann nur Klassenerhalt lauten. Die zweite Saison nach dem Aufstieg ist die schwerste. Das zeigen die Beispiele Döbelner SC und BSC Freiberg. Wir wissen, woher wir kommen und wollen unseren Weg weitergehen. Die Mannschaft hat noch Entwicklungspotenzial.

Am Donnerstag ging es wieder in die Dresdener Heide ins Trainingslager. Auf was dürfen sich die Spieler "freuen"?

Tatsächlich auf einen kleinen Umtrunk am ersten Abend auf dem Balkon des Trainers. Und der Balkon ist groß. Danach geht es an die Grundlagenausdauer. Wir haben in der Endphase der vergangenen Saison kaum noch trainiert, fangen daher wieder behutsam an. Bei einigen Läufen werden wir die Dresdener Heide erkunden und am Samstag testen wir gegen den SV Klinga-Ammelshain.

Ein Kreisoberligist aus dem Muldental, der sogar Aufsteiger ist.

Richtig, ich kenne den Trainer Enrico Ueberschär sehr gut. Er war sogar noch mein Spieler in Rochlitz. Für sie ist es eine tolle Sache, gegen uns zu spielen.

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