Zähe Duelle in der Lehmgrube

Bei der Sachsenmeisterschaft in Hainichen sind rund 150 Motocrosser an den Start gegangen. Bei den Gastgebern drehte aber nur einer am Gasgriff.

Hainichen.

Grundsätzlich gehört es sich nicht, sich über die Arbeitslosigkeit anderer Personen zu freuen. Henri Beyer vom gastgebenden MSV Hainichen hat es dennoch getan und erntete dafür auch noch Beifall. "Ja, ich bin sehr glücklich darüber, dass zu unseren Läufen zur Sachsenmeisterschaft sowie der Meisterschaft der neuen Bundesländer im Motocross der Notarzt an der Strecke völlig beschäftigungslos war. Wir haben die Veranstaltung ohne nennenswerte Unfälle und schwere Verletzungen über die Bühne gebracht", sagte er.

Und dabei ging es auf der Strecke alles andere als ruhig zu. In den einzelnen Klassen schoben rund 150 Fahrer ihre Maschinen an den Start. "Das war schon eine richtige Hausnummer", sagte Beyer. Die Fahnen des MSV Hainichen hielt dabei Nachwuchsfahrer Tim Engelmann hoch. Er sicherte sich im stark besetzten Feld der 65-Kubikzentimeter-Klasse einen Mittelfeldplatz. "Tim hat sein Talent schon vor zwei Jahren gezeigt, als er bei den Fünfzig -Kubikern Sachsenmeister wurde. Jetzt fährt er das erste Jahr in der etwas größeren Klasse", berichtete Beyer. Dass der junge Pilot den Weg zum Motorsport gefunden hat, sei keine Überraschung. Vielmehr ist er durch seinen Vater vorbelastet.

Dass keine weiteren Mitglieder des gastgebenden Vereins in den Startlisten zu finden waren, hatte einen einfachen Grund. "Wir haben bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung jede helfende Hand gebraucht. Ich schätze, dass rund 40 Leute auf den Beinen waren, um für einen gesicherten Ablauf zu sorgen", rechnete der langjährige Vereinschef vor.

Zunächst war aber lange Zeit gar nicht klar, ob in der Lehmgrube überhaupt an den Gasgriffen gedreht werden durfte. Denn die Trockenheit und Hitze hatte in den vergangenen Wochen auch in Hainichen ihre Spuren hinterlassen. "Dann hat uns das Landratsamt Mittelsachsen, mit dem wir gut zusammen gearbeitet haben, eine Genehmigung - allerdings mit klaren Auflagen - erteilt. So war zum Beispiel das Grillen und der Umgang mit offenem Feuer strengstens untersagt", berichtete Beyer. Es wurden regelmäßige Kontrollen durchgeführt, doch alle Piloten hätten sich an die Vorgaben gehalten. Die nächsten Meisterschaftsläufe werden nächste Woche in Jauer ausgetragen.

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