Zieleinlauf bei Sonnenuntergang

Zum zweiten Mal nimmt der Freiberger Triathlet Alexander Henker am legendären Ironman auf Hawaii teil. Dabei hat er sich ein klares Ziel gesetzt.

Freiberg.

Die große Reise hat begonnen: Am gestrigen Tag der Deutschen Einheit ist der Freiberger Triathlet Alexander Henker nach Hawaii aufgebrochen, um dort am legendären Ironman teilzunehmen. Am 13. Oktober findet die Weltmeisterschaft über die Langdistanz im US-Bundesstaat im Pazifik statt.

Für Henker, der seit 33 Jahren Triathlon-Wettkämpfe bestreitet, ist es nicht der erste Start beim bekanntesten Triathlon der Welt. Bereits 2011 nahm der langjährige Vorsitzende des TSV 92 Freiberg die Strecke bestehend aus 3,8 Kilometern Schwimmen im Pazifik, 180 Kilometern Radfahren und der Marathon-Distanz über 42,195 Kilometer in Angriff - und bewältigte diese in 10:45 Stunden. "Etwas schneller möchte ich diesmal schon sein", sagt Henker, der in der AK 60 startet. Das Wichtigste für ihn ist aber, das Ziel als "Daylight-Finisher" zu erreichen, also noch vor dem Sonnenuntergang. Das war ihm auch schon vor sieben Jahren gelungen.

Und auch wenn das Reiseziel Hawaii heißt - für Alexander Henker ist der Trip kein Urlaub mit ein wenig Sport nebenbei. Immerhin erspare man sich durch das warme Wetter auf der Insel unnötiges Gepäck, schmunzelt der 60-Jährige. "Das Fahrrad habe ich in einem speziellen Koffer aufgegeben, ansonsten reichen mir die 23 Kilogramm Gepäckgrenze." Was den Freiberger dagegen überrascht hat, war die Startgebühr von rund 900 Euro. "Die lag 2011 noch bei knapp 400 Euro, hat sich also mehr als verdoppelt." Woher die Preissteigerung komme, wisse er auch nicht, so Henker.

Ein billiges Vergnügen ist der Ironman also keinesfalls. Die Reisekosten für zwei Personen liegen bei etwa 6000 Euro. Begleitet wird der Freiberger von seiner Frau Regina sowie von seinem Bruder Thomas, langjähriger sächsischer Radsport-Landestrainer, und dessen Frau.

Was ist für Henker der Anreiz, sich noch einmal durch einen Ironman zu quälen? "2011 hatte ich mich als Nachrücker qualifiziert. Dieses Jahr habe ich mir die Teilnahme selbst erkämpft", erklärt er. Ende Juli gewann er beim Ironman im französischen Nizza in seiner Altersklasse und löste so die Fahrkarte nach Hawaii. Er freut sich auf das Rennen. "Ich starte lieber in warmen Gefilden, die Hitze macht mir nicht so viel aus", erzählt er. Respekt habe er natürlich trotzdem, vor allem vor der Laufstrecke. "Die führt über einen Highway - keine Bäume am Rand und kilometerlang geht es nur geradeaus", so Henker. Wenn da die Sonne reinknalle, sei das extrem anstrengend.

Ein besonderer Punkt ist das "Energy Lab", eine Forschungsstation an der Strecke. "Das liegt in einer Senke, es entwickelt sich ein Hitzestau. Danach geht es wieder bergauf." Wenn man diesen Punkt aber geschafft habe, stehen die Chancen auf einen erfolgreichen Zieleinlauf gut. Am meisten freut sich der Bergstädter auf das Schwimmen im Pazifik. "Auch wenn es nicht meine Paradedisziplin ist, aber das ist auch wegen der Tierwelt etwas Besonderes."

Allzu lang bestaunen könne man diese aber nicht, so Alexander Henker, schließlich hat er ein Ziel: Er will die Sonne besiegen.

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