Zum Höhepunkt an die Elbe

Bei der Tour de Ski hatte Anne Winkler krankheitsbedingt passen müssen. Beim Sprint-Weltcup in Dresden möchte die Skilangläuferin aus Sayda nun aber wie im Vorjahr weit vorn landen.

Oberwiesenthal/Sayda.

Im Erzgebirge hat es auch gestern wieder geschneit, zumindest ein wenig. "Die Trainingsbedingungen sind derzeit richtig gut", freut sich Skilangläuferin Anne Winkler. An Schnee sei mittlerweile einiges zusammengekommen, und es mache richtig Spaß, täglich in die Loipe zu gehen. "Das ist Balsam für die Seele", sagt die Saydaerin und schmunzelt.

Denn die 24-jährige Sprintspezialistin hatte gerade einen kleinen Rückschlag zu verkraften. Erstmals war sie vom Deutschen Skiverband für die hochdotierte Tour de Ski nominiert worden, musste aber krankheitsbedingt absagen. "Eine ganz normale Erkältung", erklärt Anne Winkler. Nichts Schlimmes, aber zuviel, um im Konzert der absoluten Weltspitze mitmischen zu können. "Das hätte keinen Sinn gemacht", sagt die Sportlerin des SSV Sayda, die seit Jahren am Leistungsstützpunkt Oberwiesenthal trainiert.

Mit Heimcoach Janko Neuber, zugleich Herren-Bundestrainer, bereitet sich Anne Winkler nun aber schon auf den nächsten Höhepunkt vor - den Sprint-Weltcup am Dresdner Elbufer, der am Wochenende vor spektakulärer Kulisse und 4500 Zuschauern über die Bühne gehen soll. Dort will sie an den starken Auftritt des Vorjahres anknüpfen, als sie auf Platz 13 gestürmt war. "Ich möchte zunächst einen guten Prolog laufen und dann richtig angreifen", sagt die Saydaerin, die als bestes Weltcup- resultat einen 11. Platz zu Buche stehen hat. In den meist engen und hartumkämpfen Finalläufen sei es wichtig, "auch mal aggressiv vorn mitzulaufen", so Anne Winkler. "Ich will zeigen, dass ich wieder da bin."

Dabei war der Winter bislang gar nicht so schlecht gelaufen. Immerhin bei drei Weltcups war die Sportsoldatin in dieser Saison dabei - im finnischen Ruka (Platz 37 im Sprint), im norwegischen Lillehammer (41.) und kurz vor Weihnachten in Davos in der Schweiz (25.). "Das war schon ein großer Schritt nach vorn, zumindest was die Renngestaltung angeht", sagt die Saydaerin. Körperlich habe sie sich aber nicht so fit gefühlt. So war die eineinhalbwöchige Zwangspause aufgrund der Erkältung auch gut, um über die Feiertage etwas durchzuatmen.

Gesundheitlich sei sie wieder auf dem Dampfer, so Anne Winkler, nun will sie auch sportlich wieder in die Spur. Großes Ziel der jungen Dame, die in der Sportförderkompanie Frankberg als Stabsunteroffizierin geführt wird, ist in diesem Winter die Nordische Ski-Weltmeisterschaft im Februar im österreichischen Seefeld. Es wäre ihre erste, nachdem sie bereits bei zwei Juniorentitelkämpfen und dreimal bei einer U-23-WM am Start war. Für die Qualifikation müsste die 24-Jährige im Weltcup zweimal unter die besten 15 laufen oder einmal zu den ersten acht Läuferinnen gehören.

Seit vorigen Donnerstag bereitet sich Anne Winkler auf den Weltcup in Dresden, die nächste Bewährungsprobe auf dem Weg nach Seefeld, vor. Gestern stand unter anderem ein scharfes Intervalltraining auf dem Programm, das ganz okay gewesen sei, so die Saydaerin. Bis zum Wochenende werde sie auch noch eine schnelle Einheit auf Skirollern absolvieren. Am Freitag geht es dann nach Dresden, wo ab Mittag ein Skitest und das offizielle Training warten. Sonnabend, 10.30 Uhr, fällt der erste Startschuss beim Prolog. Die Finals beginnen 13.20 Uhr. Ob sie am Sonntag auch noch beim Teamsprint starte, sei derzeit noch offen, so Anne Winkler.

Toralf Richter, der Vorsitzende der Skiregion Osterzgebirge und langjähriger Regionaltrainer, traut Anne Winkler in Dresden einiges zu. Unter der Hand werde sie bereits als die beste deutsche Sprinterin gehandelt. "Sie hatte im Herbst beste Laufband- und Trainingswerte", sagt der Saydaer. "Das wird spannend."

www.skiweltcup-dresden.de

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