Zwei Außenseiter im Halbfinale

Im Viertelfinale des Fußball-Kreispokals hat der SV Geringswalde/Schweikershain Mulda mit 3:0 bezwungen. Auch der TSV Flöha ist aus dem Rennen - ebenfalls bei einem unterklassigen Verein, während Lichtenberg nach hartem Kampf und Verlängerung weiterkam.

Mittweida/Freiberg.

Am Ende schallte kein Nebelhorn, sondern die lauten "Ufta, Ufta"-Rufe der Fußballer aus Geringswalde und Schweikershain, die ausgelassen ihren Pokalerfolg gegen Mittelsachsenligist SV Mulda feierten: Der SV Geringswalde/Schweikershain hat am Sonntag bewiesen, dass er nicht nur zurecht an der Spitze der Mittelsachsenklasse steht, sondern auch mit den Teams im Oberhaus des Kreisverbandes mehr als nur mithalten kann.

SV 94 Geringswalde/Schweikershain - SV Mulda 3:0 (1:0): Von den höherklassigen Muldaern war auf dem in Nebel gehüllten Rasenplatz am Walde in Geringswalde nicht viel zu sehen. "Wenn wir, den gehaltenen Elfmeter mal ausgenommen, unsere erste richtige Torchance erst in der 80. Minute zu verzeichnen haben, spricht das Bände", sagte Mario Hiekel, der für Mulda das Traineramt in Abstimmung mit Kapitän Andy Lippmann besetzt. "Uns fehlten zwar einige Spieler, aber trotzdem müssen wir hier souveräner auftreten", ärgerte sich der Interimscoach. So musste Angreifer Jonas Klotsche im Tor der Muldaer aushelfen und konnte sogar einen Elfmeter an den Pfosten lenken.

Es wäre das 2:0 für die Gastgeber gewesen, die vor fast 70 Zuschauern durch Oliver Thieme nach guter Vorarbeit von Paul Löwe in Führung gegangen waren (21.). Löwe zeigte dann auch ein schönes Dribbling gegen drei Mann - der Abschluss hielt aber nicht, was der Sololauf versprach. Dennoch ließ seine Mannschaft keinen Klassenunterschied erkennen und hielt mit vielen Angriffen die Gäste clever vom eigenen Torraum fern. In der 77. Minute schlug erneut Oliver Thieme zu, als er von links ins kurze Eck abzog. In der 89. Minute machte Toni Vogel den Deckel drauf, als er einen weiteren Elfmeter - Thieme war auf dem Weg zum Tor zu Fall gebracht worden - zum 3:0 verwandelte.

"Eigentlich ist ja die Abwehr das Prunkstück unserer Mannschaft", sagte der Geringswalder Co-Trainer Frank Kuhrau. "Doch die schnellen Außen haben heute viel Druck gemacht und mit dafür gesorgt, dass wir als Mannschaft ins Halbfinale gestürmt sind." Nun wolle die Truppe weiter für Furore sorgen. Pierre Höthe sagte noch etwas angespannt: "Wir hatten Respekt, haben aber schnell gemerkt, dass wir heute den Ton angeben." Dennoch werde natürlich niemand die Aufgaben in der Liga aus den Augen verlieren, so der Mittelfeldspieler, bevor ihn seine Teamkollegen zum Feiern in die Kabine beorderten.

SV Fortschritt Lunzenau - TSV Flöha 3:2 (0:0, 2:2) n. V.: Mittelsachsenmeister Flöha zog in der Verlängerung bei Mittelsachsenklasse-Vertreter Fortschritt Lunzenau den Kürzeren. "Für die Zuschauer war es bei Fritz-Walter-Wetter ein Pokalkampf, der alles geboten hat", sagte Tommy Haeder, Lunzenauer Vereinschef und Offensivspieler. Dabei war es nicht nur die Verlängerung, sondern auch eine fast halbstündige Spielunterbrechung, die für einen späten Abpfiff sorgte: Lunzenaus Niklas Schneider erlitt eine Kopfverletzung, ein Notarzt wurde gerufen. Der landete per Helikopter auf dem Feld. "Niklas geht es schon wieder gut, er stand zum Schluss sogar am Spielfeldrand", so Haeder. Die Aussicht auf ein mögliches Finale zuhause habe Kräfte freigesetzt. "Dass wir per Elfmeter in Führung gehen, half natürlich auch", so der Lunzenauer. Spielerische Nachteile machte Fortschritt läuferisch wett. "Wir sind über den wunden Punkt hinaus gegangen." Andreas Großers Hammer sorgte schließlich für das 3:2.

Die favorisierten Gäste, bei denen der Trainer Mirko Schwoy erkrankt passen musste, warfen kämpferisch ebenfalls alles in die Waagschale, so der Sportliche Leiter Nico Israel. "Spielerisch hat aber einiges nicht funktioniert." Schon dass Dennis Baude den amtierenden Meister in der 90. Minute noch in die Verlängerung schoss, sei glücklich gewesen. Andererseits habe man bei einigen Schiedsrichterentscheidungen Pech gehabt, sagte Israel - der vor allem den Elfmeter zum 1:0 meinte. Hartmannsdorfer SV - SV Lichtenberg 1:2 (0:0, 0:0) n. V.: Auch der Spitzenreiter der Mittelsachsenliga musste über 120 Minuten gehen, um ins Halbfinale einzuziehen. Der HSV sei der erwartet schwere Gegner gewesen, sagte SVL-Trainer Manuel Kluge. Eine Stunde hatte sein Team große Probleme, kämpfte sich dann aber in die Partie. "Wir haben den Pokalfight angenommen", so Kluge. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware, und so brachte erst ein Foulelfmeter die Gäste auf die Siegerstraße. Danny Kluge verwandelte in der 100. Minute, kurz darauf traf Swen Häuser zum 2:0 für die Gäste. In der Verlängerung habe sein Team mehr zum Zusetzen gehabt, lobte Manuel Kluge. "Wir waren konditionell besser und sind deshalb auch verdient weiter."

Oederaner SC - Germania Mittweida II 0:2 (0:0): Sein Team habe offensichtlich einen Heimkomplex, stöhnte OSC-Coach Steffen Günther nach der zweiten Heimschlappe. Durch ein Glückstor und einen Elfmeter in der Nachspielzeit sei Germania glücklich weitergekommen, so der Trainer des ausgeschiedenen Pokalverteidigers: "Eigentlich war das ein typisches 0:0-Spiel."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...