Zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Die Hallensaison beginnt für die Tennisspieler frühestens im Februar. Einige Vereine wollten darauf nicht mehr warten und zogen Konsequenzen.

Freiberg/Mittweida.

Während Tennis vor genau 30 Jahren mit dem erstmaligen Sprung von Boris Becker an die Spitze der Weltrangliste in Deutschland einen Höhenflug erlebte, sehen die Verantwortlichen des "weißen Sports" gerade ziemlich schwarz. "Im Moment fliegt kein Ball", sagt Alexander Kreller, der Tennischef des Freiberger HTC. Durften die Aktiven zumindest im November noch zu zweit pro Platz sogar in der Halle trainieren, steht mittlerweile die Wintersaison vor dem Aus. "Ich gehe stark davon aus, dass die Saison komplett abgesagt wird", erklärt Kreller, der auch in der Spielkommission des Sächsischen Tennisverbandes (STV) sitzt.

Mindestens bis 7. Februar sei die Ausübung des Tennissports in Sachsen nicht möglich, so der 37-jährige Spieler und Funktionär. Da aber bereits mehr als 40 Prozent aller Mannschaften vom Spielbetrieb zurückgezogen wurden, werde es allenfalls eine Rumpfsaison in der Halle geben. Auch der FHTC hat sein Team der Herren 30, das um den Sachsenmeistertitel mitspielen wollte, abgemeldet. In der Männer-Bezirksklasse sind die Freiberger als einziges Team übrig geblieben, sodass es auch für sie kein Punktspiel geben wird. Zudem hatte der Verein noch zwei Jugendteams (U 18, U 15) für die Hallenrunde gemeldet. Die Motivation sei bei allen Aktiven natürlich im Keller, so der Freiberger Tennischef, der nun hofft, dass wenigstens die Sommersaison ohne größere Einschränkungen über die Bühne gehen kann. Dann schlägt die Spielgemeinschaft Freiberg/Chemnitz der Herren 30 in der Regionalliga Südost, der vierthöchsten deutschen Spielklasse, auf. Darauf will sich das Team mit zwei Trainingslagern vorbereiten, die in den verlängerten Osterferien in Freiberg und Chemnitz stattfinden sollen.

Bei den Männern des TC Grün-Weiß Altmittweida war ein Rückzug von der Hallensaison kein Thema. "Unsere Spieler sind alle heiß und wollen wieder loslegen", sagt Vereinschef Günther Kirsten, der selbst bei den Herren 50 in der Bezirksliga aktiv ist. "Das Training und die Spiele fehlen enorm", sagt er. Da in der Region keine geeignete Halle zur Verfügung steht, müssen die Altmittweidaer Tennissportler für ihre Spiele nach Lichtenstein und nach Thalheim ausweichen. Für die Bezirksliga-Herren gäbe es - sofern im Februar ein Neustart möglich ist - aber nur noch zwei Gegner. In ihrer Staffel würden sie auf den TC Frankenberg und auf den TC Schwarzenberg treffen, da der TC Plauen und der TC Lok Aue nicht mehr dabei sind. Das Altmittweidaer Mixed-Team hat seine Truppe im Gegensatz zu den Herren zurückgezogen.

Beim TV Brand-Erbisdorf haben sich alle fünf Teams aus der Hallenrunde abgemeldet. "Es ist schade, aber unsere Aktiven wollten das so", sagt Vereinschef Dietmar Wirth. Ein Grund sei neben der aktuellen Lage unter anderem gewesen, dass bei einem Neustart zunächst nur Einzelpartien erlaubt sind, so Wirth.

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