300 Zuschauer feiern einen überzeugenden Auftritt

Die Regionalliga Ringer des AV Germania Markneukirchen haben im ersten Heimkampf der Saison den RV Lugau 21:10 von der Matte gefegt. Doch das ist noch nicht das Endergebnis.

Sejran Simonyan (links) war erst am Nachmittag von einem Turnier aus der polnischen Haupstadt Warschau nach Markneukirchen gekommen. Die Enttäuschung über die wahrscheinlich verpasste WM-Chance schüttelte er aber ab und schlug den zehn Kilogramm schwereren Toni Peprny klar.
Lukasz Doblinowski (links) begrüßt seine Mannschaftskameraden während der Vorstellung der des neuen Teams des AV Germania. Seinen Kampf hatte der Deutsch-Pole schon nach 45 Sekunden entschieden.

Von Jörg Richter

Der AV Germania Markneukirchen hat in der Regionalliga Mitteldeutschland auch seinen zweiten Kampf klar gewonnen. Der RV Lugau wurde am Samstagabend vor 300 Zuschauern beim Heimauftakt in der Trainings- und Wettkampfarena 21:10 geschlagen.

Trotz des deutlich anmutenden Ergebnisses war es für Mannschaftsleiter Jörg Guttmann ein Kampf mit Höhen und Tiefen - und auch noch nicht mit einem ordnungsgemäßen Endergebnis, denn der Schwergewichtskampf zwischen Franz Richter und dem Lugauer Alexander Tyschkowski ist noch offen. Dieses Duell wird zu einem späteren Zeitpunkt ausgetragen, da Richter inmitten der Vorbereitungen auf die Juniorenweltmeisterschaft steckt. Auf den Nachholkampf verzichten können beide Teams nicht, weil die Lugauer eine Gewichtsklasse unbesetzt ließen und ein Ringer mit Übergewicht antrat. Zudem standen zwei ausländische Verstärkungen im Team des RV. "Die Lugauer haben genauso wie wir die Möglichkeiten vollständig ausgereizt. Trotz des klaren Ergebnisses darf keine Mannschaft die Punkte aus dem Schwergewicht kampflos abgeben", erklärt Guttmann das Regelwerk. Andernfalls droht eine 0:36-Niederlage.

Damit sahen die Zuschauer nur sieben der eigentlich zehn Begegnungen, denn Markneukirchen ließ wie schon beim Auftakt in Luckenwalde das Limit bis 57 Kilogramm im Freistil unbesetzt. Lugau lag damit vor Beginn 4:0 in Führung. Diese Führung egalisierte Valerij Borgoiakov, der den Tschechen Libor Milichovski kurz vor Ende der ersten Runde durch Abbruchsieg mit technischer Überlegenheit (16:1) bezwang. Halbschwergewichtler Lukasz Dublinowski hatte nicht allzuviel Mühe mit Falko Demmler, gegen den er nach nur 45Sekunden die 15-Punkte-Differenz zur technischen Überlegenheit hergestellt hatte - Führungswechsel zum 8:4 für Germania. Nachdem Roman Walter schon im Vorjahr gegen Tim Hamann knapp unterlag, wollte es der Hofer, der nun schon einige Jahre im Trikot des AV Germania kämpft, diesmal besser machen. Doch der junge Lugauer kennt Walter inzwischen aus dem Training am Stützpunkt in Leipzig, kämpfte verhalten und nutzte dessen Fehler zum 6:2-Punktsieg. "Der Kampfrichter hätte die passive Kampfart von Hamann konsequenter bestrafen müssen", kritisierte Trainer André Backhaus. Erst kurz vor Kampfende ist der Lugauer erstmals ermahnt worden.

Eine Tortur hatte Sejran Simonyan hinter sich, der in dieser Woche beim hoch dotierten Pytlashinski-Turnier in Warschau mit 6:7 Punkten an einem Japaner scheiterte und damit wohl auch die Weltmeisterschaftsteilnahme für Armenien in Budapest abschreiben kann. Mit Bus und Bahn reiste Simonyan zurück nach Leipzig und kam ziemlich erschöpft am Samstagnachmittag in Markneukirchen an. Am Abend zeigte er ab er von Müdigkeit keine Spur mehr, obwohl Simonyan mit Toni Peprny einen starken jungen Ringer gegen sich hatte, der die deutschen Farben schon auf internationalen Matten vertrat und zehn Kilogramm mehr auf die Waage brachte. Simonyan holte 4:0 Wertungspunkte und packte damit zwei weitere Zähler auf das Mannschaftskonto.

Lucas Bast ließ gegen den unbequemen Frederik Esser nichts anbrennen und gewann seinen Kampf mit 14:6 deutlich. Julian Gebhard konnte die vier Mannschaftspunkte schon an der Waage verbuchen, da sein Kontrahent Anton Vieweg fünfeinhalb Kilogramm zuviel auf die Waage brachte. Den mitunter etwas ruppig geführten Freundschaftskampf gewann Gebhard 8:2. Auf dem Konto Germanias landeten vier weitere Punkte zum 17:6-Zwischenstand vor den letzten beiden Begegnungen im Weltergewicht.

In der Freistilversion der Kategorie bis 75 Kilogramm verletzte sich Denny Latzke in der zweiten Runde, Kontrahent Deward Stier nutzte seine Chance, punktete und drückte das Germania-Eigengewächs nach 4:18 Minuten auf beide Schultern. Tim Bitterling brauchte für seine vier Mannschaftspunkte nicht zu schwitzen, denn für ihn hatte Lugau keinen Gegner mitgebracht.

Am Samstag erwarten die Markneukirchener beim ebenfalls noch ungeschlagenen RV Thalheim jetzt einen ein Kampf auf des Messers Schneide.

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