An der Talsperre wartet der steilste Berg

Einen Boom erlebt derzeit der Freizeit-Radsport. Das Vogtland hat dafür sehr reizvolle Strecken zu bieten. "Freie Presse" stellt einige vor. Heute: Mulderadweg (Teil I).

Schöneck.

Die Zwickauer Mulde prägt die Landschaft des östlichen Vogtlandes. Gebildet wird sie aus der Roten und Weißen Mulde, die in Schöneck entspringen und sich in der Muldenberger Talsperre vereinigen. An ihren Ufern verläuft der Mulderadweg, der aus fünf Teilen besteht. Wir bewegen uns auf dem ersten Abschnitt, der bis nach Aue führt. Die heutige Tour führt von Rautenkranz nach Schöneck zur Quelle, dabei sind insgesamt 36 Kilometer zurückzulegen, wofür man zweieinhalb bis drei Stunden einplanen sollte. Wer von Auerbach starten möchte, für den habe ich in Strava eine Zubringerroute über Beerheide und den Waldpark Grünheide aufgezeichnet, sodass die Tour dann eine Gesamtlänge von 53 Kilometern hat und man mit dreieinhalb bis vier Stunden rechnen sollte.

Wenn man den Radzeichen zum Waldpark gefolgt ist, fährt man bis zum Jungfernsprung und dann nach Rautenkranz, wo es an der Brücke kurz nach dem Gasthof Frischhütte auf den offiziellen Mulderadweg geht. Die ersten Kilometer führen entlang der Klingenthaler Straße Richtung Jägersgrün, wobei man dort bereits die Mulde neben sich sieht. Es geht auf Fußwegen bis zu den Bahnschienen, wo der Weg weiter auf der Straße führt. Ich biege lieber rechts über eine kleine Brücke ab und fahre dann am Gasthof "Giovanni" wieder auf den Radweg, beide Varianten sind bei Strava aufgezeichnet.

Dann folgt man der Ausschilderung, die ein Burg-Logo zeigt, und gelangt auf einen wunderschönen Abschnitt abseits der Straßen und oberhalb der Bahnschienen. Dort blüht es, und man hat nach wie vor den Fluss an seiner Seite. Am Ende des Weges wartet ein steiler Anstieg. Man gelangt zum Hammerbrücker Ortsteil Friedrichsgrün und kann sich von den Schildern problemlos leiten lassen.

Vor einer Kurve biegt der Radweg nach links ab, dort ist nun ein Feldweg zu befahren, der im Winter die Ortsloipe von Hammerbrücke bildet. Bis zur Tannenbergsthaler Straße geht es geradeaus. Während meiner Aufzeichnung kam man auf diesem Teilstück an eine Baustelle, sodass ich einen kleinen Umweg nehmen musste. Sollte noch gesperrt sein, biegt man einfach links auf die Tannenbergsthaler Straße, folgt dieser bis zur nächsten Kreuzung und ist dann wieder richtig auf der Muldenberger Straße.

Es geht immer leicht bergan, sodass man seine Beine schon mal auf die bevorstehenden Anstiege vorbereitet. Am Wasserwerk fährt man weiter geradeaus nach Muldenberg, man sollte sich dort nicht von den anderen Schildern verwirren lassen. Dieser Ort, der ja schon den Flussnamen einschließt, hieß früher sogar nur "Mulde". Die Sperrmauer an der benachbarten Talsperre ist mit 525 Metern übrigens die längste in Sachsen.

An der Kreuzung geht es weiter geradeaus und bergan. Vorbei am Haus des Gastes am Bahnhof und an der Gaststätte "Bergschlößchen" erkämpft man sich den Anstieg, bis der Wegweiser nach links zeigt und man auf einen kleinen Feldweg abbiegt. Dort gibt es eine schöne Sitzgruppe, die einen herrlichen Ausblick auf die Talsperre bietet und zum Verschnaufen einlädt.

Der kleine Weg führt in den Wald und als Erstes vorbei an einem alten Bahnwärterhaus, das Haus Waldesruh. Danach geht es wieder bergauf und an der nächsten Kreuzung links hinunter. Dort ist die Ausschilderung nicht ganz klar, jedoch kann man auch sicher gehen, wenn man in der Gegenrichtung ein entsprechendes Schild sieht. Man fährt bergab über die Bahngleise und gelangt an eine wunderschöne Überquerung der Talsperre. Den Blick sollte man genießen, denn danach wartet der anstrengendste Anstieg nach Schöneck.

Nach diesem Kraftakt zweigt der Weg rechts ab, es geht etwas ruhiger auf dem Waldweg weiter. Geschnitzte Pilze säumen die Strecke, vorbei am Neuwaldteich bietet sich erneut ein herrlicher Blick. Dann ist es nicht mehr weit bis zum Ziel: der Muldenquelle. Nach dem Meiler sieht man schon den Wegweiser. Man kann an dem kleinen Teich eine Rast einlegen und sich zur Quelle der Mulde begeben oder am Imbiss Energie tanken.

Der Rückweg führt auf selber Strecke zurück. Da es oft über Waldwege geht, ist die Tour nicht für Rennräder geeignet. Ein Tipp noch: Wer von Falkenstein oder Ellefeld startet, kann direkt von der Hauptstraße in Ellefeld auf den Neuberg abbiegen und den dortigen Radzeichen folgen. Nach einem größeren Anstieg kommt man auf einem zugegebenermaßen nicht einwandfreien Weg heraus, der am Friedhof vorbeiführt. Auf dem folgenden Abschnitt hat man eine wunderschöne Sicht auf Auerbach und die drei Türme. Am Ende biegt man nach Beerheide ab und folgt den Pfeilen ebenfalls bis zum Waldpark.

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