Aue verzweifelt an Ex-Kollege

Wenn ein Zweitligist zum Regionalligist fährt, sollte man eigentlich von einer klaren Sache sprechen. Auerbach zeigte am Wochenende, wie man als Außenseiter gut mithält.

Auerbach.

Vor dem Spiel klatschte Maximilian Schlosser schon mal bei allen seinen ehemaligen Kollegen ab. Der Auerbacher Keeper kennt noch den Großteil der Auer Zweitliga-Mannschaft. 90 Minuten später kamen die Auer auch noch einmal zu ihm - und hatten viele lobende Worte übrig. Denn was der Auerbacher Schlussmann beim Testspiel des Regionalligisten gegen den Zweitligisten zeigte, war fast schon phänomenal. Drei, vier Glanzparaden führten dazu, dass Auerbach lange Zeit gegen den Favoriten das 0:0 hielt. Ganz klar: Selbst die 0:1-Niederlage der Vogtländer zeigte den Auerbacher Aufschwung. "Wir können mit dem Spiel zufrieden sein. Auch das 0:1 als Ergebnis ist völlig in Ordnung", sagte VfB-Coach Sven Köhler.

Allein schon diese Aussage zeigt: In Auerbach hat sich einiges in den vergangenen Wochen getan. Nach dem schwachen Saisonstart hatte es beim letzten Test gegen ein höherklassiges Team - den FSV Zwickau - noch eine 1:5-Klatsche gegeben. Diesmal stand Auerbach besser, selbst gegen einen Zweitligisten. "Wir haben die Standards besser verteidigt", sagt Köhler. Gegen Zwickau folgte noch nach der Pause der Einbruch. Auerbach kassierte fünf Tore innerhalb weniger Minuten. Gegen die Veilchen hielt die Defensive über weite Strecken gut zusammen. Zwar hatte das Team von Dirk Schuster mehr Spielanteile, mehr Offensivaktionen und auch mehr Chancen, Tore fielen aber trotzdem nicht in Hülle und Fülle, sondern genau eins: Mitte der zweiten Halbzeit setzte sich Tom Baumgart auf der rechten Auer Angriffsseite durch, flankte in die Mitte vor das Auerbacher Tor, wo Philipp Zulechner einlief. Auerbachs Marcin Sieber kam zu spät, um den Treffer noch zu verteidigen. Gut herausgespielt von Aue, aber: "Das Gegentor war nicht völlig unvermeidbar", sagte Köhler.

Vielmehr als das Ergebnis war aber für die Auerbacher die Erkenntnis wichtig, dass die Form des dünnen Kaders stimmt. Angefangen bei Keeper Maximilian Schlosser. Sein Coach lobte ihn ganz besonders. "Es war wichtig für ihn, dass er sich mal direkt mit vielen Aktionen auszeichnen konnte", sagte Köhler. "Es war sein Spiel. Er hat auch einige 1:1-Situationen für sich entschieden." Eine weitere Erkenntnis ist allerdings nicht komplett positiv: Dem VfB fehlt in der Offensive noch eine echte Alternative zu Marc-Philipp Zimmermann. Der Torjäger fehlte gegen Aue berufsbedingt - Zimmermann absolviert eine Ausbildung bei der Polizei und muss auch künftig öfter am Wochenende arbeiten. "Solange es nur bei Testspielen ist, geht es noch", sagt Köhler. Denn ihm fehlt ein Backup auf demselben Niveau. Immerhin: "Toni Sieber hat einige Akzente gesetzt", sagt Köhler. Mehr Optionen hat er immerhin in der Defensive: Denn mit Niklas Jeck feierte ein weiterer neuer Auerbacher Spieler mit Auer Vergangenheit sein Heim-Debüt im VfB-Stadion. In der letzten Reihe ist der 17-Jährige flexibel einsetzbar. "Damit haben wir die Chance, noch stärker zu variieren", sagte Köhler.

Vielleicht schon am Samstag gegen Optik Rathenow. Gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um den Erhalt in der Regionalliga erwartet Köhler eine Reaktion nach der Heimniederlage gegen die Brandenburger in der vergangenen Saison. "Die Sinne sind daher schon geschärft. Wir werden Rathenow bestimmt nicht unterschätzen." Auch nicht nach dem guten Auftritt gegen Aue.

Statistik Auerbach: Max. Schlosser - Baude, Jeck, Kadric, Morosow, T. Sieber, Löser, M. Sieber, Stock, Marc. Schlosser, Horschig. - Eingewechselt: Sauer, Herold, Müller, Schuster. Aue: Jendrusch, Ciftc, Breitkreuz, Samson, Kempe, Sessa, Wydra, Kupusovic, Daferner, Kusic, Testroet. - Eingewechselt: Haas, Keßler, Kalig, Rizzuto, Majetschak, Baumgart, Kapouranis, Hauk, Zulechner; Tor: 0:1 Zulechner (70.); SR: Albert (Tannenbergsthal); Zu.: 1050.

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