Auf der Glaserkuppe sind richtige Männer gefragt

Beim ZFC Meuselwitz kehren die Fußballer des VfB Auerbach morgen in den Regionalliga-Alltag zurück. Beide Teams stehen dabei unter Druck.

Auerbach.

Die Pokalspiele am vergangenen Wochenende waren sowohl für den ZFC Meuselwitz als auch für den VfB Auerbach, die sich morgen, 13.30 Uhr gegenüberstehen, eine willkommene Pause zum Luftholen und Krafttanken. Meuselwitz siegt im thüringischen Landespokalwettbewerb 3:0 in Eisenach (Liga 7), und Auerbach gewann 4:0 beim sächsischen Landesligisten Neusalza-Spremberg. Bei dem Punktspiel morgen treffen zwei alte Bekannte auf der Glaserkuppe in Zipsendorf aufeinander. Es ist der 13.Spieltag der Regionalliga Nordost. Beide Mannschaften haben also nur noch fünf Gelegenheiten, um bis zum Ende der ersten Halbserie Punkte zu sammeln.

Ein Blick auf die Tabelle verrät die Brisanz dieser Begegnung. Die Meuselwitzer blieben weit hinter ihren Erwartungen zurück und stehen mit 13 Zählern auf Platz 13. Zwischenzeitlicher Tiefpunkt war eine 1:3-Heimniederlage gegen Fürstenwalde. Die Auerbacher Saisonziele waren nicht so hoch geschraubt, mit dem 0:2 zuletzt gegen Neugersdorf gab es ein ernüchterndes Ergebnis. Trotz meist guter Leistungen findet sich die Mannschaft auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder, und das mit nur einem Punkt weniger als der morgige Gegner. Die Bedeutung der Begegnung liegt auch in den aktuellen Abständen in der Liga, denn zwischen Platz 9 (BFC Dynamo) und Platz 17 (Auerbach) liegen nur ganze drei Punkte Differenz.

Seit der Saison 2004/2005 kennen sich beide Teams schon aus Oberligazeiten. Meuselwitz stieg 2009 in die Regionalliga auf, der VfB in der Saison 2012/13. In den Regionalligaspielen gab es fünf Meuselwitzer Siege bei vier Auerbacher Erfolgen. Erst einmal gelang den Vogtländern ein Dreier in Meuselwitz, und der liegt mit 2014 schon etwas zurück.

Die Partien gegeneinander waren oft hochemotionale Begegnungen, begleitet von vielen Karten und verbalen Attacken. Beide Mannschaften pflegen einen ähnlich kämpferischen Stil. Meist entschieden Kleinigkeiten die Begegnungen. Konzentration und Willenskraft sind auf beiden Seiten gefragt. Um sich weiter ins Mittelfeld zu schieben beziehungsweise nicht den Anschluss zu verlieren, sind Punkte gefragt. Der Meuselwitzer Trainer Heiko Weber fordert: "Am Wochenende brauchen wir einige Knackigkeit in den Zweikämpfen und besondere Konzentration in den Abschlüssen."

Ähnlich sieht es Auerbachs Coach Sven Köhler: "Eigentlich ist jedes Spiel für uns wichtig. Es wird für uns eine schwierige Saison. Wer anders denkt, verkennt die Lage. Die Meuselwitzer haben sich vor der Saison personell neu aufgestellt und eine ordentliche Truppe zusammen. Nach zwei Siegen in Serie sind sie wieder gut im Rennen. Es wird wieder ein enges Spiel. Für uns wäre es natürlich daher gut, punktemäßig etwas mitzunehmen."

Verteidiger Felix Lietz rechnet mit kampfbetonten 90 Minuten. "Meuselwitz ist eine sehr erfahrene Mannschaft und hat sich vor der Saison weiter verstärkt. Der ZFC hat vielleicht sogar etwas mehr Druck als wir, da die Erwartungshaltung größer ist." Kapitän Marcel Schlosser nahm unter der Woche seine Mitspieler ins Gebet: "Wir kennen den ZFC als robuste, gestandene und zweikampfbetonte Mannschaft. In Meuselwitz sind Männer gefragt. Wir dürfen uns keinen schnellen Rückstand leisten, möglichst überhaupt keinen Rückstand."

Auerbach bekam zuletzt zu leicht Gegentore und verteidigte manchen Standard nicht gut, während eigene Standards wenig Erfolg brachten. Neben dem Langzeitverletzten Daniel Tarczal - er traf vergangene Saison gegen Meuselwitz zum 2:3 - muss der VfB wohl auch weiterhin auf Sebastian Schmidt verzichten. Schmidt der gestern seinen 24. Geburtstag feierte, hätte sich am liebsten selbst mit drei Punkten beschenkt.

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