"Beklopfte" kraxeln im Liegen auf den Auersberg

Steffen Seifart aus Röthenbach ist ein erfolgreicher Handbikesportler. Im Training suchte er eine besondere Herausforderung.

Röthenbach.

Es ist ein Marathon und sogar ein kleines bisschen mehr, den Steffen Seifart aus Röthenbach und René Parnack aus Lübben im Spreewald jetzt mit ihren Handbikes - das sind mit den Armen angetriebene Liegeräder - bewältigt haben. Beide Sportler treten für den Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportverein an. Sie starteten in Röthenbach im Vogtland und fuhren über Carlsfeld bis hoch auf den Auersberg im erzgebirgischen Eibenstock. Das sind über 42 Kilometer.

Eine echte Herausforderung ist der letzte Anstieg bis zur Auersberg-Plattform auf 1018 Meter. Für die Versehrtensportler, die beide nach einem Motorradunfall querschnittsgelähmt sind und mit dem Handbike internationale Wettkämpfe bestreiten, war diese Herausforderung ein Training. Die Klasse H 3, in der beide antreten, ist bei Wettkämpfen am stärksten besetzt. Was Steffen Seifart etwas bedauert, ist, dass es in der Region und in der näheren Umgebung keine Wettkämpfe für sie gibt.

Auf einige Erfolge kann der 39-jährige Vogtländer stolz sein: Vor drei Jahren war er Deutscher Vizemeister und vergangenes Jahr Dritter der Deutschen Meisterschaft. Beim Weltcup in Italien kam er 2019 als Zwölfter ins Ziel. Bei Europacup-Rennen sind es 40 bis 42 Kilometer, die zu überwinden sind, beim Weltcup sind es 60 Kilometer.

"Da uns dieses Jahr die Rennen fehlen, wollen wir uns anderweitig fit halten", erklärt Steffen Seifart die lange Trainingsstrecke. Er hofft, dass es im Juli mit dem ersten Rennen in Polen weitergehen kann. Im September hat er den Weltcup in Italien im Visier. Ob dieser Wettkampf stattfinden wird, steht aktuell noch in den Sternen, Gleiches gilt für das Rennen im Oktober in Österreich.

Vor kurzem erst war der Röthenbacher im Spreewald zum Trainieren, jetzt war sein Teamkollege René Parnack zum Gegenbesuch im Vogtland. "Im Spreewald stand Grundlagentraining an: flach, lang und schnell. Im Vogtland und Erzgebirge sind wir jetzt unterwegs, um Berge trainieren zu können", so Seifart.

Im Liegerad ist man dem Boden sehr nah, im Straßenverkehr ist es nicht ganz ohne zu fahren. Aus Erfahrung weiß der 37-jährige Parnack: "Man wird schon oftmals als Beklopfter hingestellt und gefragt, was man da macht und was man auf der Straße zu suchen hat." Doch überwiegend sei die Resonanz doch positiv, sagt Seifart: "Gerade wenn man andere Radfahrer trifft, finden die das schon cool, was wir machen. Man zieht die Blicke auf sich."

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.