Berliner helfen kräftig mit

Durch ein Wechselbad der Gefühle sind die Anhänger des VfB Auerbach beim 3:3 am Mittwoch gegen Altglienicke gegangen. Am Sonntag läuft der Fußball-Regionalligist bei Lok Leipzig auf.

Auerbach.

So leicht lässt sich Volkhardt Kramer nicht aus der Ruhe bringen. Als Trainer und Manager hat er in Auerbach schon viel erlebt. Doch am Mittwochabend war selbst seine Stimme etwas heiser, denn die 90 Minuten zwischen seinem VfB Auerbach und der VSG Altglienicke waren an Dramatik kaum zu überbieten. Zweimal - beim 0:2 und 2:3 - stand der VfB gegen die ausgebufften Profis aus Berlin schon am Rande einer Niederlage. Doch irgendwie wollte der Fußballgott nicht, dass dieses Aufeinandertreffen einen Sieger findet. Nach drei 1:1-Unentschieden gab es diesmal ein 3:3.

"Die Bedingungen waren schwer", sagte Gästetrainer Andreas Zimmermann. Der tiefe Boden und die Fahrt habe seinem Team zugesetzt. Allerdings wirkte der frühere Jenaer nicht so, als ob er diese Faktoren als Gründe für das Unentschieden gelten lassen würde. Die Berliner hätten die drei Punkte sicher mit nach Hause nehmen müssen, was eklatante Fehler verhinderten. Da störten sich zwei Altglienicker beim 1:2 durch Danny Wild beim Klärungsversuch gegenseitig, da schoss Stephan Brehmer den Ball unbedrängt ins eigene Tor zum 2:2, da holten die Berliner Marc-Philipp Zimmermann in der Schlussminute der regulären Spielzeit im Strafraum von den Beinen holten - es war schlicht unfassbar.

Den Abend der krassen Abwehrschnitzer hatte der VfB mit einem schlecht verteidigten Kopfballgegentreffer begonnen (41.), nach der Pause noch zwei Gegentore über die linke Abwehrseite gefangen, die ebenfalls zu verteidigen waren. "Fehler gab es heute auf beiden Seite", sagte VfB-Trainer Sven Köhler. Der entscheidende seines Teams: die Einstellung. Auerbach zeigte zwar über weite Strecken in ein gefälliges Spiel, aber der letzte Funke fehlte. "Uns hat die Effektivität gefehlt", sagte Co-Trainer Bernd Richter. "Für den großen Aufwand, den wir betrieben haben, ist zu wenig herausgekommen."

Der VfB hat mit dem Punkt seine Zielsetzung für die beiden Auftaktheimspiele im Jahr 2019 erfüllt. "Wir hatten uns vorgenommen, vier Punkte zu holen, dabei aber unbedingt Bautzen zu schlagen", sagte Kramer. Das 2:1 und das 3:3 passen also genau in den Plan. Doch jetzt beginnt die harte Phase der Saison. Am Sonntag fährt der VfB zum 1. FC Lokomotive Leipzig. Die Leipziger haben zuletzt zweimal gewonnen. Das Auerbacher Minimalziel: ein Punkt. "Wenn wir einen Zähler holen und dann am Freitag gegen Rathenow mit einem Sieg nachlegen, hätten wir einen großen Schritt gemacht", sagt Kramer. Denn auch er weiß: Im April warten die schweren Spiele gegen die Spitzenteams.

Eines nimmt der VfB aus dem Altglienicke-Spiel auf alle Fälle mit: "Die Jungs haben mir das Gefühl vermittelt, dass sie niemals aufgeben", so Trainer Sven Köhler. "Ich hoffe aber, dass wir, wenn wir wieder mal drei Tore schießen, das Spiel auch gewinnen."


Gute Stimmung vor Pokalspiel gegen Dynamo Dresden

Die B-Junioren des VfB Auerbach freuen sich auf den Saisonhöhepunkt am Samstag, 12 Uhr: Im Landespokal-Viertelfinale treffen die Auerbacher auf die SG Dynamo Dresden und damit auf das derzeit drittbeste Team des Freistaats in dieser Altersklasse. Wie RB Leipzig und der Chemnitzer FC spielen die Dresdener in der Bundesliga Nord/Nordost, sind dort Drittletzter. "Sie haben ihre Generalprobe verloren, wir unsere gewonnen", sagt Auerbachs Kapitän und Keeper Jan Max Denschel. "Wir haben genug Selbstvertrauen und wollen als Underdog etwas reißen." Dresden verlor zuletzt bei Energie Cottbus 0:2, der VfB gewann 5:0 bei Lok Zwickau und eroberte die Tabellenspitze der Landesliga zurück. "Die Jungs trainieren gut, es herrscht eine richtig gute Stimmung in der Truppe", sagt Trainer Toni Seidel. "Als Außenseiter haben wir nichts zu verlieren, wir können nur gewinnen." Sein Team ist auch auf den Fall eines Elfmeterschießens vorbereitet. Dann steht Keeper Denschel, der mit seinen 17 Jahren bereits im Regionalliga-Team mittrainiert, im Brennpunkt.

Gespielt wird auf dem Kunstrasen des Diesterwegsportplatzes. Die Auerbacher erwarten zahlreiche Fans und hoffen auf den Heimvorteil. "Wir werden uns richtig reinhängen. Es ist unser Platz, den wir ganz genau kennen", gibt sich Kapitän Denschel entschlossen. (masc)

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