Chefs vermeiden Thema Aufstieg

Die Oberliga-Handballer des SV 04 Oberlosa sehen sich für die neue Saison gut gerüstet. Der Trainer warnt aber vor übertriebenen Erwartungen.

Plauen.

Beim SV 04 Oberlosa übt man einen großen Spagat. Die Plauener Handballer haben ihre Mannschaft über elf Jahre lang aufgebaut. Kein anderer Verein in der Mitteldeutschen Oberliga kann solch eine Konstanz vorweisen. "Weil wir keine kostspielige Überfliegertruppe exzellenter Individualisten zusammengeholt haben, sondern lieber auf charakterstarke Teamplayer setzen, wird die kommende Saison so richtig spannend", findet der Vereinsvorsitzende Bernd Märtner. Cheftrainer Petr Hazl wird nicht müde, sich gegen übertriebene Erwartungen zu wehren. "Wir waren Vierter und zuletzt Zweiter. Und wenn wir am Saisonende wieder vorne landen, sehe ich das wegen der enormen Konkurrenz als Erfolg."

Tunlichst vermeidet Petr Hazl die Diskussion um den anvisierten Aufstieg. Abteilungsleiter Rico Michel stellt auf Nachfrage jedoch klar: "Wir sind bestens vorbereitet. Und da wir vergangene Saison nah dran waren am Aufstieg in die 3. Liga, sind wir auch dafür gerüstet." Lutz Petzoldt darf als Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH dank zahlreicher Sponsoren in der kommenden Saison mit satten 200.000 Euro für die erste Männermannschaft planen. Dazu muss man jedoch wissen, dass beispielsweise der Auftaktgegner HBV Jena (31. August, 19 Uhr) mehr Geld zur Verfügung hat. Und auch der HC Burgenland und die HSG Freiberg sowie Aufsteiger Bad Blankenburg zählen die Experten zum Favoritenkreis.

Der SV 04 Oberlosa wird vor allem wegen seiner Heimstärke gefürchtet. Die Festung Kurt-Halle Plauen konnte in der vergangenen Saison kein Gegner stürmen. Lediglich gegen den USV Halle ließ der SV04 beim 31:31 einen Punkt liegen. "Unser Star ist wirklich die Mannschaft. Das gilt in dieser Saison ganz besonders", betont der Zweite Vorsitzende Oliver Raithel.

Drei Torhüter und 16 Feldspieler gehören zum Aufgebot, das von Kapitän Carsten Klaus angeführt wird. Weil Torschützenkönig Denny Mertig (126 Treffer) nach einer Knieoperation bis Mitte September ausfällt und Abwehrhüne Andreas Weikert nach einer Erkrankung noch nicht voll bei Kräften ist, verpflichtete Oberlosa mit Jiri Fort einen international erfahrenen Tschechen, der bis 2018 beim aktuellen Meister Talent Plzen und zuletzt beim HC Sulzbach unter Vertrag stand. Zuvor wurden bereits Moritz Jahn und Pascal Wolf (beide vom HC Einheit Plauen) ins Team integriert. Für den Fall der Fälle hat der SV 04 in der "Kriegskasse" noch ein paar Taler aufgehoben, sollte es längere Verletzungsausfälle geben.

Mit 7932 Zuschauern (610 pro Heimspiel) ist Oberlosa Ligaspitze. Torwart Carsten Klaus geht mit Oberlosa in seine elfte Saison und warnt: "Gerade weil sich die Mitteldeutsche Oberliga unglaublich weiterentwickelt hat, sind wir alle gut beraten, nicht verrückt zu spielen. Wenn vier Vereine aufsteigen wollen, sollte man zuvor keine Sprüche klopfen, sondern voller Demut das erste Heimspiel gegen den Mitfavoriten Jena bestreiten."

Am Mittwochabend hat Oberlosa sein letztes Testspiel vor Saisonbeginn gegen den tschechischen Meister Talent Plzen erwartungsgemäß verloren. Trotz der 26:32-Niederlage wussten die Mannschaft aber zu überzeugen. Beide Teams boten den etwa 200 Zuschauern ein rasantes Match. Mit einem knappen 15:17 ging es in die Pause. Auch nach dem Wechsel blieb es eine Partie auf Augenhöhe. Oberlosa schaffte sogar den 20:20-Ausgleich gegen den Europacup-Teilnehmer. Erst gegen Ende ging den Plauenern etwas die Luft aus. "Wir haben gut dagegengehalten. Unser Tempospiel konnte sich sehen lassen und wir waren bis zur 45. Minute auf Augenhöhe", sagte Coach Petr Hazl. (mit rimi)

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