"Das große Ganze hat einfach gepasst"

Nach erfolgreicher WM-Teilnahme: Anne Tiepner erklärt die Erfolge der deutschen Cheerleader-Nationalteams

Lengenfeld.

Mit zweimal Silber haben die deutschen Cheerleader bei der WM in Orlando so gut abgeschnitten wie noch nie. Das ist nicht nur ein Verdienst der Sportlerinnen aus dem Vogtland. Großen Anteil hat auch die Auerbacher Cheftrainerin Anne Tiepner, die für die WM als sportliche Leiterin fungierte. Mit der gebürtigen Lengenfelderin hat sich Monty Gräßler unterhalten.

Freie Presse: Herzlichen Glückwunsch, Frau Tiepner! Bislang gab es noch keine WM-Medaille für Deutschland, jetzt zwei auf einmal. Hat das auch Ihre eigenen Erwartungen übertroffen?

Anne Tiepner: Ja. Ich glaube, damit hätten die größten Optimisten nicht gerechnet. Für die Jugendlichen war es ja die erste WM. Da wussten wir überhaupt nicht, was auf uns zukommt und war nicht abzusehen, dass es für so weit oben reicht. Und bei den Senior-Allgirl-Teams waren wir in den vergangenen zwei Jahren gar nicht bei der WM gestartet.

Welche von den beiden Silbermedaillen von Orlando würden Sie höher bewerten?

Für mich stehen beide auf dem gleichen Level. Die Teams haben sich in beiden Kategorien mit sauberen Programmen gegen sehr gute Konkurrenz durchgesetzt. Das macht uns sehr glücklich und sehr stolz.

In Auerbach und Oelsnitz haben viele die WM-Übertragungen per Livestream verfolgt und bei kleinen Patzern mitgelitten. Wie ging es Ihnen vor Ort?

Wir haben natürlich auch mitbekommen, dass bei den jungen Mädchen ein Schnitzer dabei war und auch bei den älteren Mädels eine Sprungsequenz nicht perfekt gelaufen ist. Allerdings war der Rest des Programms in beiden Fällen sehr, sehr sauber. Das hat bei der Jury wohl Eindruck hinterlassen.

Auf die Sauberkeit wird auch beim CVV Cheermania seit Jahren unter Ihrer Regie großer Wert gelegt. Kann man mit dem Hintergrund sagen, das war in Orlando Ihre Handschrift?

Als sportliche Leiterin bin ich in der Position gewesen, gemeinsam mit den Trainern der Teams zu schauen, in welche Richtung wir die Programme für Orlando perfektionieren können. So haben wir nach dem letzten Trainingslager in Grünheide bestimmte Schwierigkeiten herausgenommen oder uns für andere Elemente entschieden. Das hat gemeinsam letztlich gut funktioniert.

Wie entstehen die Programme überhaupt?

Die Kunst ist es, Pyramidenbau und Würfe genauso wie Bodenturn- und Tanzeelemente und nicht zuletzt den Cheer-Ruf so miteinander zu verbinden, dass eine flüssige und stimmungsvolle Performance dabei rauskommt. Unser großes Plus war, dass wir aus jedem Gebiet Spezialisten im Trainerteam dabei hatten, die sich voll eingebracht haben.

Stimmt, das Senior-Mixed-Team hat als Vierter ja auch nur ganz knapp eine Medaille verpasst.

Richtig. Damit haben wir auch in der Königskategorie einen Riesenschritt nach vorn gemacht und wissen jetzt, dass auch da eine Medaille machbar ist. Das Team hat sehr, sehr sauber und mit hoher Schwierigkeit gearbeitet.

Apropos Schwierigkeit. Die Mitglieder des Jugendteams sind zwischen 12 und 16 Jahre alt. Inwiefern war es ein Abenteuer, mit so vielen jungen Leuten nach Amerika zu fliegen?

Wir haben uns vorneweg auch ein paar Gedanken gemacht, aber bis auf kleinere Reibereien, die ganz normal sind, hat alles super funktioniert. Wir hatten für unsere Sportler für zwölf Tage fünf Villen gemietet und Betreuer dabei, die auch mal als Mutti-Ersatz zur Stelle waren. Für die kleinen Wehwehchen war ein Physiotherapeut mit. Das große Ganze hat einfach gepasst.

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