Das Sportliche ist fast Nebensache

Fußball-Oberligist VFC Plauen gastiert heute beim abstiegsbedrohten SV Einheit Kamenz. Derweil spitzt sich der Streit zwischen Aufsichtsratschef und Trainer zu.

Plauen.

Tabellenführer VFC Plauen ist zu einem Paradoxon der Fußball-Oberliga geworden. Vor dem Auswärtsspiel heute, 14 Uhr in Kamenz (14. Platz) spielt das Sportliche kaum eine Rolle. Von einem möglichen Regionalliga-Aufstieg redet gleich gar keiner mehr. "Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Vereins werden in der Kabine täglich thematisiert. Unsere Mannschaft ist vollkommen verunsichert", berichtet der scheidende Interimstrainer Sven Römhild, der in drei Wochen seinen letzten Arbeitstag im Vogtland hat, um dann ab Januar in die Heimat nach Thüringen zu gehen.

Trotz seines freiwilligen Ausscheidens hängt sich Sven Römhild während seiner letzten Tage im Vogtlandstadion voll rein. "Wenn eine Mannschaft unter diesen Umständen die Tabellenspitze erobert und sich auf dem Platz mit voller Professionalität präsentiert, dann hat sie Zuwendung verdient, finde ich", betont er. Schon lange steht außer Frage, dass Cheftrainer Nico Quade genau die richtigen Leute eingekauft hat. Offenbar aber zu einem viel zu hohen Preis.

Für Aufsehen sorgte diesbezüglich ein Fernseh-Interview. Im MDR räumte der VFC-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Stark "handwerkliche Fehler des Vorstandes" ein. Und Stark warf Quade vor, "dass der Trainer in die 3. Liga aufsteigen wollte". Auf "Freie Presse"-Nachfrage erwiderte der nach wie vor im Krankenstand befindliche Quade: "Diese Behauptung ist ungeheuerlich. Ich habe keine Fußballlehrerlizenz und wäre somit dann arbeitslos gewesen. Als Trainer habe ich den Auftrag verfolgt, eine regionalligataugliche Mannschaft aufzubauen." Möglich ist nach den Worten von Nico Quade, dass es nun zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt. "Und unter diesen Umständen müssen wir nun die nächsten Spiele bestreiten", sagt VFC-Spielmacher und Mannschaftsrats-Mitglied Daniel Rupf.

Bis auf die vier Langzeitverletzten haben sich beim Interimstrainer alle Spieler einsatzfähig gemeldet. Unterstützt wird das Team erneut von einer ganzen Reihe Auswärtsfahrern. Sie werden angeführt von den Ultras. Die hatten sich nach dem 1:0-Sieg gegen Krieschow ein kurzes Wortgefecht mit Spielern geliefert. "Wir haben das unter uns geklärt. Es ist alles in Ordnung. In Kamenz geben wir gemeinsam alles für den VFC", teilten Mannschaft und Fans am Donnerstag mit.

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