DDR-Meisterin macht ihre Heimatstadt bekannt

Birgit Palm und die Kegler des TSV Oelsnitz - diese Beziehung hält seit vielen Jahrzehnten. Die 66-Jährige ist die Vogtlandsportlerin der Woche.

Oelsnitz.

Die Zahl 58 hat für Birgit Palm eine doppelte Bedeutung. Seit 1958 ist die Oelsnitzerin auf und neben der Kegelbahn aktiv, in diesem Jahr kommt sie damit auf 58 Jahre Verbundenheit zu ihrem Sport. Dabei wäre die heute 66-Jährige damals beinahe Turnerin geworden. Doch nach ihrem Start ins Keglerleben gingen die Leistungen unter der Obhut ihres ersten Trainers Manfred Ziegs stetig nach oben und Palm blieb dem Kegeln treu. Für ihr Engagement wurde sie vor kurzem bei der Festveranstaltung anlässlich des Jubiläums "65 Jahre Kegeln in Oelsnitz" im Seglerheim des TSV Oelsnitz an der Talsperre Pirk mit der Ehrennadel des Landessportbundes in Gold geehrt.

1968 machte die damals unter ihrem Mädchenname Birgit Friedrich aktive Sportlerin ihre Heimatstadt in Keglerkreisen erstmals richtig bekannt. In Leipzig wurde sie mit einem Rekordergebnis von 812 Holz DDR-Meisterin der Jugend A. Ein Jahr später erreichte sie bei den DDR-Titelkämpfen in Plauen Rang 7. Zudem gelang der jungen Oelsnitzerin 1966 bei einem hochkarätigen Wettkampf in Schkopau der Turniersieg. Mehrere Bezirksmeistertitel, Kreiseinzelmeistertitel und später noch ein zweiter Platz bei den Sachsenmeisterschaften der Seniorinnen 2001 pflasterten Birgit Palms sportlichen Weg. Zusammen mit ihren Schwestern Elke Maul und Heike Degen bildet sie seit Jahrzehnten den Grundstein der Oelsnitzer Frauenmannschaft, die in Bezirksliga und Bezirksklasse spielte beziehungsweise noch spielt. Größter Erfolg in den vergangenen Jahren war hier der Staffelsieg in der Bezirksklasse-Saison 1997/98.

Doch auch neben der Kegelbahn setzt sich die gelernte Diplomwirtschaftlerin, die mittlerweile in Rente ist, für ihren Sport ein. Seit 1983 kümmert sich Palm um die Finanzen der Kegelabteilung des TSV Oelsnitz und ist stets vor Ort, um die Imbissversorgung der Sportler bei Training und Wettkämpfen sicherzustellen. Zwischen 2002 und 2012 bekleidete Birgit Palm außerdem das Amt der Vizepräsidentin des Gesamtvereins.

"So lange es gesundheitlich möglich ist, möchte ich weitermachen. Der Sport macht mir einfach Spaß", sagt die Rentnerin. Dabei schaut sie mit bangem Blick auf das weitere Schicksal der mittlerweile ziemlich ramponierten Turnhalle an der Alten Reichenbacher Straße, in die die nach dem Krieg von den Sportlern in Eigenleistung erbaute Oelsnitzer Doppelkegelbahn integriert ist. "Unsere Bahn ist trotz einer Modernisierung 1994 leider nicht mehr wirklich zeitgemäß. Alle anderen Großen Kreisstädte im Vogtland verfügen längst über mindestens eine Anlage mit vier Bahnen", schaut Birgit Palm auf die weitaus besseren Bedingungen anderer Vereine.

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