Den Bullen die Hörner zeigen

Die vogtländischen Frauenfußballmannschaften treffen im Sachsenpokal auf äußerst starke Gegner. Energisch und mit der nötigen Konzentration will die SG Jößnitz etwas gegen RB Leipzig reißen.

Jößnitz.

Schon lange nicht mehr fieberte man in Jößnitz einem Fußballspiel so entgegen wie dem morgen, 14 Uhr. Immerhin wurde den Fußballerinnen der SG Jößnitz nach erfolgreichem Überstehen der ersten Runde im Wettbewerb um den Sachsenpokal im Achtelfinale keine geringere Mannschaft als der Regionalligist RB Leipzig zugelost.

Natürlich war die Freude bei den Rand-Plauenerinnen groß, nachdem der Gegner für die zweite Runde feststand, auch wenn man sich vielleicht erst zu einem späteren Zeitpunkt solch einen starken Kontrahenten gewünscht hätte. Der Trainer der Jößnitzerinnen, Peer Gall, sieht es sportlich. "Das ist natürlich ein Hammerlos für uns, aber wir werden uns dieser Aufgabe stellen." Verstecken, auch wenn der Gegner übermächtig erscheint, wollen sich die Jößnitzerinnen nicht.

"Wenn wir RB konzentriert und energisch gegenübertreten, den Gegner zu Fehlern zwingen und lange Zeit die Null halten, bekommen wir vielleicht auch unsere Chancen", gibt sich der Jößnitzer Coach optimistisch, der in diesem Spiel auch einen Lernprozess für sein junges Team sieht. Für die SG Jößnitz, die seit Beginn dieser Saison wieder in der Landesliga Sachsen auf Punktejagd geht, begann die neue Spielzeit ebenso holprig wie die der Leipzigerinnen. Siege und Niederlagen prägten den Auftakt, beide verloren ihre Generalprobe am vergangenen Sonntag. Leipzig kassierte in seiner Regionalligapartie eine 1:2-Niederlage beim FC Viktoria Berlin, und Jößnitz kam bei den Leipziger Verkehrsbetrieben mit 2:6 komplett unter die Räder. Dennoch wollen die Jößnitzerinnen hochmotiviert gegen den Favoriten antreten und versuchen, den sogenannten Roten Bullen die Hörner zu zeigen.

RB Leipzig hat sich erst vor wenigen Jahren entschlossen, zusätzlich zum bisherigen Engagement bei den Mädchen mit einer eigenen Frauenfußballabteilung in den Spielbetrieb einzusteigen. So startete die Mannschaft erstmalig in der Saison 2016/17 in der Landesliga Sachsen, wurde Meister und stieg in die Regionalliga Nordost auf. Dort soll für RB nicht Schluss ein. So sieht man auch beim Sächsischen Fußball-Verband die Leipzigerinnen in den nächsten fünf Jahren in der Bundesliga. Die Mannschaft ist gespickt mit Spielerinnen, die Erst- und Zweitligaerfahrungen haben. Sie schloss die erste Saison in der dritthöchsten Spielklasse mit Tabellenplatz 4 ab.

Zu Beginn der aktuellen Spielzeit stellten die Verantwortlichen in Leipzig mit Katja Greulich, deren Vertrag zum Ende der zurückliegenden Saison beim Bundesligaabsteiger FF USV Jena auslief, eine erfahrene Trainerin an die Spitze der Roten Bullen. Greulich, früher selbst aktive Spielerin beim VfB Leipzig, 1.FC Lok Leipzig und Halleschen FC, agierte später beim USV in Jena und FC Rosengård (Dänemark) als Co-Trainerin, ehe sie 2016 bis 2018 nach Jena zurückkehrte und das Amt der Cheftrainerin übernahm. Nun in Diensten der Leipziger, erhofft man sich, dass sie all ihre Erfahrung einbringen kann und RB auf dem Weg in die 1. Bundesliga ein ganzes Stück nach vorn bringt.

Neben der SG Jößnitz spielt auch die Spielgemeinschaft 1. FC Rodewisch/Eintracht Auerbach am Sonntag im Sachsenpokal. Die Göltzschtalerinnen treffen im Sechzehntelfinale auf den Regionalligisten 1.FFC Fortuna Dresden, der sich in den vergangenen drei Spielzeiten den Sachsenpokal sicherte.

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