Der Erste kommt zum Zweiten

Die beiden Plauener Handball-Oberligisten sind am Wochenende zu Hause gefordert. Oberlosa fiebert dem Kracher des Spieltages entgegen.

SV 04 Oberlosa - HC Elbflorenz II. Tabellenzweiter gegen Tabellenerster, die beste Abwehr gegen den besten Angriff, das beste Heimteam gegen die beste Auswärtsmannschaft - oder eben einfach SV 04 Oberlosa (2. Platz, 19:5 Punkte) gegen den HC Elbflorenz II (1., 21:3). Für diesen Handball-Kracher morgen Abend sind bereits 400 Karten verkauft. Heute öffnet die Vorverkaufskasse im Sportlerbistro der Kurt-Helbig-Sporthalle von 20 bis 21Uhr erneut. Der SV 04 rechnet mit einer ausverkauften Arena, also 750 Zuschauern. Der Anwurf erfolgt 19 Uhr.

Das Spitzenspiel würde im Falle eines Sieges der Dresdener schon eine kleine Vorentscheidung bringen. Doch deren Kreisläufer Christoph Märtner schiebt den Plauenern die Favoritenrolle zu: "Oberlosa ist zu Hause eine Macht, gegen den Tabellenführer brennt erst recht die Luft." Den 26-jährigen Sohn des Oberlosaer Vereinschefs Bernd Märtner hatte es berufsbedingt an die Elbe gezogen, weshalb er nun für Dresden die Tore macht. Zusammen mit dem Ex-Oberlosaer Friedrich Kleinert bildet Christoph Märtner ein bärenstarkes Kreisläufer-Duo. Damit nicht genug, kommt es morgen wohl zum Geschwisterkampf. Der Oberlosaer Trainer Petr Hazl und Abteilungsleiter Rico Michel haben vor zwei Wochen Carsten Märtner (20) einen Oberligavertrag unterzeichnen lassen, weil er mit seiner mannschaftsdienlichen Art eine exzellente Entwicklung hingelegt hat. Carsten Märtner nimmt den Platz von Marcus Peschke (27) ein, der nach acht Jahren in Plauen berufsbedingt nach Magdeburg zurückgeht.

Das Dresdener Team um Trainer Rico Göde bringt es auf 337 Saisontore. Viele junge, hochveranlagte Spieler tummeln sich in der Mannschaft, die den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen wollen. SV-Abteilungsleiter Rico Michel: "Bislang besticht der HC Elbflorenz II mit seiner enormen Auswärtsstärke. In fremder Halle gab er noch keinen Zähler ab!" Lediglich zu Hause musste sich der Spitzenreiter der HSG Freiberg (22:25) beugen. Vom HSV Apolda trennte man sich 24:24. Die Plauener blieben daheim bei 11:1 Punkten bisher ungeschlagen. "Wir wollen diese Serie natürlich ausbauen", kündigt Hazl an. "Dresden baut auf eine bewegliche Abwehr und besticht durch ein sehr gutes Konterspiel. Wir dürfen uns im Angriff nur ganz wenige Fehler erlauben und müssen ein gutes Rückzugsverhalten haben. Dann ist gegen den Spitzenreiter etwas drin", schätzt der SV-Coach die Lage ein. (kare)

HC Einheit Plauen - HSG Freiberg. Morgen, 18 Uhr hat Einheit (14., 6:18) die Chance, mit einem Heimsieg im letzten Hinrundenspiel gegen Freiberg (6., 13:11) den Anschluss an die anderen Abstiegskandidaten zu halten. Bei der Niederlage voriges Wochenende in Zwickau offenbarten sich Probleme, die nach den überzeugenden Siegen zuvor gegen Halle und Apolda ausgemerzt schienen. Trainer Jan Richter: "Wir haben insgesamt kein schlechtes Spiel gemacht. Doch nach der Drei-Tore-Führung in der zweiten Halbzeit hat sich die Mannschaft zu sicher gefühlt und den letzten Einsatz vermissen lassen. Das rächte sich. Die Abwehr wurde löchrig, und vorne wurden zu viele Chancen vergeben. Das lag aber auch an der überragenden Leistung von Zwickaus Torhüter Schüller."

Mit der HSG Freiberg kommt ein spielerisch starkes Team nach Plauen. Fünf Siege und drei Remis stehen auf dem Konto des Tabellensechsten. In Delitzsch gelang ein 37:35-Auswärtssieg, am vergangenen Samstag wurde Aschersleben 28:24 bezwungen. "Wir müssen am Samstag wie zuletzt bei unseren Heimsiegen unsere Stärken ausspielen: Mit gutem Rückzugsverhalten und konsequenter Defensivarbeit den Gegner beeindrucken sowie im Offensivspiel mit viel Tempo die Gästeabwehr mit ihren großen Rückraumspielern vor Probleme stellen. Aber auch im Überzahlspiel dürfen wir, wie leider zuletzt in Zwickau, keine Schwächen zeigen. Freiberg ist aber ein starker Gegner und wird uns sehr fordern", blickt der Einheit-Coach voraus.

Die Gäste werden versuchen, wie gegen den SV 04 Oberlosa mit schnellem Spiel auch den HC Einheit zu Fehlern zwingen. Doch der SV 04 hatte dagegen ein Erfolgsrezept: Hinten alles dicht machen. Ein starkes Abwehrbollwerk könnte auch für den HC Einheit ein Schlüssel zum Erfolg sein. Bei den Plauenern werden die langzeitverletzten Pour und Sbiral weiter fehlen. Alle anderen Spieler sind morgen aber einsatzbereit. (tau)

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