Der Letzte ist der Glücklichste

Beim 10. Pirker Triathlon dominierten die Seriensieger Jana Richter und Philipp Dressel-Putz. Ebensoviel Applaus heimste aber auch der Letzte des rund 150-köpfigen Feldes bei seinem Debüt ein.

Taltitz.

Trotz teils empfindlicher Kühle haben sich immerhin 119 Einzelstarter und 14 Staffeln am Sonntag beim 10. Pirker Triathlon an den Start gewagt. Die Teilnehmer kamen unter anderem aus Erlangen, Bayreuth, Bautzen, Weimar, Leipzig und Prag. Schnellste Frau des Feldes war einmal mehr Jana Richter vom Ausrichterverein LATV Plauen (1:18:59 Stunden), bei den Männern kam Philipp-Dressel-Putz (SC Plauen 06) als Führender das Gesamtfeldes schon nach 1:05:13 Stunden ins Ziel. Beide gewannen den Wettbewerb jeweils zum vierten Mal hintereinander. 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen hatten auf dem Programm gestanden.

"Das Wetter war optimal für mich, der Pirker Triathlon ein tolles Training für den nächsten Bundesligawettkampf", sagte der Gesamtsieger. "Ich wollte mir vor allem einen ordentlichen Vorsprung herausschwimmen." Das klappte, nach nur zehn Minuten auf dem 750 Meter langen Dreieckskurs rannte Dressel-Putz schon wieder aus dem Wasser, im dem es mit 21 Grad wärmer war als draußen, wo das Thermometer gerade mal 13 Grad anzeigte. Nach insgesamt 47 Minuten hatte er die Radstrecke absolviert, startete da schon zum abschließenden Lauf am Talsperrenufer.

Das Wetter störte aber auch Jana Richter, die Siegerin des Frauenwettbewerbs, nicht. "Als ich heute früh rausschaute, dachte ich noch: Na, das kann ja was werden. Aber die Bedingungen waren völlig in Ordnung, kein Wind und keine Wellen auf dem Wasser, die Straßen beim Radfahren schon weitgehend abgetrocknet. Nur über ein bissel mehr Konkurrenz bei den Frauen würde ich mich freuen."

Auch einige Neulinge in diesem Sport wollten sich austesten. So standen beispielsweise 13 Handballer des HC Einheit Plauen in der Startliste. Und ein Altherrenfußballer bewies besonderen Sportsgeist: Michael Pilz. Der 55-Jährige aus Plauen, der für die Alten Herren des SV Merkur Oelsnitz kickt, kam zwar bei seinem ersten Triathlon erst an, als der Zielbereich schon abgebaut wurde, heimste sich aber bei den anderen Sportlern für sein Durchhaltevermögen jede Menge Respekt ein. Als er nach rund zwei Stunden und 45 Minuten einlief, begann schon die Siegerehrung. "Ich bin völlig erschöpft, aber unheimlich glücklich", so Pilz. "Dass ich das tatsächlich geschafft habe, muss ich jetzt erst einmal sacken lassen."

Eine weitere schöne Geschichte: Frank Intemann aus Reichenbach, für seine Staffel gerade auf der Radstrecke unterwegs, musste nach einem technischen Defekt eigentlich aufgeben. Doch da kam mit Tilo Wöllner aus Oelsnitz ein zufällig vorbeiradelnder Zuschauer gerade recht. Der überließ dem Athleten sein Rad, damit dieser den Wettbewerb zu Ende bringen konnte. "Eine tolle Geste, wir sind noch Dritter geworden", freute sich Intemann.

Gesamtleiterin Mirjam Foltanyi machte am Ende ein zufriedenes Gesicht: "Für die Witterungsbedingungen war die Resonanz völlig in Ordnung. Wir haben den Wettbewerb gut über die Bühne gebracht." Doch einmal musste die Organisationschefin ungläubig mit dem Kopf schütteln. Mitten im Zieleinlauf tauchten zwei Polizeibeamte auf und fragten nach einer Genehmigung für den Wettkampf. "Wir haben alles, was man braucht. Trotzdem bekam ich eine mündliche Verwarnung wegen einer fehlenden wasserrechtlichen Erlaubnis der unteren Wasserbehörde. Unglaublich."

Die Sieger weibliche Jugend: Annika Saunus (SV Grünbach); männliche Jugend: Max Plaumann (Plauen); weibliche Junioren: Anna Steiner (Plauen); männliche Junioren: Felix Günther (Bayreuth); Männer 20: Philipp Dressel-Putz (SC Plauen 06); Frauen 25: Anja Günther (Leipzig); Männer 25: Norbert Herkner (Bautzerner LV); Frauen 30: Susann Lützner (Pulsschlag Erzgebirge); Männer 30: Jörg Thomas Avetyan (HSV Weimar); Frauen 35: Sandra Klöckner (Zwickau); Männer 35: Martin Ganzon (SV Zwickau 04); Frauen 40: Jana Richter (LATV Plauen); Männer 40: Marek Berger (STV Limbach-Oberfrohna); Frauen 45: Sandra Meckel (LATV Plauen); Männer 45: Stefan Boese (Triteam Hof); Frauen 50: Angela Frisch (LoK Adorf); Männer 50: Jiri Müller (STV Limbach-Oberfrohna); Frauen 55: Christiane Schmitz (TB Erlangen), Männer 55: Rainer Belge (TV Dresden); Männer 60: Volkert Schuster (Mühltroff); Frauen 65: Edelgard Palfi (MSV Meusegast); Männer 65: Heinz Mende (TB Erlangen); Männer 70: Wolfgang Fleischmann (RC Greiz).

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