Die Ausgangslage ist diesmal so klar wie selten in der Saison

Mit dem Tabellenführer FC Eilenburg bekommt es Fußball-Landesligist Reichenbacher FC morgen, 15 Uhr im Stadion am Wasserturm zu tun.

Reichenbach.

Zwei Spiele, null Punkte - der Rückrundenstart verlief für den Reichenbacher FC besorgniserregend. Der schwache Auswärtsauftritt beim Sechs-Punkte-Match gegen Zwenkau hat Spuren hinterlassen. Denn nun trennt die Vogtländer nur noch ein Punkt von den Abstiegsplätzen. Ausgerechnet jetzt kommt der FC Eilenburg an den Wasserturm.

Auf dem Papier eine klare Angelegenheit für den Gast. Der ist nicht nur Spitzenreiter, sondern er weist dazu noch einige Bestmarken auf: Eine Niederlage steht bisher nicht zu Buche, gewonnen hat Eilenburg schon zehnmal in Folge, dazu stellen die Nordsachsen die beste Offensive (47 Treffer) und die stärkste Abwehr (nur elf Gegentreffer). Nur ein einziges Mal, beim 2:2 zum Saisonstart in Kamenz, kassierte der FC Eilenburg mehr als ein Tor.

Chancenlos blieb der RFC im Hinspiel, das 0:4 ausging. "Eilenburg ist der FC Bayern der Landesliga, hat aber mit Grimma noch einen ernsthaften Jäger zu fürchten. Für uns ist die Ausgangslage diesmal trotz des Tabellenstandes recht einfach. Denn in diesem Spiel haben wir im Gegensatz zu den noch folgenden wirklich nichts zu verlieren. Jeder Außenstehende rechnet mit einer Niederlage. Genau aus dieser Konstellation müssen wir den Mut und Optimismus finden, dem Favoriten Paroli zu bieten. Jeder meiner Jungs weiß, dass in Zwenkau auf dem Spielfeld einiges schief gelaufen ist. Der Wille war auf alle Fälle da, doch wir brachten kein Bein auf den Boden, wie es so schön heißt", umschreibt Trainer Ronald Färber die Situation vor dem Aufeinandertreffen mit dem Dominator der Sachsenliga.

Dass die Reichenbacher zu Hause durchaus gegen Spitzenteams bestehen können, bewiesen sie in der vergangenen Spielserie. Sowohl Chemie Leipzig als auch Stahl Riesa und Eilenburg (jeweils 1:1) wurde ein Zähler abgeknöpft. Dass sein Team durch die jüngsten Resultate der Konkurrenz unter Zugzwang geriet, ist für Färber nicht das Problem: "Der Druck ist schon die ganze Saison groß. Und jeder, der uns schon voreilig irgendwo in der Komfortzone des Mittelfeldes sah, weiß jetzt, dass es, wie von Anfang an gesagt, ganz allein um den Klassenerhalt geht."

Um zu erkennen, wo es beim RFC besonders klemmt, braucht man kein Fußball-Experte zu sein: in der Offensive. 14 Tore sind Minuswert der Landesliga. "Wir müssen die Anzahl der Chancen erhöhen. Aber das geht nur, wenn wir im Mittelfeld und nach vorn präsenter werden, mehr Zweikämpfe gewinnen und vor allem Mut zeigen", sagt Färber. Defensiv scheint der RFC auch gegen den Spitzenreiter gerüstet. Die bisherigen vier Gegentreffer der Frühjahrsrunde relativieren sich, wenn man ins Kalkül zieht, dass zwei davon vom Elfmeterpunkt fielen. "Und diese beiden waren in der Entstehung, ob gegen Grimma oder in Zwenkau, völlig unnötig", so Co-Trainer Carlo Kästner.

Umstellen müssen die RFC-Verantwortlichen gegen die Eilenburger auf alle Fälle auf der Torwartposition. Michel Bößneck ist nach seiner roten Karte aus der Vorwoche gesperrt. Für ihn hütet Patrick Hettwer erstmals seit dem zweiten Spieltag den Kasten. Kopfzerbrechen bereitet dieser Wechsel Ronald Färber nicht: "Wir haben zwei starke Keeper. Patrick ließ sich die ganze Zeit trotz seiner bisherigen Rolle im Training nie hängen und gab stets Vollgas. Er kann sich jetzt beweisen. Ich bin mir sicher, dass wird er auch." Nach seiner abgesessenen Gelb-Sperre muss Fabian Papkalla erneut passen. Er beendete seinen Einsatz in der zweiten Mannschaft bei der SG Jößnitz mit einer Bänderdehnung. Auch Erik Witzke steht verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.

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