Die meisten sehen Markneukirchen vorn

Beim Aufsteiger Luckenwalde beginnt morgen für die Ringer des AV Germania die neue Regionalliga-Saison. Ein Umfrageergebnis könnte einen zusätzlichen Motivationsschub bringen.

Markneukirchen.

Der große Waldbrand in der Nähe von Luckenwalde ist gelöscht, die Feuerwehrleute sorgen gerade dafür, dass das Feuer nicht erneut aufflammt. Was sie hingegen nicht verhindern können und auch nicht wollen, ist dass es morgen Abend in der Fläminghalle heiß her geht. Dort steht 19.30 Uhr mit dem Kampf zwischen dem 1. Luckenwalder SC und dem AV Germania Markneukirchen gleich am ersten Kampftag der Regionalliga Mitteldeutschland der Ringer ein Spitzenkampf zweier Titelanwärter an.

Germania geht als Vizemeister des Vorjahres in die Meisterschaftsrunde der zweithöchsten Kampfklasse, während Luckenwalde aus der Landesliga Nord in die neu strukturierte Regionalliga aufstieg. Eigentlich hätten die Brandenburger gar nicht die Aufstiegsrunde bestreiten können, denn sie lagen in der Landesliga Nord hinter dem Hennigsdorfer RV und dem AC Germania Artern II nur auf Rang 3. Da jedoch Hennigsdorf auf die Aufstiegsrunde gegen den Staffelsieger der Landesliga Sachsen, den AC Werdau, verzichtete und Arterns Reserve nicht aufsteigen durfte, weil die erste Mannschaft schon in der Regionalliga kämpfte, erklärte sich der SC bereit, die Playoffduelle zu bestreiten. Er setzte sich dabei gegen Werdau 28:4 und 29:8 durch.

Für die neue Saison holte Luckenwalde zahlreiche ehemalige Ringer zurück, die sich nach der Insolvenz des in einem GmbH umgewandelten Ringervereins 2015 anderen Vereinen angeschlossen hatten. Dazu zählen Ilja Matuhin und Alexander Röll, die vergangenes Jahr beim Erstbundesligisten RV Lübtheen unter Vertrag standen. Auch der Name von Sven Cammin ist vielen Markneukirchenern geläufig, kämpfte er doch im Vorjahr noch beim Lokalrivalen RSV Rotation Greiz. Trainer Andreas Zabel und Mannschaftsleiter Olrik Meißner haben eine gute Mischung aus jungen Heißspornen, die die Sportschule in Luckenwalde besuchen, und erfahrenen Ringern, wie Michel Schneider, Felix Menzel, Dennis Nowka und Marcus Bankert an Bord. Für die schweren Gewichtsklassen in der Griechisch-Römisch-Version verpflichtete der LSC den tschechischen Routinier David Vala.

"Mit dieser Mannschaft gehört Luckenwalde zweifelsfrei zum Favoritenkreis", so Markneukirchens sportlicher Leiter Jörg Guttmann, der auf Dimitri Blayvas verzichten muss. Der Sportsoldat aus der Bundeswehr-Sportfördergruppe Bruchsal fällt mit einem Kreuzbandriss im Knie vermutlich für die gesamte Saison aus.

Auch der frischgebackene Vizeeuropameister der Junioren, Franz Richter, wird in den ersten Begegnungen fehlen, denn der Griechisch-Römisch-Spezialist bereitet sich derzeit auf die Weltmeisterschaft vor, die vom 17. bis 23. September in Trnava in der Slowakei ausgetragen wird. Seine Begegnungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Damit ist das Ergebnis von morgen Abend nicht unbedingt das Endergebnis - hat das vorläufige Resultat eine Differenz von weniger als vier Punkten, wird der Nachholkampf über den Ausgang entscheiden.

Morgen tritt Richter im Zuge der WM-Vorbereitung beim Internationalen Brandenburg-Cup in Frankfurt/Oder an. Bundestrainer Maik Bullmann dämpft die Erwartungen: "Für uns ist die Weltmeisterschaft in Trnava maßgebend, den Brandenburg-Cup bestreiten wir aus dem Training heraus." Das Turnier zu, dem sich etwa 100 Junioren angemeldet haben, aber auch das internationale Trainingscamp, das dem Brandenburg-Cup folgt, soll für die Auswahl des Deutschen Ringer-Bundes eine wichtige Belastungsprobe in Vorbereitung auf die Titelkämpfe sein. "Die EM-Silbermedaille hat mich natürlich zusätzlich motiviert. Ich will bei meinen letzten Junioren-Wettkämpfen noch einmal alles in die Waagschale werfen", so Richter.

Nach einer Umfrage des Internetauftrittes der Regionalliga Mitteldeutschland sehen 41 Prozent der Teilnehmer Markneukirchen als Topfavorit auf den Titel. Der RV Thalheim folgte mit 22 Prozent vor Aufsteiger Luckenwalde, der es auf 12 Prozent brachte. Für Guttmann ist die Lage nicht so eindeutig. "Ich sehe uns mit Luckenwalde und Thalheim auf Augenhöhe, auch die Kampfgemeinschaft Frankfurt an der Oder/Eisenhüttenstadt gilt als Geheimfavorit, die im Freistilbereich stark aufgerüstet hat."

Dauerkartenverkauf

Ab sofort verkauft der AV Germania Markneukirchen Dauerkarten für seine Heimkämpfe in der Regionalliga. Jeweils donnerstags von 16 bis 18 Uhr und am ersten Heimkampftag, dem 8. September, bei dem es gegen den RV Lugau geht, können Karten zum Preis von 49Euro für Sitz- und 35 Euro für Stehplätze erworben werden.

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